„Ahlan wa sahlan, ya schahrullah“- so begrüßten wir am 18. Dezember.2009 das islamische neue Jahr 1431 mit dem heiligen Monat Muharram. Dieser Monat bietet uns Muslimen neue Chancen. Er bietet uns die Chance Allah näher zu kommen, hilfsbereit zu unseren Mitmenschen zu sein, uns vor neue Herausforderungen zu stellen, unsere Herzen zu reinigen.
Nicht umsonst wird der Muharram auch „Monat Allahs“ genannt, denn er war in der islamischen Geschichte ein Wendepunkt. Es war das Anfangsdatum der islamischen Zeitrechnung; auf dieses Datum folgte eine gesellschaftliche Umwälzung, ein Neuanfang für die bis dahin unterdrückten Muslime. Unser geliebter Prophet Muhammad (sas) wanderte damals von Mekka nach Madinah aus, um dort eine neue Existenz zu gründen, die auf Frieden und Ehrlichkeit beruhen sollte. Erinnern wir uns an die Prüfungen, an die schwere Zeit, die Muhammad (sas) damals mit seinen Gefährten erleiden musste. Durch sein Vertrauen und seine Hoffnung auf Allah hat er Hürden überwunden, und die verkommene und verdorbene Welt der Quraisch in Mekka zurückgelassen, obwohl er seine Heimatstadt über alles liebte. Allah verspricht auch uns in diesem besonderen Monat sein Vertrauen und gibt uns Anlass auf seine Barmherzigkeit zu hoffen.
Allah empfiehlt uns im Monat des Muharram zu fasten, um uns von Schlechtigkeiten des vergangenen Jahres zu reinigen und der Hidschra zu gedenken. „Das beste Fasten nach dem Ramadan ist in Allahs Monat Muharram.“, sagte Muhammad (sas). Als er nach dem besten Gebet nach dem Pflichtgebet gefragt wurde antwortete er: "Das Gebet im letzten Drittel der Nacht". Dann wurde er (s) nach dem besten Fasten außer dem Fasten im Monat Ramadan gefragt. Er (s) sagte: "(Das Fasten im) Monat Allahs, den ihr al-Muharram bezeichnet".
Die Gelehrten sind sich darüber einig, dass man entweder am 9., 10. und 11. Muharram oder am 9. und 10. oder nur am 10. Muharram fasten sollte.
Der Monat Muharram ist einer der vier heiligen Monate. So fordert Allah uns auf: "...also tut euch selbst in ihnen kein Unrecht an...". Denn so wie die guten Taten besonders von Allah angenommen werden, wiegen die schlechten Taten bei Allah auch schwerer. Durch die Barmherzigkeit Allahs verzeiht er uns in diesem Monat kleine wie auch große Sünden, wenn wir aufrichtig bereuen.
Über die Hidschra sagt Allah in einem Hadith-Qudsi:
„Die Hidschra (gliedert sich in) zwei Arten: Eine von beiden ist, dass du dich von den Schlechtigkeiten fernhältst, und die andere ist die Hidschra zu Allah und zu Seinem Propheten. Und die Hidschra bricht nicht ab, solange die Tauba (reumütige Umkehr) angenommen wird. Und die Tauba wird angenommen, bis die Sonne vom Westen aufgeht. Und wenn sie dann aufgeht, wird jedes Herz mit dem, was in ihm ist, versiegelt, und das Tun der Menschen ist beendet“ (Überliefert bei Ahmad).
Die Hidschra ist also etwas immerwährendes, bleibendes. Solange wir uns bemühen Allah zu dienen, wird das Seil zwischen ihm und uns nicht abreißen. Muhammad (sas) zeigt uns auch, wie wichtig es ist, den Islam weiter leben zu lassen. Wenn es nicht mehr möglich ist den Islam in einem Land zu leben, sollte man alles dafür tun, um es doch möglich zu machen, was zu einer Auswanderung führen kann.
Die Hidschra bezieht sich aber nicht nur auf den Propheten (sas), sondern auf mehrere Bereiche und Ebenen, die wir aus bekannten Überlieferungen z.B. über Prophetengefährten, den Propheten Ibrahim (as), den "Gefährten der Höhle" oder aus der Überlieferung über einen Mann kennen, der hundert Menschen getötet hatte und auf der Suche nach Reue eine fremde Stadt aufsuchte, sehen lässt.
So lasst uns in diesem besonderen Monat all unsere Konzentration in Allah setzen und ihm gedenken. Lasst uns auch an den Propheten (sas) und seinen Prüfungen denken. Das wird auch den für uns manchmal nicht ganz leichten Alltag so erscheinen lassen, dass wir Hoffnung und Vertrauen auf Allah daraus schöpfen können.
Allah (t) spricht: „Diejenigen, die geglaubt haben und ausgewandert sind und sich ganz eingesetzt haben auf dem Wege Allahs mit ihren Vermögensgütern und sich selbst, sind von bedeutenderem Rang bei Allah, und diese, sie sind die Glückseligen. Ihr Herr kündet ihnen Barmherzigkeit an von Sich und Zufriedenheit und Gärten, in denen für sie bleibenden Gnadengaben sind. Ewig sind sie dort, für immer, ja, Allah, bei Ihm gibt es gewaltige Belohnung“ (9:20-22).
Möge Allah diesen Monat zu einem erfolgreichen Monat für unseren Glauben werden lassen!Amin