News
IGD-Jahreskonf.2012
Buchrezension
Islam. Feiertage
Quranwettbewerb 2011
Der Glaube
Pilgern im Islam
Ramadan
TOM
Interviews
Event-Kalender
Kopftuchfreiheit
Neues v. Al-Khalifa
AKH Geschichten
SPAGAT 1
islam. Powerpoints
Hintergrund
Frau im Islam
DAVO-Stellenangebote
EFOMW
Buchempfehlung
FIOE
Hintergrund
TOM
Über uns
IGD arabisch
Newsletter
Bittgebete/Duaa
Amr Khaled D.
Fotoalbum
Freitagspredigt
Pressemitteilung
KRM
Islam in Deutschland
Palästina
Quran
Hadithe
Interessante Links
Video-Amr Khaled 06
Diashow

 

 

   Ahmad Al-Khalifa

SPAGAT 3: Die Familie

 

 

 

 

Zuerst möchte ich mich für Leserbriefe, Ratschläge und Lob bedanken. Gerne würde ich Teile dieser Briefe veröffentlichen, wenn ich in der Lage wäre, die Artikel regelmäßiger erscheinen zu lassen. Am meisten habe ich von der Kritik profitiert, meinen besonderen Dank verdienen also meine konstruktiven Kritiker.

 

Ganz interessant für mich war die mehrmals gestellte Frage: „Wie hat Imam El-Shafey die Frage des jungen Mannes beantwortet - ob er die Bitte seines Vaters zum Reisen erfüllt hat oder die Bitte seiner Mutter, bei ihr zu bleiben?“ Ich dachte, er hat die Frage beantwortet. Aber Probleme in der Familie können nur mit den Eltern und nicht mit dem Imam durch eine Fatwa gelöst werden. Die Eltern sollen ihre Meinungsverschiedenheiten zusammen und nicht auf Kosten der Kinder lösen, und die Kinder sollen versuchen, eine Liebesbrücke in der Familie zu bauen und zu sein, und sie sollen erkennen, dass sie für die Lösung der Unstimmigkeiten unter den Eltern nicht verantwortlich sind, sondern die Eltern alleine. Und davon handelt mein neuer SPAGAT.

 

Meine Lebenserfahrungen haben mich gelehrt, dass der Lebensbereich, der den ständigen „SPAGAT“ am meisten benötigt, die Familie ist. Obwohl die Familie als gesellschaftliche Konstruktion seit dem Anfang der Schöpfung (Adam und seine Frau) existiert, hat ALLAH der Erhabene  darin eine Vielfalt garantiert, damit für die Familie keine Langeweile aufkommt und damit keine Familien-Konstellation sich wiederholt. Jede Familie ist einmalig, genau so wie die Fingerabdrücke und die genetischen Besonderheiten.

 

Diese Einmaligkeit als Gabe Allahs soll geschützt werden. Ich habe mir diesbezüglich ein Motto zu Eigen gemacht, das lautet: „Jede Familie verdient es, gerettet zu werden.“ Nicht nur die Tier- und Vogelarten müssen bewahrt werden, sondern jede einzelne Familie verdient dasselbe und mehr. Mein zweites Motto lautet: „Harmonie in der Familie ist kein Zufall“, sie ist das Ergebnis ständiger Bemühungen in der Familie.

 

Die Faktoren dieser Harmonie sind vielfältig - angefangen bei der Auswahl des Partners, der Einigung über den Wohn- und Lebensort, über die gegenseitige Akzeptanz der Berufe, die Kinderwünsche, die Beziehungen zur Großfamilie, bis hin zu den Freunden … usw. Jeder dieser Faktoren und andere Problembereiche finden bestimmte Regeln im kulturellen Erbe des Einzelnen (Religion, Geschichte, Erfahrungen…), andere Regeln im kulturellen Erbe der hiesigen Gesellschaft und andere Regeln in den Gesetzen der Gesellschaft. Nicht immer stimmen diese drei Elemente überein. Wie man in solchen Fällen sein Familienleben führt, hängt vom Toleranzvermögen und von der Kompromissbereitschaft aller Beteiligten ab.

