Vorankündigung: Am Sa, den 31.3. 2012 findet die 32.IGD-Jahreskonferenz in der Kölner Stadthalle statt.Das Motto: "Iman im Herzen-Aufrichtigkeit im Leben" = قل آمنت بالله ثم استقمِInteressante Referenten, Podien, Künstler, Ehrung der Sieger im Quranwettbewerb versprechen einen unvergesslichen Tag. |
Mein Wochenende bei der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland
Mit den Lieblingen vom Verfassungsschutz
Dr. Sabine Schiffer- Neugierde und Forschergeist siegen bei mir im Zweifelsfalle. Eine Einladung zur IGD-Jahreskonferenz lockte. Gleich zwei Termine, in Köln und Stuttgart, um sich ein Bild von der islamischen Großveranstaltung zu machen – mit den beliebten Größen aus den Verfassungsschutzberichten: Ibrahim El-Zayat, Ahmed Khalifa und Vertretern der tunesischen Al-Nahda-Bewegung. Nachdem es dem Juristen Rolf Gössner nach langjähriger Beobachtung durch und gewonnenem Verfahren gegen den Verfassungsschutz gelungen war, die Machenschaften desselben in Frage zu stellen(1), konnte ich meiner Neugierde also freien Lauf lassen. Ich nahm die Einladung an.
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Grußwort des IGD-Präsidenten Samir Falah zum 31. Jahrestreffen der IGD in Köln vom 02.04.2011
Verehrte Gäste,
sehr geehrte Damen und Herren, Liebe Brüder und Schwestern,
ich begrüße Sie sehr herzlich zur 31. Jahreskonferenz der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD).
Die IGD veranstaltet heute hier in Köln und morgen in Stuttgart ihre 31. Jahreskonferenz und blickt auf eine über 50-Jährige Geschichte zurück. Darauf sind wir stolz, denn in diesen vielen Jahre haben wir einiges bewegt und mit der Hilfe Allahs vieles erreicht.
In den letzten Jahren hat sich die muslimische Szene in Deutschland sehr stark gewandelt. Sie ist bunter und vielfältiger geworden. Wir sind froh, dass wir hierzu beitragen durften.
Unser Ziel war und ist es, dass Islam und Muslime originärer Bestandteil dieser Gesellschaft sind, heutzutage ist dies Realität.
Auch arbeiten wir daran, dass die Muslime ihrer Verantwortung gerecht werden und zu einer Bereicherung dieser Gesellschaft werden. Vielerorts sind sie es bereits, aber es existiert noch Raum für den Ausbau.
Wir stehen für ein Islamverständnis der Wassatiyya.
Eines Verständnisses des mittleren Weges und der Ausgeglichenheit, weit weg von Extremismus und Radikalität. Wenn man sich umschaut, hat der überwiegende Teil der Muslime dieses Verständnis, aber auch ist ausbaufähig.
Ebenso ist es unser Ziel, dass die hier und heute heranwachsenden Muslime ihre eigene Identität als muslimische Europäer entwickeln und in der IGD ihre Heimstätte der deutschsprachigen islamischen Bewegung sehen.
Viel haben wir alhamdulillah erreicht und das trotz der schwierigen, ja sogar manchmal widrigen Umstände, vor uns liegen aber viele Aufgaben und Herausforderungen, die es gilt anzupacken und zu bewältigen.
Verehrte Gäste,
sehr geehrte Damen und Herren, Liebe Brüder und Schwestern,
unsere diesjährige Jahreskonferenz steht unter dem Motto: „Verbindung schaffen – Ausgrenzung stoppen“.
Dieses Motto ist unser zentrales Anliegen und danach handeln wir.
Unser Weg ist der der Brückenbauer,
der Weg des Zusammenwirkens aller gesellschaftlichen Kräfte,
für ein friedliches Zusammensein,
für eine gerechtere Gesellschaft, in der es kein Platz für Hass, Gewalt und Vorurteile gibt.
Dies werden wir nicht erreichen können, wenn wir nicht denen, die Hass und Unfrieden stiften,
die direkt oder indirekt, gewollt oder ungewollt Gewalt säen, Einhalt gebieten.
Diskriminierung und Gewalt gegen Muslime hat zum Ziel, unsere Teilhabe an der Gesellschaft zu verhindern.
Die Behauptung des Bundes-Innenministers Friedrich „Der Islam gehöre nicht zu Deutschland“ ist ein Versuch uns auszugrenzen
Der Deutschen Islamkonferenz die letzte Seele zu rauben und sie zu einer „Sicherheitskonferenz“ umzufunktionieren ist ein weiterer Versuch dieser Ausgrenzung.
