
Stellungnahme zum Monat „Schawwal“ vom Rat der Imame und Gelehrten in Deutschland e.V.
Alles Lob gebührt Allah, Frieden und Segen seien auf dem Propheten,
Der Rat hat basierend auf sehr genaue astronomische Informationen und Angaben beschlossen, dass der Monat „Schawwal“ am Sonntag, den 20.09.09 beginnt.
1. Die präzisen astronomischen Berechnungen haben bestätigt, dass die Mondsichel für den Monat „Schawwal“ am Fr, den 18.9.um 21:44 nach der lokalen Mekka Zeit (18.44 UT-Universaltime) entsteht.
2. Entsprechend den Bedingungen, die die Astronomen aufgestellt haben, die vom „European Council for Fatwa and Research“ ECFR bestätigt wurden sowie von der „türkischen Verwaltung für religiöse Angelegenheiten“, ist die Sichtung der Mondsichel am Freitag Abend nirgendwo auf der Welt möglich, allerdings ist es möglich am Samstag in allen südamerikanischen Staaten und im südlichen Teil der USA sowie im großen Raum von Mittel- und Süd- Afrika und in Australien. Die Sichtung ist in vielen arabischen Ländern bzw. in Asien nicht möglich. Daher ist Samstag, der 19.09.09 der letzte Tag von Ramadan und Sonntag, der 20.09.09 der erste „Schawwal“ Tag.
3. Der Rat bezieht sich bei dieser Stellungnahme auf seinen Beschluss vom 25.05.09 sowie auf weitere Beschlüsse: wie vom European Council for Fatwa and Research ECFR, Zentralrat der Muslime ZMD, Deutscher islamwissenschaftlicher Ausschuss der Neumonde DIWAN sowie vom internationalen Fiqh-Rat in seinem Beschluss Nr. 18 bei der dritten Konferenz vom Jahr 1986.
4. Der Rat betrachtet die Einigung –der Institutionen, die in Deutschland sowie in Europa aktiv sind - um den Monatsbeginn basierend auf diese Methodik als richtiger, legitimer und notwendiger Schritt, um die angestrebte Einheit der Muslime in Deutschland zu erreichen. Ebenso wäre dies eine Möglichkeit, den Islam besser darzustellen. Der Rat gratuliert allen Muslimen im gesamten Globus und insbesondere in Deutschland zum Ramadanfest und wünscht Ihnen ein friedliches, fröhliches und gesegnetes Fest.
RIGD-Vorsitzender
Dr. Khalid Hanafy
Stellungnahme zum Ramadanbeginn vom Rat der Imame und Gelehrten in Deutschland RIGD e.V.
Der Rat der Imame und Gelehrten gratuliert allen Muslimen im gesamten Globus und insbesondere in Deutschland zum Ramadan 1430. Der Rat hat basierend auf genauere astronomische Angaben und Informationen entschieden, dass der Monat Ramadan dieses Jahr am Freitag, den 21.08.09 beginnt.
1. Die präzisen astronomischen Berechnungen haben bestätigt, dass der Mondsichel für Ramadan 1430 am Donnerstag, den 20.08.09 um 10:02:35 nach der internationalen Zeitrechnung GMT entsteht.
2. Entsprechend den Bedingungen, die die Astronomen aufgestellt haben, die vom „European Council for Fatwa and Reasearch“ ECFR bestätigt wurden sowie von der „türkischen Verwaltung für religiöse Angelegenheiten“, ist die Sichtung der Mondsichel im großen Raum des westlichen Lateinamerikas wie Santiago und Lima möglich. Aus diesem Grund wäre der erste Tag vom Ramadan Freitag, der 21.08.09
3. Der Rat bezieht sich bei dieser Stellungnahme auf die Entscheidung vom 25.05.09 sowie auf weitere Entscheidungen wie vom „European Council for Fatwa and Reasearch“, „Zentralralrat der Muslime“, sowie weitere Organisationen.