 

Begrifflichkeit der Familie: 

 

Eine Familie (lat. familia „Hausgemeinschaft“) ist soziologisch eine durch Heirat und/oder Abstammung begründete Lebensgemeinschaft. Dieses familia, abgeleitet von lat. famulus (der Haussklave), bezeichnete ursprünglich nicht die heutige Familie (Ehepaar und dessen Kinder), sondern den Besitz eines Mannes (des pater familias), den gesamten Hausstand: seine Ehefrau, Kinder, Sklaven und Freigelassene.

 

Es lassen sich vier elementare Funktionen hervorheben:

 

Persönliche: Neben der Unantastbarkeit der menschlichen Würde (§ 1 GG) stellen die Individualität und die Persönlichkeitsentfaltung (§ 2 GG) hohe Werte dar, die vom Staat geschützt werden. Der erste Ort der Entwicklung solcher Werte ist die Familie, wobei jede Person im Familiengefüge ihre eigene Persönlichkeit hat und trotzdem seinen Anteil am Ganzen nicht vernachlässigt. Durch die Ordnung in der Familie achtet jeder auf die Persönlichkeitsrechte des anderen. Dabei erfüllt die Familie die Gleichheit in der Verantwortung, die auch im Grundgesetz unter § 3 GG zu finden ist. Auch die körperliche Pflege, die seelische Entwicklung und die gesundheitliche Fürsorge erfährt und lernt man in der Familie.

 

Finanzielle: Die wirtschaftliche Funktion ist insbesondere für Großfamilien eine wichtige Institution. Die (Groß-) Familie garantiert neben materieller Sicherheit auch Schutz und Fürsorge für Kinder ebenso wie für kranke und alte Familienangehörige.
Die „Freizeit- und Erholungsfunktion“ ist eine moderne Variante der Wirtschaftsfunktion.

 

Gesellschaftliche: Die Familie ist sozialer Raum für Wachstum, Entwicklung und Geborgenheit und mit entscheidend für die Entwicklung von Kompetenzen und Handlungspotential der nachfolgenden Generationen. Und damit die Familie diese Rolle gerecht erfüllt, steht die Ehe und die Familie unter besonderem staatlichem Schutz, wie im § 6 des Grundgesetzes zu erkennen ist.

Als Teil des Soziallebens erbringt die politische Funktion der Familie für die Kinder eine legitime Platzierung in der jeweiligen Gesellschaft. In nichtstaatlichen Gesellschaften tritt sie jedoch als einziger politischer Rückhalt durch Verwandtschaft (Sippe, Clan) deutlich hervor.
Die rechtliche Funktion ist verfassungs- und privatrechtlich auch heute noch lebendig. Im privatrechtlichen Bereich hat sie zahlreiche Gestaltungsrechte (so im Unterhalts-, Vormundschafts-, Adoptions- und Erbrecht).

 

Religiöse: Die religiöse Funktion (auch: Wertevermittlung) lässt sich aus der Sozialisationsfunktion ableiten. Das ist in modernen Kleinfamilien unauffällig. Anders in vorstaatlichen Gesellschaften: Da wurde in vielen Bräuchen verdeutlicht, was Kraft des Grundgesetzes im Art. 4 unter Glaubensfreiheit gewährleistet ist.
Die „Erziehungs“-Funktion wird durch ihre Fähigkeit zur Formierung der Fähigkeiten von Heranwachsenden erleichtert; sie bildet ein erstes dichtes soziales Netzwerk bereits für den Säugling und bildet Kinder und Jugendliche auch primär aus.