Und in eigener Sache: unsere Podiumsgäste unter Druck zu setzen, nicht an dieser Konferenz teilzunehmen, ist ein Versuch dieser Ausgrenzung
Gegen all diese Ausgrenzungsversuche, um nur einige wenige zu nennen,
sind unsere Anstrengung und unser Entgegenwirken notwendig
ist die Zusammenarbeit mit all unseren Partner aus Politik und Gesellschaft erforderlich.
An dieser Stelle sei allen gedankt, die Innenminister Friedrich widersprochen haben, die sich, jeder an seiner Stelle, für Verständigung und ehrlicher Partnerschaft auf gleicher Augenhöhe einsetzen. Wir alle müssen gemeinsam daran arbeiten, dass die Anzahl dieser Menschen zunimmt.
Somit gelingen unsere Bemühungen „Verbindungen zu schaffen“ und „Brücken zu bauen“ sicherlich besser.
Verehrte Gäste,
sehr geehrte Damen und Herren,Liebe Brüder und Schwestern,
Unsere Jahreskonferenz widmet sich auch den aktuellen Ereignissen in der arabischen Welt, dort wo ein Wandel von historischer Bedeutung im Gange ist.
Die Beziehung zwischen Islam und Westen war immer durch die Umstände hier und dort geprägt, sie war mal besser und mal schlechter.
Es stellt sich daher die Frage in wieweit dieser Wandel zu einem besseren Verständnis führt, bzw. was wir tun können, damit es so kommt?
Eines ist sicher: mit mehr Freiheit, Bürgerrechten, Demokratie und Gerechtigkeit in den arabischen Ländern sind die Voraussetzungen dafür geschaffen.
Des Weiteren dürfen wir nicht als Lehrer auftreten. Das heißt aber nicht, dass es uns nicht erlaubt ist, Fragen zu stellen.
So wie wir in Europa unterschiedliche Arten von Demokratie haben, werden die Revolutionen in den arabischen Ländern neue Arten von Demokratien hervorbringen.
Es ist ein gewisses Maß an Mut von allen Seiten notwendig, um aus diesem Wandel eine neue Ära der Beziehung zwischen Islam und Westen zu gründen.
Diese Chance wollen wir nutzen und als Brückenbauer fungieren.
wir hoffen auf eine gelungene Veranstaltung und einen lehrreichen Austausch.
Samir Falah
IGD-Präsident
Grußwort des ZMD-Vorsitzenden Aiman Mazyek zum 31. Jahrestreffen der IGD in Köln vom 02.04.2011
Sehr geehrter Herr Präsident Samir Falah ,meine Damen und Herren, liebe Geschwister im Islam.
Zunächst einmal wünsche ich viel Erfolg und Gottes Segen für das 31. Jahrestreffen der Islamischen Gemeinde in Deutschland (IGD).
Wir sind gerade Zeugen einer Zeitwende in der islamischen Welt geworden, deren Verlauf unumkehrbar ist und die mehr als deutlich macht, dass Islam und Demokratie miteinander einhergehen können, ja sogar müssen. Die Welt ist Zeuge geworden, wie Christen Muslime während des Freitagsgebets auf dem Tahrir-Platz vor bezahlten Schlägern schützten, und wie Muslime Christen während der Sonntagsmesse schützen. Die ägyptische Revolution lieferte uns Bilder, die nicht in das angenommene Schema von Christenverfolgung und gewalttätigen Muslimen passten. Wir dürfen aber bei aller Freude die vielen Tausend Toten und Verletzten nicht vergessen, die Opfer der brutalen Regime geworden sind, wie gerade das Beispiel Libyen deutlich zeigt.
Nicht nur die arabische Welt steht vor einem epochalen Wandel. Auch Europa hat jetzt die große Chance, verloren gegangenes Vertrauen zurück zu gewinnen. Aber das setzt voraus, dass Europa die eigenen hehren Worte nach Freiheit und Demokratie auch in ehrliche Politik umsetzt. Jahrzehntelang haben Europa und die USA mit Despoten gekungelt, während sie gleichzeitig blind waren gegenüber jenen, die wegen ihres Eintretens für universelle Werte drangsaliert und ermordet wurden.
Allen hiesigen Unkenrufen zum Trotz haben religiöse Fanatiker bei den Volksaufständen keine Rolle gespielt. Muslimische Vertreter haben stets betont, dass der Einfluss Radikaler marginal ist. Geglaubt hat man ihnen im Westen nicht. Geglaubt hat man den Diktatoren, die ihre Gewaltherrschaft mit der angeblichen islamistischen Gefahr begründeten. Geglaubt hat man so genannten Islamkritikern, die gläubigen Muslimen grundsätzlich die Fähigkeit zur Zivilgesellschaft absprechen. Nun stellt sich heraus, wie schädlich diese von Islamkritikern und einigen politischen Think Tanks geprägten Annahmen waren. Letztere mündetet nicht selten in aufgebauschten Analysen nahöstlicher Expertisen mit fatalen Folgen.