4. Die Einheit ist eine der wichtigsten Kriterien der islamischen Gemeinschaft, die Koran und Sunna vorschreiben. Die Einigung um den Ramadan-Beginn sowie des Fastenbrechens basierend auf diese Methodik[1] in Europa ist ein richtiger, legitimer und notwendiger Schritt, um diese Einheit zu verwirklichen. Der Rat der Imame und Gelehrten appelliert an alle Muslime, diese Stellungnahme zu akzeptieren und als verbindlich zu betrachten.
Möge Allah uns diesen Monat im Glauben und in Frieden erleben lassen und unsere Einheit festigen. Alles Gute zum Ramadan
RIGD-Vorsitzender
Dr. Khalid Hanafy
[1] Ittihad Al-Mattallii: Wird an einem Ort der Erde der Mond gesichtet bzw.ist astronomisch die Sichtung möglich, so gilt dies für alle Länder der Welt gemäß der Aussage der Propehten-Friede und Segen auf ihm: "Fastet wenn ihr den Mondsichel seht und beendet euer Fasten, wenn ihr die neue Sichel seht."
Andernfalls würde man nach Ikhtilaf Al-Mattallii gehen, in denen jedes Land für sich den Mond-Sichel sichten muss.
Mondsichel am 1. Ramadan weltweit:

DIWAN– Deutscher Islamischer Wissenschaftlicher Ausschuss zur Bestimmung des Neumondes
ECFR- European Council for Fatwa and Research
ZMD -Zentralrat der Muslime in Deutschland
Die Bestimmung der Monats Ramadan 2009 n.Chr. bzw. 1430 n. Higra
1. Die präzisen astronomischen Berechnungen haben bestätigt, dass der Mondsichel für Ramadan 1430 am Donnerstag, den 20.08.09 um 10:01:22 nach der internationalen Zeitrechnung UT entsteht.
2. Entsprechend den untenstehenden Bedingungen, die die Astronomen aufgestellt haben, die vom „European Council for Fatwa and Reasearch“ ECFR bestätigt wurden ist die Sichtung der Mondsichel im großen Raum des westlichen Lateinamerikas wie Santiago und Lima möglich. Aus diesem Grund wäre der erste Tag vom Ramadan Freitag, der 21.08.09
3. Aufbauend auf den Grundsatz der Ittihad Al-Mattallii und nach dem Grundsatz der Propheten: „Fastet, wenn ihr die Mondsichel seht und beendet euer fasten, wenn ihr die neue Sichel seht.“
wird der erste Tag im Ramadan Fr, der 21.8.2009 sein.
Wir nehmen dies zum Anlass, den Muslimen zu gratulieren und ihnen einen segensreichen und erfolgreichen Ramadan zu wünschen.
DIWAN-Vorsitzender
Dr. Muhammad Hawari
Diwan ist ein deutscher islamischer wissenschaftlicher Ausschuss zur Bestimmung des Neumondes. Er wurde ins Leben gerufen, um eine verbindliche Aussage für alle Muslime in Deutschland über den Beginn und das Ende des Fastenmonats Ramadan machen zu können. Das Komitee beschäftigt sich mit der islamischen Zeitrechnung und bestimmt die Feiertage und den Mondkalender (Anfang und Ende der einzelnen Monate). Sie bestimmen auch mit wissenschaftlichen Erkenntnissen die hiesigen Gebetszeiten (Europaweit). Der Diwan hat ausschließlich eine beratende Funktion, ein wissenschaftlich religiöser Apparat, der zum Zentralrat der Muslime gehört. Er arbeitet in diesem Themenbereich Hand in Hand mit dem europäischen Rat für Fatwa und Islamische Studien ECFR.
17. Tagung des Europäischen Councils für Fatwa und Research ECFR
Sarajevo – Bosnien-Herzegowina 15. - 19. Mai 2007
„Festlegung der Anfänge der Mondmonate“
1. Die Astronomie ist eine der zeitgenössischen Wissenschaften, die ein hohes Maß an Genauigkeit erlangte in Bezug auf die Berechnung der Laufbahnen der Planeten - insbesondere der Erde und des Mondes - sowie in Bezug auf Erkennung ihrer Positionen zu einander und zu den anderen Himmelskörpern zu jedem Zeitpunkt und mit einer absoluten Präzision, die jeden Zweifel ausschließen lässt.