Wichtig ist hier, dass jeder Mensch seinen eigenen Ausgleich unter diesen Aspekten erreicht. Es darf nicht sein, dass sich manche in einem Konflikt zwischen diesen Funktionen befinden, mit einer Frage: Entweder - oder? Sondern es muss heißen: Sowohl als auch! Hat jeder von uns seinen SPAGAT stabilisiert, dann soll er auch den SPAGAT mit seinem Umfeld und mit der Gesellschaft erreichen. Und so ist der SPAGAT mit dem Partner leicht, trotz der unterschiedlichen Proportionalität der vier Faktoren.

In den modernen Gesellschaften werden viele Aufgaben/Funktionen der Familie (z.B. wirtschaftliche, gesellschaftliche, soziale, rechtliche, politische, religiöse und erzieherische) zum Teil auf andere gesellschaftliche Institutionen (z. B. Vereine, Schulwesen, Sport) übertragen. Deswegen ist unser SPAGAT notwendig:
Einerseits, weil nicht jede Familie diese gesellschaftliche Entwicklung intern mitgemacht hat, so dass sich Teilablehnungen abzeichnen.
Andererseits stammen Mann und Frau aus verschiedenen Familien und manchmal aus verschiedenen Religionen und Kulturkreisen, so dass jeder einen anderen Stand dieser Entwicklung erlebt hat. Ob er dies akzeptiert oder nur begrüßt oder ablehnt - alle Fälle benötigen einen zusätzlichen SPAGAT.

Und so sehen wir, dass die Gründung der Familie mit der Gründung einer neuen Verantwortung verbunden ist. Dass Allah s.t. diese Situation durch Liebe und Barmherzigkeit begleiten lässt, erleichtert die Gefühle des „Last-Tragens“, ein Synonym für Verantwortung. Und so erklärt der Koran uns die Gnade ALLAHS:

 

„Zu Seinem Zeichen gehört auch, dass Er euch Gattinnen aus euch selbst schuf, damit ihr bei ihnen ruht. Und Er hat zwischen euch Zuneigung und Barmherzigkeit gesetzt. Darin sind fürwahr Zeichen für nachdenkliche Leute“. (30:21)

  

Entwicklung der Familientypen:

 

Der Koran spricht die Menschheit an, dass ALLAH uns aus einem Mann (Adam) und einer Frau (Eva) geschaffen hat und uns zu Völkern und Stämmen gemacht hat, damit wir uns gegenseitig kennen lernen.

 

"O ihr Menschen, Wir haben euch von Mann und Weib erschaffen und euch zu Völkern und Stämmen gemacht, dass ihr einander kennen möchtet. Wahrlich, der Angesehenste von euch ist vor Allah der, der unter euch der Gerechteste ist. Siehe, Allah ist Allwissend, Allkundig." (Sure 49:13) 

 

Zum Kennenlernen reicht es nicht aus, allein mit dem Partner zu diskutieren, um die Harmonie und die Kompatibilität festzustellen, sondern idealer Weise sollten beide Familien sich kennenlernen.

 

Spüren wir langsam, wie viele Anstrengungen das Andocken von beiden Personen aus verschiedenen Familientypen und unterschiedlichen Entwicklungsgraden in einer neuen eigenen Familie mit Freude und Glück kostet? Aber es lohnt sich!

 

Liebessprache: 

 

Damit die Familie ihrer Rolle als Ruhe- und Heimstätte gerecht wird, hat ALLAH jedes Ehepaar mit zwei Faktoren ausgerüstet. Der Koran deutet dies so:

 

 

„Zu Seinem Zeichen gehört auch, dass Er euch Gattinnen aus euch selbst schuf, damit ihr bei ihnen ruht. Und Er hat zwischen euch Zuneigung und Barmherzigkeit gesetzt. Darin sind fürwahr Zeichen für nachdenkliche Leute“. ( Sure 30:21).

 

D.h., dass jedes Paar mit einem Startkapital von Liebe und Barmherzigkeit als Gabe ALLAHS ausgerüstet wird.