Und religiöse Gruppierungen, wie z.B die Bewegung der Muslimbrüder, werden sich dem demokratischen Wettbewerb stellen müssen. Sie werden seriöse Antworten auf die gewaltigen wirtschaftlichen und sozialen Probleme ihrer Länder geben müssen, wenn sie vor den Wählern bestehen wollen. Die Ideologisierung oder Politisierung der Religion als konzeptionelles Modell wird sich dabei als kein wirkungsloses Rezept erweisen. Die Zeiten der Ideologisierung der Religion sind – das hat die Revolution ebenso eindrucksvoll und wie für manche auch überraschend gezeigt – endgültig vorbei. Das wissen auch die Muslime
Zurück nach Deutschland, meine Damen und Herren, liebe Geschwister.
Wir müssen mehr denn je darauf achten, dass kein Keil zwischen Muslime und Nicht-Muslime in unserem Lande getrieben wird. Verschiedene Anzeichen gibt es dafür: Anschläge auf Moscheen, Übergriffe auf Kopftuchtragende Muslimas, und allegemein ansteigendr Islamfeindlichkeit und nicht zuletzt der Populismus der Extremisten, die im Muslim per se ein Sicherheitsrisiko sehen möchten und den „Kassenschlager“ erzkonservativer Kreise auf und behauptet der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Abgesehen von den dagegen sprechenden historischen Fakten, sind die über 4 Mio Muslime in Deutschland heute eine nicht mehr wegzudenkende gesellschaftliche Gruppe. Die eigentliche Frage ist doch: Ist Deutschland bereit, seinen Muslimen eine Chance zu geben, oder verweist es –ähnlich wie kruden Sarrazin-Thesen es tun– sie direkt auf die Anklagebank und geht damit einem konstruktiven Dialog aus dem Wege
Auch wir Muslime sehen uns in der Verantwortung für Demokratie, und Gerechtigkeit, Menschenrechte und Freiheit einzustehen.
Dies zu tun ist ein Gebot der Stunde, um unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung zu verteidigen.. Deshalb hat der Zentralrat der Muslime Ende November Imame dazu aufgerufen, bei der Freitagspredigt auf eines jeden Muslims Pflicht hinzuweisen, sich für den gesellschaftlichen Frieden und ein gut nachbarschaftliches Miteinander einzusetzen.
Der Prophet (s.a.s.) hat einmal gesagt: „Der beste Muslim ist der, vor dem die Menschen in Sicherheit sind.“ Nach unserem Verständnis gehört es zur Bürger- und zur Muslim-pflicht, unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung zu verteidigen - auch indem wir strafrechtliche Handlungen, von welcher Seite sie auch immer begangen werden, anzuzeigen.
Deshalb haben wir auch das Projekt „Das Grundgesetz im (Migrations)-Vordergrund“, wodurch Muslimen, insbesondere Jugendlichen in den Moscheen, unser republikanisch-demokratisches Staatswesen näher gebracht werden soll. Als wir im letzten Herbst durch die Anschlagsserie auf deutsche Moscheen einerseits und die ernst zu nehmenden Terrorwarnungen andererseits die Imame und Vorsteher unserer angeschlossenen Moscheevereine und Gemeinden dazu aufriefen, die „Verteidigung unserer freiheitlichen Grundordnung“ zum Thema der Freitagspredigten zu machen, wurden wir durch die sehr positive Resonanz ermutigt diese Initiative und Arbeit fortzusetzen, die auch lobenden Erwähnung von unserem Bundespräsidenten u.a. fand.
Natürlich wissen wir, dass solche Aktivitäten und Rabeiten für Extremisten hüben wie drüben – Gift sind. Sie wollen verunsichern und weiter Angst machen. Sie hoffen auf Muslime, die sich enttäuscht „vom Westen“ abwenden und den Wahnsinn der Extremisten gutheißen.
Wir sagen das nicht, weil es sich so gut anhö: Es ist die MusimPflicht in diesen stürmischen Zeiten für Sicherheit, für Verständigung für Frieden zu sorgen.. es ist der Djihad der Stunde, Menschenrechte, Freiheit und Gerechtigkeit und Demokratie sind universelle Werte, für sich es lohnt einzutreten und zu kämpfen. Unserer Geschwister in der arabischen Welt tun dies täglich, auch in der Gefahr,ihr Leben dann zu verlieren. Ihnen und diesen Werten gebührt unsere ganze Solidarität – Möge Allah (t) unserer Ummah beschützen - Amin
Quelle: islam.de veröffentlicht am 18.5.2011

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Podium mit Aiman Mazyek, Dr.Sabine Schiffer, Ibrahim El-Zayat, Prof.Scholl-Latour, Oguz Ücuncu | | Kinder singen mit Istaz Abdelfattah Moro und Musa Mustafa | | | | |

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Ausstellung über Wunder des Korans | IGD-Präsident Samir Falah mit IGMG-Generalsekretär Oguz Ücuncu |
Rassismus gegen Muslime muss gestoppt werden und Kinder malen für den Frieden
06.04.2011- Unter dem Motto „Verbindung schaffen - Ausgrenzung stoppen“ fand am 2.4 und am 3.4.2011 die 31.IGD Jahreskonferenz statt. Insgesamt nahmen an beiden Veranstaltungsorten Köln und Stuttgart 2200 Gäste teil.