2. Die Konjunktion bezeichnet das lineare Treffen von Sonne, Erde und Mond und ist ein astronomisches Ereignis, das Jahre im Voraus mit absoluter Genauigkeit berechnet werden kann. Die Konjunktion signalisiert astronomisch das Ende des vorigen und den Anfang des neuen Mondmonats und kann zu unterschiedlichen Zeiten tags oder nachts erfolgen.
3. Nach der Scharia-Definition gilt der Anfang des Mondmonats bei Erfüllung folgender Voraussetzungen:
a) Erfolgte Konjunktion
b) Wenn der Monduntergang später erfolgt als der Sonnenuntergang. Der notwendige Zeitunterschied zwischen beiden Untergängen kann nach Aussage maßgebender Gelehrter auch nur einen Augenblick betragen. Diese Meinung wird durch die astronomischen wissenschaftlichen Beobachtungen bekräftigt.
c) Als Maßstab gelten die Daten und Zeiten von Mekka.
4. Die Europäischen Länder sollten diese Regeln für Anfänge der Mondmonate – insbesondere Ramadan und Schawwal – befolgen. Die Muslime in Europa sollten demnach die Anfangsdaten dieser Monate im Voraus festlegen. Dies erleichtert die Erfüllung der gottesdienstlichen Pflichten und die damit zusammenhängenden Feste und Anlässe, und regelt die Verhältnisse der Muslime zu den Gesellschaften, in denen sie leben.
5. Der Rat empfiehlt seinen Mitgliedern, den Vorbetern in den Moscheen und den Scharia-Gelehrten in den islamischen und nichtislamischen Gesellschaften die Kultur des Respekts für die absolute Korrektheit der astronomischen Berechnungen zu vertiefen und die Akzeptanz für ihre Aussage zu gewährleisten, wenn diese eine noch nicht erfolgte Konjunktion belegen, so dass keine Ausschauhaltung stattfinden und keine Sichtungsbehauptung befolgt werden darf.
6. Ausgehend aus diesem Beschluss wird der Europäische Rat für Fatwa und islamische Studien – so Allah will – einen Jahreskalender mit den Anfängen der Mondmonate erstellen.
Grußwort der evangelischen Landeskirchen
und der katholischen (Erz-)Bistümer in Nordrhein-Westfalen zum Ramadan 2009
Sehr geehrte Verantwortliche in den muslimischen Gemeinschaften,
Liebe muslimische Gläubige,zum Fastenmonat Ramadan und zum bevorstehenden Fest des Fastenbrechens übermitteln wir Ihnen unsere herzlichen Grüße. Wir wünschen Ihnen auch im Namen der evangelischen und katholischen Christen in unseren Landeskirchen und (Erz-)Bistümern eine segensreiche Zeit, in der Sie durch Fasten, Beten und Feiern den Glauben an den einen Gott und die Gemeinschaft untereinander vertiefen können.
Gleichzeitig danken wir Ihnen für die in diesen Tagen vielfach geübte Gastfreundschaft,
die bei den zahlreichen Einladungen zum gemeinsamen Fastenbrechen zum Ausdruck
kommt. Wir hoffen, dass durch diese Begegnungen die guten Kontakte zwischen Christen
und Muslimen in den Städten und Gemeinden unseres Bundeslandes Nordrhein-Westfalen
vertieft und ausgebaut werden.
Mit Sorge haben wir in den vergangenen Monaten wahrgenommen, dass eine kleine
rechtspopulistische Gruppierung mit dem Namen „Pro NRW“ versucht hat, politischen
Einfluss zu gewinnen. Diese Gruppierung schürt gezielt Vorurteile gegen den Islam,
macht pauschal die Ausländer für die sozialen Probleme in Städten und Stadtteilen verantwortlich
und versucht, sowohl die Integrationspolitik wie auch das kirchliche Engagement
für einen Dialog der Religionen als falsch und gefährlich darzustellen.