 

Vergleichen wir die Familie mal mit einem teuren Wagen.

Material und Ausrüstung vom Feinsten. So ein Wagen bewegt sich gar nicht, wenn sein Kraftstoff-Tank leer ist. Und so besteht eine Familie aus zwei wertvollen würdigen Personen. Diese Familie wird sich auch nicht bewegen, wenn der Tank der Liebe leer wäre. Und niemand kann behaupten, er hätte die Liebe selbst produziert.

Es ist ein Geschenk ALLAHS. Dafür sollen wir ALLAH danken.

 

"Und gedenket der Zeit da euer Herr ankündigte: Wenn ihr dankbar seid, so will ich euch fürwahr mehr geben; seid ihr aber undankbar, dann ist Meine Strafe wahrlich streng." (Sure 14:7)

 

Würden die Menschen dieses Gut nicht verwenden oder ALLAH dafür nicht ehren, wird die Liebe verbraucht, und der Tank wird leer sein, und die Familie kann sich nicht bewegen. Für diese Krise sind wir selbst verantwortlich. Mit leerem Tank kann das Auto noch abgeschleppt oder geschoben werden. Das ist die Barmherzigkeit. Aber bitte nur bis zur nächsten Tankstelle und mit vollem Tank weiter fahren. Oder lieber immer den Tank überprüfen und dafür sorgen, niemals das rote Zeichen des Tankmessers zu unterschreiten.

 

Tipp 1: Sei ALLAH immer dankbar, durch deinen  Glauben, Gebete, Fasten … Und Er sorgt für einen umweltfreundlichen Verbrauch einerseits, und andererseits versorgt Er deine Familie und deine Ehe immer mit Liebe, und der Tank wird nie leer.

 

Tipp 2: Liebe ist eine Wunderschöpfung ALLAHS. Sie kann sich selbst vermehren.

Kraftstoff im Auto wird verbraucht, und das Ergebnis ist Bewegung und Abnutzung.

Aber aufpassen! Setze die Liebe in der Ehe richtig ein, und du kassierst dafür Bewegung und einen Zuwachs an Liebe.

 

Heute beschäftigen wir uns mit dem Tipp 2, mit dem richtigen Einsatz der Liebe. Sage ich jemanden in einer für ihn total fremden Sprache, dass ich ihn lieb habe, dann wird er diese Liebe nicht empfangen. Obwohl ich mich um diese Information bemüht habe. Hier spielt die Interaktion zwischen Liebes-Sender und Liebes-Empfänger eine wichtige Rolle. Auch unsere Ehepartner haben es verdient, in ihrer eigenen verständlichen Sprache die Liebe von uns zu empfangen.

 

Studieren wir das Leben des Propheten, Friede und Segen sei auf ihm, dann lernen wir, wie er die Liebe entsprechend den Empfangs-Personen unterschiedlich angeboten oder empfohlen hatte.

1.                  Lob und Anerkennung: Weil wir sehr unterschiedlich sind, ist es sehr einfach, „Verbesserungs-Vorschläge“ zu machen. Wie wir solche Vorschläge empfangen, ist von der Situation abhängig - am meisten als Meckerei. Aber ein Lob und eine Anerkennung tun IMMER gut. Finden wir jeden Tag so leicht Gründe für ein Lob und für eine Anerkennung? Wenn wir nichts finden, dann mindestens die Nachricht: „Ich habe dich lieb“. Oder ab und zu steigern: „Alhamdulillah habe ich dich, ohne dich wäre mein Leben viel einsamer“. Und bitte weiter nach solchen Sätzen suchen. BITTE!

2.                  Geschenke: Wer dein Lob als Liebeserklärung nicht verstanden hat, ist nicht dumm, es ist ihm nur eine fremde Sprache. Probiere die zweite Sprache.