Die Grußwörter sprachen der IGD- Vorsitzende Samir Falah, der KRM-Sprecher und Vorsitzender des Zentralrats Aiman Mazyek, der Vorsitzende des Islamrates Ali Kizilkaya sowie die Sprecher der jeweiligen IGD Regionalverbände Dr. Almoutaz Tayara und Dr. Osama Kahf.
Alle Redner betonten, dass Muslime sich verwehren weiter auf die Anklagebank gesetzt zu werden und seit Jahren aktiv für mehr soziale Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Frieden eintreten. Die Zuwanderungsgeschichte der Muslime feiere dieses Jahr ihren 50. Geburtstag und habe viele Beispiele von gelungener Integration hervorgebracht, die aber von einigen Scharfmachern nicht wahrgenommen werden wollen. Außerdem betonten sie die Offenheit der Muslime für die Mehrheitsgesellschaft und forderten ein Ende der Ausgrenzung und Islamfeindlichkeit. In diesem Zusammenhang wurde auch auf die Aussagen und Vorhaben des Innenministers eingegangen und die Aufforderung an Friedrich formuliert, alle Bürger zu schützen und keine Klientelpolitik auf dem Rücken der Muslime zu machen. Ebenso wurden die Chancen angesprochen, die sich für den Westen mit den Umbrüchen in der arabischen Welt ergeben würden. Es bestände die Möglichkeit ein besseres Bild zu etablieren, wenn zwischen den Worten über die freiheitlichen Werte und der tatsächlichen Politik nicht weiterhin eine immense Kluft bestehen würde.
Der profunde Kenner der arabischen Welt Prof. Peter Scholl-Latour wagte einen Blick in die Zukunft: die Revolutionen in der arabischen Welt werden auch ihre positiven Auswirkungen auf den Westen haben. Bei freien, ehrlichen und demokratischen Wahlen würden auch islamisch orientierte Reformkräfte eine Rolle spielen, denen man sich nicht verschließen dürfe. Die vom Volk gewählten Regierungen würden zwar nicht mehr die Interessen des Westens umsetzen, sondern die ihrer Länder vertreten, wären aber allemal stabiler und langfristig besser, als die derzeit existierenden despotischen Diktaturen.
Frau Dr. Sabine Schiffer stellte ihre Medienanalyse vor: Jede Abweichung von der Norm, alles Neue würde zunächst von Mehrheitsgesellschaften abgelehnt. Anhand von Beispielen aus den Medien zeigte sie, dass der Rassismus gegenüber Muslimen und dem Islam in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen sei. Die Abwertung des Anderen bringt gleichzeitig die eigene Aufwertung mit sich. Eine ähnliche gesellschaftliche Diskussion hätte es in Deutschland am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts gegeben. Man müsse daraus lernen und deshalb den zunehmenden Rassismus stoppen, so Frau Dr. Schiffer. Es sei aber insbesondere das Problem des Rassismusträgers, dies zu tun. Am Beispiel der Aussagen des neuen Innenministers Friedrich zeigte sie, wie man sich auf Kosten der Muslime profilieren könne. Mit dieser Strategie könne er nur Erfolg haben, wenn alle auf seine Aussagen eingehen würden.
Aiman Mazyek und Oguz Ücuncu diskutierten unter der Leitung von Ibrahim El-Zayat intensiv, wie man die Anerkennung des Islams in Deutschland forcieren kann. Muslime dürfen nicht länger Bürger 2.Klasse sein und müssen auf gleicher Augenhöhe mitreden. Der Koordinationsrat der Muslime KRM sei auf diesem Weg ein großer Erfolg für die Einheit der Muslime, doch es gilt diese Strukturen weiter auszubauen. Muslime seien entschlossen, sich positiv einzubringen und die Gesellschaft zu bereichern. Rassismus jeglicher Art, auch der gegenüber Muslimen, muss gestoppt werden. Hass, von welcher Seite auch immer, darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben.