Die Positionen dieser Gruppierung sind mit dem christlichen Glauben nicht vereinbar. Die
evangelische und die katholische Kirche haben sich in der Vergangenheit immer wieder
zu einem respektvollen Umgang mit Fremden und einer gleichberechtigten Beheimatung
von Muslimen in unserer Gesellschaft bekannt. Dazu gehört auch das Recht, würdige Moscheen
zu errichten, und – sofern die in der Verfassung benannten Voraussetzungen erfüllt
sind – die Einführung eines islamischen Religionsunterrichtes als ordentliches Lehrfach
in deutscher Sprache.
Durch Aktionen wie die jährliche „Interkulturelle Woche“ oder das Projekt „Weißt du, wer
ich bin?“ engagieren wir uns für ein friedliches Zusammenleben von Einheimischen und
Zugewanderten, von Christen und Muslimen. Wir sind dankbar für die vielen lokalen Projekte,
in denen sich christliche Gemeinden und Moscheevereine gemeinsam für Verständigung
und Dialog einsetzen und Verantwortung für den Stadtteil übernehmen. Der gemeinsame
Einsatz für ein gelingendes Zusammenleben ist das beste Mittel im Kampf gegen
Extremismus. Daher ermutigen wir Sie, die muslimischen Verantwortlichen, ebenso
wie unsere Pfarrerinnen und Pfarrer sowie die Mitglieder der Presbyterien und Pfarrgemeinderäte, dort, wo dies noch nicht geschehen ist, den Kontakt zu suchen und für den
gegenseitigen Abbau von Vorurteilen einzutreten.
Wie wichtig es ist, dass Gläubige unterschiedlicher Religionen friedlich zusammen leben
und vor Diskriminierung und gewaltsamen Übergriffen geschützt werden, ist uns in den
letzten Monaten mit Blick auf unsere christlichen Schwestern und Brüder im Irak deutlich
geworden. Wir sind sehr froh, dass sich Deutschland bereit erklärt hat, im Rahmen eines
auf europäischer Ebene abgestimmten Verfahrens besonders schutzbedürftige Flüchtlinge
aus dem Irak aufzunehmen. Unter ihnen sind viele Christen, die in ihrer Heimat aus religiösen
Gründen verfolgt wurden.
Das Schicksal dieser Menschen mahnt uns, nicht nachzulassen im weltweiten Einsatz für
Frieden und Gerechtigkeit sowie die Rechte religiöser Minderheiten. In diesem Zusammenhang
sind wir Ihnen dankbar, wenn Sie als Teil der weltweiten Glaubensgemeinschaft
der Muslime Ihre Möglichkeiten nutzen und für die Rechte der Christen in mehrheitlich
islamischen Ländern eintreten. Viele Kontakte zwischen Repräsentanten des Christentums
und des Islam auf internationaler Ebene geben Anlass zu der Hoffnung, dass wir
unsere Religionen mehr und mehr als Inspiration und Kraftquelle entdecken, die uns zum
Engagement für das Wohl aller Menschen drängen.
In diesem Sinne sprechen wir Ihnen unsere besten Wünsche aus und erbitten für Sie und
Ihre Gemeinden, für unser Land und die Welt den Frieden Gottes.
Erzbischof Hans-Josef Becker
Erzbistum Paderborn
Präses Dr. h.c. Alfred Buß
Evangelische Kirche von Westfalen
Landessuperintendent Dr. Martin Dutzmann
Lippische Landeskirche
Bischof Dr. Felix Genn
Bistum Münster
Erzbischof Joachim Kardinal Meisner
Erzbistum Köln
Bischof Dr. Heinrich Mussinghoff
Bistum Aachen
Präses Nikolaus Schneider
Evangelische Kirche im Rheinland
Diözesanadministrator Weihbischof Franz Vorrath
Bistum Essen
Prof.Tariq Ramadan mit kleinen Erinnerungen zum heiligen Monat:

http://www.tariqramadan.com/spip.php?lang=en
Das Fasten: Sinn & Philosophie
Alles Lob gebührt Allah, wir loben ihn, rufen ihn um Hilfe, bitten ihn um Vergebung, und nehmen unsere Zuflucht bei ihm vor unserem eigenen Übel und vor unseren schlechten Taten.