Anlass dafür? Ja, die Liebe selbst. Warte nicht auf Ramadan, Feste, Genesung oder Zeugnisse. Bei Anlässen sind die Geschenke „Pflichten“, und sie werden robotermäßig angenommen.

Aber ohne Anlass ist es umso bedeutender! Und bitte hier unterscheiden zwischen Preis und Wert. Der Preis ist, was der Verkäufer von dir kassiert, damit du das Material besitzen darfst. Darüber sprechen wir nicht, und dafür gibt es keine Beschränkung. Ab 0 Cent. Ja, richtig gelesen: NULL Cent. Vielleicht Frühstück am Sonntag vorbereiten als Überraschung und Geschenk. Vielleicht eine Blume zeichnen und überreichen. Vielleicht die von ihr gekaufte Schokolade neu verpacken und leicht verstecken. Ja, es geht mit NULL Cent. Aber BITTE: probiert es einmal!

3.                  Zweisamkeit: Haben beide Sprachen nicht geholfen, und die Freude war bescheiden? Alhamdulillah! Du näherst dich deinem Ziel. Es geht garantiert jetzt mit NULL Cent. Etwas zusammen tun! Was? Weiß ich nicht! Du sollst es selber wissen, wonach dein Ehepartner sich sehnt. Zusammen kochen vielleicht? Nein! Dann Kaffee trinken auf der Terrasse? Keine Terrasse? Umso besser! Dann neben dem Wohnzimmer-Fenster! Keine Lust? Na und! Dann rausgehen und spazieren gehen. Sag’ bitte nicht, ihr streitet euch immer dabei. Dann Freunde besuchen. Alles langweilig! Dann höre bitte schnell auf, dich zu quälen, das ist nicht deine Liebes-Sprache. Und probiere schnell die vorletzte Sprache!

4.                  Körperliche Nähe: Vielleicht ist deine zweite süße Hälfte so ein romantischer Mensch, der am liebsten allein mit dir vor dem Fernseher kuscheln möchte? Oder du sollst ihm die Haare streicheln oder darin kraulen! Was ist das? Sage ich dir nicht! Bist du lieber Bruder bzw. liebe Schwester schon so weit technisch begabt, dass alles nur mit Bedienungsanleitung funktioniert? Schreib mir eine Mail, und ich schicke dir eine Gebrauchsanweisung. Und bitte nicht vergessen zu erwähnen, ob du die rosa oder hellblauen Hefte brauchst. Wurde deine Nähe nicht verstanden, gut. Es wird bestimmt das nächste Mal klappen.

5.                  Hilfsbereitschaft: Ganz sicher sind wir Menschen hilfsbereit. Aber unter uns - wir sind für alle „schwächeren“ hilfsbereit, aber viel weniger für den Ehepartner. Die Hilfe für Fremde ist ein Zeichen von deren Schwäche. Die Hilfe in der Familie ist ein Zeichen unserer Liebe und unserer Verbundenheit. Sag’ bitte nie, meine süße Hälfte ist stark genug und braucht meine Hilfe nicht, auch wenn es stimmt. Aber sag’ den Satz anders: Meine süße Hälfte braucht den Beweis meiner Liebe und versteht es am intensivsten durch meine Hilfe. Ich mache es für UNS!

 

Jetzt fange mit dir selbst an und sei dabei 100% ehrlich zu dir selbst. Welche Liebessprache verstehst du am intensivsten? Sag bitte nicht: Jede! Es ist nicht wahr. Lies die Liste ohne Inhalt und ordne die Liste für dich! Mir ist nicht wichtig was Nummer 2 oder 5 ist. Nur die Nummer 1! So sollen die Menschen mit dir umgehen, damit DU glücklich wirst. Möchtest du diese Nachricht den Menschen weitergeben, oder sollen die anderen das selbst erforschen? Was bereitet dir mehr Freude?