Weil die Islamische Gemeinschaft in Deutschland diesen Ansatz weiterhin auch praktisch umsetzen will, hat sie eine Kampagne initiiert und diese auf der Jahreskonferenz vorgestellt: 1+1=11 - Proaktiv für Deutschland. Ziel ist es, insbesondere Muslime zu motivieren eine aktivere Rolle einzunehmen und mit guten Taten gegen Vorwürfe und Vorurteile zu wirken. Schließlich gehe es um die Zukunft aller und darum die hiesige Gesellschaft positiv mitzugestalten. ALLE Bürger und Organisationen seien eingeladen, an dieser Kampagne mitzuwirken. Es geht um die Förderung des Gemeinschaftsgefühls. Man könne mit kleinen Taten wie z.B. Blutspenden oder Nachbarschaftspflege Großes bewirken.
Nach einer Musikeinlage von Musa Mustafa kam der ägyptische TV-Star Dr.Ragheb Asergani zu Wort. Er betonte, dass Islam und Wissenschaft zusammengehören. Muslime werden in der ersten offenbarten Sure aufgefordert zu lernen und zu lehren. Erfolgreich könnten sie nur sein, wenn sie das beherzigen. So waren viele Pioniere in der Wissenschaft beispielsweise Ibn-Nafiz, Ibn Sina, Ibn-Al-Haitham, Al-Idrizi und Al-Sahrawi, Ibn-Bitar Muslime, die großartiges für die Menschheit geleistet haben. Ihre Erfindungen werden jedoch nicht gewürdigt, zum Teil sogar nachweislich gestohlen. Sie haben bahnbrechende Entdeckungen zum Beispiel in der Medizin, der Mathematik, den Sozialwissenschaften, der Philosophie oder der Astronomie gemacht, die Schriften der Griechen übersetzt und weiterentwickelt. Viele ihrer Entdeckungen seien heute noch, wenn auch zum Teil in verbesserter Form, im Einsatz. An Beispielen zeigte er, was die Wissenschaft von ihnen gelernt und übernommen habe.
Ein Zuhörer fragte, warum die Muslime diesen Vorsprung verloren haben. Dr. Asergani benannte dafür 2 Gründe: Immer wenn Muslime in ihrer Geschichte angegriffen wurden, wurden zuerst ihre Wissensquellen angegangen, Bücher verbrannt und ganze Bibliotheken ausgelöscht. Bestes Beispiel dafür seien die Tataren, die beim Einfall in Bagdad die damals größte Bibliothek der Welt zerstört und die Bücher als Brücke über den Euphrat verwendet hätten. Weiterer Grund sei die Spaltung der Wissenschaften in Islamwissenschaften und Naturwissenschaften, beides gehöre untrennbar zusammen.
Der RIGD Vorsitzende Dr. Khaled Hanafi diskutierte aus religiöser Sicht die Notwendigkeit, sich der Mehrheitsgesellschaft zu öffnen. Scheich Abdelfattah Moro war als Zeuge der tunesischen Revolution der Star des Abends. Er machte den Zuhörern Mut, an ihre eigenen Fähigkeiten und an die Demokratie zu glauben. Muslime müssen allen Bürgerpflichten nachkommen und ihre Rechte selbstverständlich einfordern.
Zum Ende boten die Künstler Ammar 114 und Musa Mustafa eine Show, bei der insbesondere die kleinen Zuschauer einbezogen wurden. Aber auch die großen Zuschauer waren begeistert und kamen auf ihre Kosten.
In Stuttgart wurde in Zusammenarbeit mit der ZMD-Frauenbeauftragten Houaida Taraji und Frau Berg die Aktion Friedensbanderole vorgestellt. Diese Banderole soll wachsen und durch die Beiträge möglichst vieler verschiedener Menschen eines Tages die ganze Welt umfassen. Insbesondere die Kinder in der Kulturhaus Arena in Stuttgart ließen ihrer Phantasie freien Lauf.
31.IGD-Jahreskonferenz am 2.4-2011 in Köln und 3.4.2011 in Suttgart
Gäste u.a:
Deutscher Hauptvortrag in Köln mit Herrn Prof. Peter Scholl-Latour
Deutscher Hauptvortrag in Stuttgart mit Frau Dr.Sabine Schiffer
Künstler:
Podiumsgäste:
Dr.Sabine Schiffer, Prof. Peter Scholl-Latour, Aiman Mazyek (ZMD), Ibrahim El-Zayat(IGD),
Riad Ghalaini (CIBZ), Oguz Ocüncü(IGMG), Yasar Mert(BIG)
Dr. phil. Sabine Schiffer ist Gründerin und Leiterin des freien Instituts
für Medienverantwortung. Nach dem Studium der Sprachwissenschaften und einem
Zweitstudium in Politik-, Wirtschafts- und Islamwissenschaften promovierte
sie zur Islamdarstellung in den Medien. Neben ihrer Beschäftigung mit
Minderheitendarstellungen in den Medien bilden Themen wie
Medienwirkungsforschung, (Neue) Medien und Demokratie,
Kriegsberichterstattung, die Auswirkung von Lobby- und PR-Arbeit auf
öffentliche Diskurse sowie die allgemeine Medienbildung weitere Schwerpunkte
ihrer Arbeit.