Wen Allah rechtleitet, der kann nicht von einem anderen irregeführt werden, und wen Allah irreführt, der kann nicht von einem anderen rechtgeleitet werden. Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt, dem Alleinigen, der keinen Partner hat. Und ich bezeuge, dass Mohammed sein Diener und Gesandter ist.
Liebe Brüder und Schwester,
Unser Thema heute ist: „Der Sinn und die Philosophie des Fastens“
Morgen werden wir die Sichel des entstehenden Mondes sichten, um dann am Sonntag bzw. am Montag zu fasten und um von dieser Saison des Segens der Güte und der Rettung vom Höllenfeuer zu profitieren.
Der Prophet- Friede auf ihn- sagte:
„Wer im Ramadan in festem Glaube und in der Hoffnung auf Belohnung fastet, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben“
Der Prophet- Friede auf ihn- sagte:
„Wer im Ramadan nachts im Gebet steht, dem werden seine Sünden vergeben“
Und in diesem Monat gibt es eine Nacht, die besser als 1000 Monate ist. Man kann von diesem Monat soviel profitieren, dass der Muslim diese Gelegenheit ausnutzen sollte. Wir sollen uns auf diesen Monat vorbereiten, indem wir Reue zeigen und uns versöhnen und vergeben. Und indem wir uns entschließen in diesem Monat auf die beste Art und Weise zu fasten, die Gebete zu verrichten, uns mit dem Rezitieren und Studieren des Korans zu beschäftigen, Spenden geben, Bittgebete sprechen und Almosen entrichten.
Das Fasten im Islam hat eine Philosophie und einen Sinn:
1. Das Bewusstsein, dass Allah einen sieht, zu stärken und die reine Absicht zu trainieren.
Alle Gottesdienstliche Handlungen werden öffentlich vollzogen, das Gebet wird öffentlich in der Gemeinschaft verrichtet, die Pilgerfahrt genauso. Aber das Fasten ist eine individuelle und direkte Angelegenheit zwischen dem Einzelnen und dem Schöpfer.
Allah, der Erhabene, sagt im heiligen Hadith (überliefert über den Propheten):
„Alle Taten von Adams Sohn sind für ihn außer das Fasten ist für Mich und Ich belohne es“
2. Die Selbstbeherrschung und den Willen stärken:
Fasten schärft das Gewissen und vergrößert die Widerstandskraft. Wir Menschen haben zwei der stärksten Triebe, eine des Hungers und die andere des sexuellen Verlangens. Der Muslim verzichtet auf diese Triebe, während er fastet, und so stärkt er seinen Willen, um alle weiteren Gebote und Verbote einhalten zu können. Als ob Allah, der Erhabene, zu den Fastenden sagt:
„Du hast sogar auf erlaubte Dinge verzichtet, so könntest du auch auf alle verbotenen Dinge verzichten.“
Und hier sagen wir zum Raucher, der im Ramadan bereit ist, auf das Erlaubte zu verzichten, höre mit dem Rauchen auf!
Derjenige(n), der/die seine/ihre Scham nicht bewahrt und zu demjenigen, der sich vom Verbotenen ernährt:
Warum dieser Widerspruch?
Du gehorchst Allah und enthältst dich von Erlaubten, während du fastest, warum kannst du dich von den verbotenen Dingen nicht enthalten?
3. Mitgefühl gegenüber den Armen und den Bedürftigen:
Enthält man sich des Essens und des Trinkens, so erfährt der Mensch, was es bedeutet Hunger und Durst zu haben. Etwas, woran leider immer noch Millionen von Menschen leiden.
Wir fühlen zumindest für einen kurzen Moment, was die Armen täglich erleiden müssen. Und genau dieses Gefühl bringt den Fastenden dazu, mit den Bedürftigen barmherzig zu sein und sie zu unterstützen. Und so spendet man großzügig, von Allahs Gaben.