Und jetzt ist deine zweite Hälfte dran! Ordne diese Liste, wie deine zweite Hälfte sie selbst ordnen würde. Kannst du oder kannst du es nicht? Sei ehrlich! Nach so langer Zeit in der Ehe kannst du so eine Liste nicht 100prozentig ordnen. Dann schäme dich! Und sag’ nicht, du verstehst nicht, warum die Beziehung nicht klappt. Liebestank ist leer! Schade. Bitte schnell erforschen: Benzin, Diesel, Gas, Bio, Super, Normal, Additiv …? Wehe, du tankst falsch! Es hilft nicht! Es verursacht Motorschäden! Sonst braucht die Ehe eine Reparatur! Und die Werkstatt kostet und nervt! Aber es ist notwendig!

 

Harmonie – kein Zufall!

 

Die schöne Verlobungszeit vergeht manchmal wie im Trance. Plötzlich steht man vor der Realität des Lebens und begegnet sich unvorbereitet. Wie wurden die Unstimmigkeiten während der Verlobung gelöst? Ganz einfach! Sie wurden nicht gelöst. Beide Partner übten in dieser schönen Zeit Verzicht und Verzeihen. Leider, leider! Weil die Unstimmigkeiten dann weiter bleiben, aber der Verzicht und das Verzeihen ein Ende haben und das frische Ehepaar versteht einander nicht mehr. Auch ich verstehe beide nicht. Ich verstehe sie nicht, wenn sie sich streiten, obwohl sie beide gerade weiser geworden und die ersten beiden Stufen auf der Leiter der Harmonie hoch gestiegen sind. Bitte weiter ZUSAMMEN steigen:

 

a)                  Stufe der Erkenntnis, dass Unstimmigkeiten zum Leben gehören und nicht zu Problemen führen dürfen.

b)                 Stufe des Verzeihens und der Entschuldigung, denn solange wir uns gegenseitig verzeihen und entschuldigen, werden wir das Leben so schön und friedlich weiter führen können. Die Frage ist nur, ob wir das können. Wann ist MEINE Geduld zu Ende? Wann kann ICH nicht mehr?

c)                  Stufe der Enttäuschungen, weil ich meinen Partner nicht mehr verstehe, als ob er sich geändert hätte. Entweder verstehe ich den Partner nicht, weil er immer noch nicht begreifen kann, dass es so nicht geht. Oder weil mein Partner nicht mehr verzeihen kann und aus jeder Mücke einen Elefanten macht. Leider streiten sich viele Paare in dieser Phase, bevor sie die nächste durchqueren. Ich würde hier ein Schild aufhängen, worauf steht: „BITTE WARTEN“. Schon gewartet mit dem Streit? Schön, aber hart. Es kommt nicht leichter.

d)                 Stufe des Machtkampfes. Natürlich brauchen wir beide jetzt eine Lösung. Familientraditionell gesehen, erwartet jeder hier, dass SEINE Lösung die richtige ist, und dem Partner steht nur eine Chance zu, er soll sich entschuldigen oder mindestens mitmachen. Beide klugen Partner denken das Gleiche und das Gleiche zu denken ist nicht immer eine Lösung, sondern führt manchmal zu einem Machtkampf. Jeder rüstet sich aus mit Argumenten, wie er den anderen mit seiner Lösung überzeugen kann. Hurra! Es wird gearbeitet in der Beziehung. Die Taktik ist da! Ich lerne zum ersten Mal einen GEGNER kennen! Und hoppla! Ich habe etwas entdeckt, fast wie ein Detektiv!

e)                  Ich entdecke eine Nähe zum Gegner. Er ist kein GEGNER, aber der Partner. Bei der Recherche nach den Unterschieden habe ich sehr viele Gemeinsamkeiten entdeckt. Sie waren bis gestern für mich SELBSTVERSTÄNDLICHKEITEN. Jetzt verstehe ich: das stimmt nicht, das ist doch der Erfolg unserer Beziehung, unserer Liebe und vor allem der Gnade ALLAHS. Wir haben viele gemeinsame Prinzipien, die uns verbinden. Und wir haben Unterschiede, die wir akzeptieren und als Bereicherung betrachten. Wow! Bitte die Liste der Werte weiter erforschen, es gibt noch etwas zu finden für die letzte Phase.