Dr. Ragheb Asergani wurde 1964 in Kairo geboren und studierte Humanmedizin und beendete sein Studium 1988 mit einem exzellenten Abschluss.
Er vereint das religiöse und wissenschaftliche auf höchstem Niveau.
1991 lernte er den ganzen Koran auswendig und 1992 schloss er seinen Magister ab.
1998 promovierte er in der Nierenchirurgie und ist seit dem Dozent an der Uni Kairo.
Ebenso ist er Leiter des Kultur-Zentrums für Geschichte des Islams in Kairo. In dieser Funktion hat er veröffentlicht er regelmäßig Artikel in diversen Print und TV-Medien.
Er ist Herausgeber von über 38 Bücher in islamischer Kultur-Geschichte.
Er ist Initiator der größten Seite für islamische Geschichte: www.islamstory.de
Istaz Abdelfattah Mourou wurde am 1. Juni 1948 in Tunis geboren. 1970 beendete er sein Jurastudium und war als Richter bis 1977 in Tunis tätig. Seitdem arbeitet er als Rechtsanwalt.
Mourou ist Mitbegründer und Ex-Generalsekretär der islamischen Bewegung in Tunesien:
Diese wurde erst nach der Revolution vom 14. Januar 2011 als politische Partei zugelassen.
Mourou ist ein populärer Prediger und eine geachtete Persönlichkeit im politischen Spektrum Tunesiens.
In Stuttgart werden in Zusammenarbeit mit der ZMD-Frauenbeauftragten Houaida Taraji und Frau Wolterskirchen Kinder für den Frieden an der Friedensbanderole malen:
Mit diesem Projekt, das am 1. Juni 2010 ins Leben gerufen wurde, wollen wir aufzeigen, dass Krieg „out“ und Frieden „in“ ist. Wir wollen die Bedeutung des Friedens ins Bewusstsein der Menschen bringen und diejenigen, die ihre Friedensbereitschaft bekunden, auf einer Banderole namentlich erfassen.
Jeder Mensch dieser Erde hat seine persönliche Vision vom Frieden - ein Bild, ein Gedicht, ein Symbol -, etwas, das seiner Vorstellung von Frieden entspricht. Wir wollen allen Menschen die Gelegenheit geben, ihr persönliches „Friedens-Kunstwerk“ in Mal-Aktionen auf die Banderole zu malen oder zu schreiben.
So wird die Friedens-Banderole ein einzigartiges Zeitdokument und Volks-Kunstwerk des Friedens auf dieser Erde.
Ziel der Banderole: Eines Tages die ganze Erde zu umrunden (40.000 km) und ein sichtbares Zeichen des Friedens für alle zu sein.
Die Friedens-Banderole reist um die ganze Welt: zu Schulen, Akademien, Seniorenheimen, Firmen, Organisationen, Veranstaltungen, Ausstellungen wo jeder sie sehen, sich eintragen lassen und sein Friedens-Kunstwerk darauf malen kann.
Das Völker-, Kulturen- und Generationen verbindende Volks-Kunstwerk „Friedens-Banderole“ wird aus hochwertigem, biologischem Baumwollstoff in Handarbeit hergestellt, mit ökologischen Stoffmalfarben bemalt und mit Transferfolien eigenhändig bedruckt.
Die Initiatorin Frau Helene Walterskirchen wird das Projekt vor ca.1000 Gästen vorstellen.
Tariq Ramadan verlieh Peter Scholl-Latour den "Dr.Said Ramadan Friedenspreis für Dialog und Völkerverständigung"
20.10.2008- Vorletztes Wochenende fand zum 30.mal die Jahreskonferenz der IGD im Berliner Tempodrom und im Sportpark Leverkusen statt. Es waren Festivals mit bekannten Persönlichkeiten aus Kultur und Religion. Der Präsident der IGD Ibrahim El-Zayat begrüßte und beglückwünschte das Publikum und erinnerte an die vielen Persönlichkeiten dieser Gemeinschaft, die die heutige islamische Infrastruktur in Deutschland maßgeblich miterrichtet haben. Nahezu an allen heute vorhandenen muslimischen Strukturen in Deutschland hat die IGD mittelbar mitgewirkt. Er forderte die Muslime auf sich positiv in die Gesellschaft einzubringen und insbesondere die Medien und Politik der steigenden Islamophobie entgegenzuwirken. Er bedankte sich bei den Kölnerinnen und Kölnern die mit ihren Protesten gegen den Antiislamisierungskongress ein deutliches Zeichen für Vielfalt und Pluralität gesetzt haben.
Am Podium in Berlin beteiligten sich Prof. Peter Scholl-Latour, Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft, Aiman Mazyek, Generalsekretär des Zentralrates der Muslime in Deutschland (siehe unterer Link: Grußrede) und Oguz Ücuncu Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Milli Görus.