4. Zeit schätzen lernen:
Wenn man eine Minute vor dem Sonnenuntergang das Fasten bricht, dann ist der ganze Tag ungültig. Genauso, wenn man eine Minute nach der Morgendämmerung das Fasten bricht, dann ist das Fasten an dem Tag auch nicht mehr gültig. Das bedeutet, dass der Islam die Zeit sehr schätzt.
Wenn der Fastende seine Zeit in Sachen vergeudet, die keinen Nutzen bringen, dann hat er den Sinn des Fastens nicht verstanden.
5. Der Sinn der Einheit und der Solidarität:
Die Muslime sollten zusammen anfangen zu fasten und am Tag des Ramadanfestes zusammen feiern. Das stärkt die Einheit und die Solidarität. Bei der Besichtigung der Mondsichel folgen wir ein wissenschaftliches und islamisches Rechtsgutachten des Landes, in dem wir uns aufhalten.
Die lokale Einheit hat vor der globalen Einheit Vorrang, falls diese letzte nicht möglich ist. Wenn die Muslime fasten und abends gemeinsam essen, dann aber Taten begehen, die ihre Gemeinschaft spalten, dann haben sie den Sinn des Fastens nicht wirklich verstanden.
6. Die gesundheitliche Vorteile:
Der Prophet- Frieden und Segen auf ihn- sagte:
„Fastet und werdet bzw. bleibt gesund“.
Es hat sich aus wissenschaftlichen Studien ergeben, dass mit Hilfe von Fasten einige Krankheiten geheilt werden können. Letztes Jahr kam eine Studie über den Nutzen des Fastens heraus, insbesondere bei der Heilung der Körpergelenke und des Übergewichts.
Wir sollten in Ramadan mit unseren Familien und Kindern die Moscheen besuchen und von den interessanten Vorträgen profitieren. Dabei können wir die Gemeinschaft und Brüderlichkeit genießen. Möge Allah uns den Ramadan erleben lassen und unsere Tage und Nächte segnen.
Ich sage diese Worte und bitte Allah, mir und euch zu verzeihen!
Wa salam alaikum
Khaled Hanafi
Die Fastenzeit: Ramadan
Der nächste Ramadan steht vor der Tür. Am Freitag, den 21.8.2009 ist es wieder soweit. Millionen von Muslimen werden in Deutschland von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang fasten. Hier einige Fragen und Antworten dazu:
1.Warum fasten Muslime?
Laut dieser Aussage im Koran, dem heiligen Buch der Muslime, soll das Fasten um Gottes (Allahs) Willen geschehen d.h. es soll dadurch die Zufriedenheit Gottes erlangt werden.
Fasten im Islam ist eine Form des Gottesdiensts. Das Fasten im Monat Ramadan gehört zu den so genannten fünf Säulen des Islam, also zu den Hauptpflichten, die ein Muslim als Gottesdienst durchführt. Die anderen Säulen sind das Bezeugen der Einheit Gottes und seines Propheten Muhammads, Friede auf ihm, das täglich fünfmalige Gebet, die Wallfahrt nach Mekka und das Entrichten der Zakat.
Das Fasten wird den Gläubigen in dem folgenden Koranvers vorgeschrieben:
”Ihr, die ihr glaubt, euch ist das Fasten vorgeschrieben wie es denen vorgeschrieben war, die vor euch waren, damit ihr vielleicht gottesfürchtig werdet.” (2:183).