f)                  Ja, schon gefunden! Es sind noch Unterschiede, die wir beim Anderen ändern möchten, aber doch dulden können. Am Schluss der Liste stehen die Unterschiede, die jeder kennt, und er möchte sie ändern. Dafür braucht man Zeit und Unterstützung, und vor allem FRIEDEN und RESPEKT! Dafür sorgen beide Partner miteinander. JETZT ist die HARMONIE wieder da! Aber diesmal eine ECHTE, keine gespielte!

 

Mit dieser Harmonie treten beide Partner eine gemeinsame Reise ein. Nicht die Flitterwochen, sondern ein Leben des REIFEPROZESSES!

Haben wir gemerkt, wie unterschiedlich wir Menschen sind?

1.                  Stufenlose Begrifflichkeiten der Faktoren der Ehe und der Familie

2.                  5 Entwicklungstypen

3.                  5 Liebessprachen

4.                  6 Harmoniestufen

 

Multiplizieren wir das alles! Die Zahl ist unbegrenzt. Und wir haben noch nicht die anderen Faktoren behandelt. Habe ich nicht gesagt, dass jeder von uns EINMALIG ist wie seine Fingerabdrücke oder genetischen Unterschiede? Dann freuen wir uns: Jeder von den Ehepartnern ist in sich einmalig und für den Partner einmalig - und nicht vergessen, der Partner für ihn ist auch einmalig. HURRA!

Dieser Prozess braucht Zeit, Liebe, gemeinsame Ziele, Verantwortung und Bereicherung und vor allem richtig ausgewählte Partner.

Auch ich brauche  ein bisschen Zeit, um meinem SPAGAT zu erreichen.

Bis zum nächsten Mal.

 

Und noch mal, bevor ich es vergesse: so ein Thema lebt von den Erfahrungen und den Beiträgen allen Beteiligten. Bitte meldet euch mit euren Ideen, Ratschlägen, Anregungen, Kritiken, Kommentaren, Verbesserungsvorschlägen … usw.

Darauf freue ich mich jetzt schon im Voraus.

 

Wassalam

Euer

Ahmad Al-Khalifa

spagat@igd-online.de

 

 

 

Auszug aus dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland

Die Grundrechte

Artikel 1

(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.

(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.

(3) Die nachfolgenden Grundrechte binden Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und Rechtsprechung als unmittelbar geltendes Recht.

Artikel 2

(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

(2) Jeder hat das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. In diese Rechte darf nur auf Grund eines Gesetzes eingegriffen werden.

Artikel 3

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.

(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.

(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

Artikel 4

(1) Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich.

(2) Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.

(3) Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden. Das Nähere regelt ein Bundesgesetz.

Artikel 5

(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten. Die Pressefreiheit und die Freiheit der Berichterstattung durch Rundfunk und Film werden gewährleistet. Eine Zensur findet nicht statt.

(2) Diese Rechte finden ihre Schranken in den Vorschriften der allgemeinen Gesetze, den gesetzlichen Bestimmungen zum Schutze der Jugend und in dem Recht der persönlichen Ehre.

(3) Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei. Die Freiheit der Lehre entbindet nicht von der Treue zur Verfassung.

Artikel 6

(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

(2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

(3) Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen.

(4) Jede Mutter hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge der Gemeinschaft.

(5) Den unehelichen Kindern sind durch die Gesetzgebung die gleichen Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft zu schaffen wie den ehelichen Kindern.

 

erschienen am 30.5.2009

 

 

 

ZurückWeiter
Top
Islamische Gemeinschaft in Deutschland | info@igd-online.de