Prof. Tariq Ramadan von der Universität in Oxford verlieh gemeinsam mit El-Zayat dem bekannten Publizisten Prof. Peter Scholl-Latour anlässlich des 50-jährigen Bestehens der IGD im Berliner Tempodrom den "Dr. Said Ramadan Friedenspreis für Dialog und Völkerverständigung" für sein Lebenswerk. Der Preis erinnert an den ersten Präsidenten der IGD.
El-Zayat betonte in seiner Rede weiter, dass alle wichtigen muslimischen Verbände ein klares Verhältnis zur Gewalt hätten. Auch Aiman Mazyek machte deutlich, dass Muslime in Deutschland angekommen sind und längst ein bereichernder Teil der Gesellschaft geworden sind. Mazyek und der Islamwissenschaftler Tariq Ramadan verlangten Reformen auch in den eigenen Reihen. Die europäischen Muslime müssten ihre Herangehensweise in vielen Dingen verändern. Der Islam, so Ramadan, sei auch eine deutsche Religion: "Wir deutsche muslimische Bürger sind hier und dürfen nicht unsichtbar sein." Mazyek wünschte sich, dass der islamische Religionsunterricht, wie von der Islamischen Föderation in Berlin gerichtlich erstritten, auch in anderen Bundesländern ausgebaut werden könne.
Die Vizepräsidentin der IGD Houaida Taraji bemängelte die Abwesenheit der geladenen Politprominenz. Dr.Murad Hoffmann, Islamischer Denker und Autor, verlangte von den Muslimen sich einzubringen und nicht darauf zu warten, eingebracht zu werden. Dr.Klaus Lefringhausen, Leiter des Annemarie Schimmel Forums, wünschte sich eine intelligente Plattform für den interreligiösen Dialog. Es kann nicht angehen, dass die Sicherheitspolitik und die Terrorhysterie die Themen für den Dialog bestimmen.
Beide Seiten müssen aufeinander zugehen und für mehr Akzeptanz werben. Juristische Erfolge können nicht darüber wegtäuschen, dass diese Akzeptanz in der Gesellschaft noch fehle. Harald Bock, Generalsekretär der Deutsch-Arabischen Gesellschaft beglückwünschte die Muslime für ihr Engagement der letzten Jahre. Vieles sei erreicht worden und darauf dürfe man stolz sein. Der Generalsekretär der Milli-Görus Oguz Ucüncu wollte dennoch einige Missstände beim Namen nennen. Es kann nicht angehen, dass die Bundesärztekammer die Beschneidung muslimsicher Jungen verurteile und die Kindswohl-Debatte auf den Rücken der SchülerInnen ausgetragen werde.
Der Generalsekretär des Wassatiya Instituts und Professor für Islamische Theologie Essam Al-Bashir war ein weiterer Hauptredner dieses Events. Wassatiya heißt ein Islam der Mitte, weit weg von Extremismus und Fanatismus.
Der Islam im Sinne der Wassatiya fordert die Menschen auf, sich gegenseitig kennen zulernen. Er ruft zur Sicherung des Weltfriedens und einer gemeinsamen Koexistenz zu Dialog, Kommunikation und Kooperation zwischen den Völkern und Nationen auf. Der Islam achtet die Menschenrechte und fordert zur Gleichheit der Menschen auf. Er lehnt jede Form des Rassismus ab. Das Recht auf Freiheit ist ein hohes Gut. Darüber hinaus lehnt der Islam Glaubenszwang ab. Die freie Wahl des Glaubens ist garantiert. Der Islam bietet ein ausgewogenes Konzept von Freiheit geleitet durch ethische Werte und legalen Grenzen wie z.B. keine Gewalt gegen sich oder andere auszuüben. Ebenso ging Prof. Al-Bashir auf die wichtige Rolle der Frau im Islam ein. Der erste Muslim war Khadischa-ra, der erste Märtyrer war Soumaya-ra, die Überlieferung der meisten Hadithe war Aischa- die Frau des Propheten und den Sahih Al-Buchari und Muslim, eines der wichtigsten Bücher nach dem Koran, würde es heute gar nicht geben, wenn ihn mutige Frauen nicht aufbewahrt hätten.
Ebrahim Rasool, Premierminister der Provinz Westkap a.D. ermutigte das Publikum sich am islamischen und politischen Gemeindeleben zu beteiligen. Muslime können und sollen einen positiven Part in einer überwiegend nichtmuslimischen Gesellschaft spielen. Er beschrieb die südafrikanische Erfahrung mit der gemeinsamen Überwindung der Apartheid als positives Beispiel für die Muslime in Minderheitensituationen. Sie müssen die Probleme der Gesellschaft als eigene Probleme empfinden und Lösungen suchen.