2. Wie wird im Islam gefastet?
Das Fasten im Islam heißt, dass der Muslim bzw. die Muslima von Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang nichts isst, nichts trinkt, allgemein also keine Nahrung zu sich nimmt und sich des Beischlafs mit dem Ehepartner enthält. Das ist das”äußere” Fasten. Das Fasten hat aber auch eine”innere” Dimension. Der Muslim soll demnach im Ramadan noch mehr als sonst darauf achten sich gänzlich von Sünde freizuhalten d.h. nichts Verwerfliches bewusst anschauen, nichts Schlechtes reden, auf nichts Böses hören und nichts Verabscheuungswürdiges tun. Denn Fasten heißt erkennen, dass man in Wahrheit einzig und allein von Gott abhängig ist. Zugleich soll sich der Fastende darüber klar werden, dass er sich von vermeintlicher Abhängigkeit von anderem lossagen kann und muss. Er ist ein Pilger, der sich mit seinem Fasten zu seinem Schöpfer aufgemacht hat und alles, woran er gewöhnt ist aber nicht unbedingt benötigt, hinter sich zurücklässt. Zudem beschäftigt sich der Muslim wenn er fastet intensiver mit den restlichen Gottesdiensten wie z.B. den Gebeten oder dem Lesen des Korans.
3. Welchen Nutzen ziehen Muslime vom Fasten?
Das Fasten ist eine direkte Angelegenheit zwischen dem Einzelnen und seinem Schöpfer, also ein Gottesdienst, der frei von Heuchelei sein muss. Die Seele des Fastenden wird gereinigt und geläutert und seine Beziehung zu Gott und seinen Mitmenschen wird gefestigt. Ohne dies bleibt das Fasten bedeutungslos und leer. So ist ein großer Nutzen des Monats Ramadan mehr Barmherzigkeit gegenüber Armen und Bedürftigen und darüber hinaus das Erlangen einer gewissen Selbstbeherrschung und Konzentration auf das Wesentliche. Fasten schärft das Gewissen und vergrößert die Widerstandskraft. Wer fastet denkt mehr an Gott, übt sich in wohltätiger Nächstenliebe, schmeckt die Süße der Ergebung in Gottes Willen, die Liebe Gottes und Gottesfurcht. Die Muslime genießen auch das besondere Miteinander in der Familie und unter Freunden im Fastenmonat. Vielleicht ist der größte praktische Nutzen der einmonatigen geistigen und körperlichen Übung der, dass die Selbstbeherrschung und die Absage an bestimmte Dinge auch andere Aspekte des Lebens eines Muslims permanent zu durchdringen vermag. Dies wird möglich, weil dem Muslim im Ramadan eine Möglichkeit geboten wird eine innere Abrechnung durchzuführen und er somit neue Vorsätze für die nächste Zeit vornehmen kann.
4. Wer ist zum Fasten verpflichtet?
Die Fastenvorschrift im Monat Ramadan gilt für jeden geistig zurechnungsfähigen Muslim, Mann oder Frau, der die Pubertät erreicht. Die Pubertät kennzeichnet die Mündigkeit im Islam. Kinder, die die Pubertät nicht erreicht haben, werden ermutigt so viele Tage zu fasten wie sie können. So können sie sich nach und nach mit zunehmendem Alter an dieses Gebot gewöhnen.
5. Gibt es Personen, die vom Fasten ausgenommen sind?
Nur wer das Fasten, so wie es im Islam vorgeschrieben ist, ohne gesundheitlichen Schaden durchführen können, ist zu diesem Gebot verpflichtet. Deshalb sind Kranke, Altersschwache, Schwangere, stillende Mütter, Frauen in der Menstruation und ähnliche Personengruppen von dieser Pflicht ausgenommen. Personen, deren gesundheitliche Situation sich voraussichtlich nicht bessern wird wie z.B. chronisch Kranke oder Altersschwache, sollen für jeden im Ramadan versäumten Fastentag einen Bedürftigen speisen (die sog. Fidya). Andere, die unter die Ausnahmeregelung fallen und deren Situation sich bessern wird wie z.B. Schwangere, stillende Mütter etc. holen die versäumten Fastentage zu einem späteren Zeitpunkt nach.
6. Wann beginnt die Fastenzeit?
Der Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender. Im Gegensatz zur üblichen Praxis der Verwendung des Sonnenkalenders, benutzen die Muslime einen reinen Mondkalender. So verschiebt sich der Monat Ramadan 10 oder 11 Tage pro Jahr nach vorne und durchschreitet allmählich alle Jahreszeiten. Ein Muslim wird deswegen Fastentage im Laufe seines Lebens sowohl im Winter mit kürzeren Tagen, als auch Fastentage im Sommer, an denen die Tage lang sind und das Fasten schwieriger wird erleben.
Wäre eine bestimmte feste Jahreszeit für das Fasten festgelegt, würde das für manche der Anhänger des Islam in verschiedenen Erdteilen, einen dauernden Vorteil, für andere wiederum eine ständige Benachteiligung bedeuten.
7. Was ist die Wortbedeutung von Ramadan?
Ramadan ist Arabisch und wird von der Wurzel ramida oder arramad abgeleitet, was”brennende Hitze und Trockenheit”, speziell des Bodens bedeutet. Aus der gleichen Wurzel kommt ramdaa - sonnengebrannter Sand. Dies deutet auf das Hitzegefühl im Magen hin, das vom Durst erzeugt wird. Manche erklären auch das damit, dass der Ramadan die Sünden ausbrennt wie die Hitze den Boden. Im Ramadan sind Herz und Seele für die Anbetung und das Gedenken an Gott empfänglicher, so wie Sand und Steine für die Hitze der Sonne. So hilft der Ramadan dem Gläubigen sich neu zu formen und seine physischen und geistigen Veranlagungen und Verhalten zu erneuern.
8. Wie wirkt sich das Fasten auf den Fastenden aus?
Das ist unterschiedlich. Es gibt viele Muslime, die durch das Fasten zu einer inneren Einkehr und zur Ruhe kommen, die sie vielleicht durch das ganze Jahr über vermissen. Oft fühlt der Fastende auch, dass sein Körper in diesem Monat eine Art Regeneration erfährt. Einige wiederum müssen sich in Geduld üben, weil sie das Fasten, emotional und körperlich stärker belastet als andere.
Jeder empfindet das Fasten also ein wenig anders. Was allen fastenden Muslimen gemeinsam ist, ist die Tatsache, dass sie diesen Akt als Gottesdienst betrachten und die Vergeltung dafür bei ihrem Schöpfer im Jenseits erhoffen.
9. Ist es nicht ungesund beim Fasten auch nichts trinken?
Wenn die Voraussetzung für das Fasten erfüllt ist, nämlich die körperliche Fitness, ruft die fehlende Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme vom Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auch keine gesundheitlichen Schäden für den Fastenden hervor. Zudem bewirkt der Verzicht auf Nahrung, dass man weniger Durst verspürt.
10. Ist es sinnvoll, den ganzen Tag nichts zu essen und das alles abends wieder durch üppiges Essen nachzuholen?
Nein, sicher nicht. Deshalb hat der Prophet Muhammad (s) auch geraten leichte Mahlzeiten zu sich zu nehmen. Und er erließ eine allgemeine Regel, die auch außerhalb des Ramadans Gültigkeit besitzt: Nämlich, dass der Muslim seinen Magen mit einem Drittel Essen, einem Drittel Flüssigkeit füllen, aber das letzte Drittel leer lassen sollte.
11. Fasten die Muslime um abzunehmen?
Die Absicht beim Fasten ist das Wohlgefallen Gottes. Es wird empfohlen keine schwere Kost zu sich zu nehmen. Es ist aber auch erlaubt die eigens zubereiteten Köstlichkeiten zu genießen. Deshalb gibt es sowohl Muslime, die in diesem Monat abnehmen, als auch manche die an Gewicht zunehmen.
12. Ist es nicht schwer hierzulande zu fasten?
Das Fasten hier ist unter einigen Aspekten leichter als das Fasten in klimatisch extremeren Breitengraden. Im Winter werden die zu fastenden Tage kürzer sein als die Tage im Sommer oder im Frühling. In den muslimischen Ländern fasten die meisten Menschen, so dass das Fastenbrechen kaum in die Arbeitszeit fällt und tagsüber nichts zu essen oder zu trinken angeboten wird. Viele Muslime in unserem Land hätten gerne Arbeitszeiten, die ihnen erlauben, das Fastenbrechen gemeinsam mit der Familie vorzunehmen.
Weitere Fragen können im Forum gestellt werden. Wir werden sie schnellstmöglich beantworten.