Prof. Islam Al-Attar erinnerte das Publikum über die Notwendigkeit der sozialen Gerechtigkeit, die alle Lebensbereiche umfasse. Man dürfe nicht zufrieden einschlafen, während die Nachbarskinder hungerten oder die Obdachlosen frieren. Islam ist eine humanitäre Religion. Soziale Engpässe zu beseitigen sei genauso wichtig wie die gottesdienstlichen Handlungen.
Amr Khaled, der vorgesehene Star des Abends konnte leider nur über Video-Botschaft dem enttäuschten Publikum sein Fehlen erklären. Es seien familiäre Gründe, auf die er kein Einfluss habe. Er sei immer gerne nach Deutschland gekommen und schätze das Publikum hier sehr.
Nach dem Maghreb-Gebet ging es dann gemütlich zu. Zu den Klängen der Yarmuk-Gruppe steppten Männer und Kinder. Ammar 114 räppte u.a. aus seinem neuen Album: `Aus dem Schatten ans Licht. `
Der musikalische Höhepunkt des Abends war Musa Mustafa. Er animierte das Publikum zum Mitsingen und bat alle Kinder auf die Bühne.
Mit einer Umra-Verlosung und einem Abschluss-Bittgebet endete dieses ereignisreiche Wochenende.
Grußwort des Generalsekretärs des Zentralrates der Muslime in Deutschland zum 50. Geburtstag der Islamischen Gemeinde in Deutschland (IGD)
04.10.2008- Grußrede anlässlich 50. Jahrestag Islamische Gemeinde Deutschland, Berlin Tempodrom von Aiman A.Mazyek
Lieber Präsident Ibramin El-Zayat, liebe Ehrengäste, liebe Geschwister, sehr geehrte Damen und Herren, auch die Damen und Herren von der Presse.
Salamu alaikum wa rahmatullahi wa barakatu!
Als Zentralrat der Muslime in Deutschland, dessen Gründungsmitglied die Islamische Gemeinschaft in Deutschland ist und all die Jahre uns mit Rat und Tat begleitet hat, beglückwünsche ich im Namen des ganzen Vorstandes die Gemeinschaft zu seinem 50. Geburtstag. Ich darf auch die herzlichsten Grüße und guten Wünsche von Dr. Axel Ayyub Köhler, dem Vorsitzenden des ZMD, Dir lieber Ibrahim, überreichen. Er wie ich wünschen Euch, allen Beteiligten und vor allem den Gästen und unseren Zuschauern einen erfolgreichen und ertragreichen Verlauf der Veranstaltung und vor allem eines: Allahs Segen und Huld – Amin
Liebe Geschwister, meine Damen und Herren,
Muslime, die nach Deutschland wegen Studium und Arbeit emigrierten mussten einen schmerzhaften Prozess durchmachen. Die Heimat hinter sich lassen und gleichzeitig hier eine neue aufbauen, die Islamischen Institutionen waren und sind oft Ersatzheimaten für sie geworden. Sie haben dabei großartige Arbeit geleistet.
Die IGD gehörte sicherlich prominent und zuvorderst dazu – Möge Gott den vielen Frauen und Männern – unseren Geschwistern – die in dieser Institution Verantwortung trugen und tragen reichlich Belohung schenken.
Insbesondere die Muslime aus der ersten Generation haben viele Dinge aus der Heimat mitgebracht – wie z.B. ihren Glauben, den sie hier oft freier und offenen ausüben konnten. Politisches Denken in ihrer Heimat, bisweilen völlig undenkbar, konnten hier plötzlich erfahren werden. Für viele ein Reiz, die politischen Ideen und Ideologien von dort –also aus der alten Heimat einfach hierher zu verfrachten und gar in der muslimischen Commnunity zu implementieren, um ggf. die verkrusteten und ungerechten Verhältnisse dort in der alten Heimat aufzubrechen.
Ein Versuch, der scheiten sollte. Denn der Satz: Global denken und lokal handeln gilt auch hierbei.
-Weil der Islam eben doch in erster Linie einen Glauben darstellt und eine Lebensweise empfiehlt, die versucht sich danach zu richten.
- Weil Ideologien zwar im 20. Jahrhundert „hip“ waren, nicht jedoch für den Islam eine Variante sein konnte und kann
- Das 21. Jahrhundert wird eine Jahrhundert der Revitalisierung aller Religionen sein wird, eines aber, wo Ideologie oder gar eine politisierte Religion keine Chance haben wird. (Ich habe das vor eine Jahr bereits schon einmal gesagt und wiederhole es hier und heute nochmals: Wir Muslime brauchen keine Lenins und Che Guevara, wir brauchen einen muslimische Ghandis, oder einen vom Schlage Mandelas).
Der Zentralrat hat sich immer für einen Islam – der dynamisch die hiesigen Gegebenheiten des Landes einbezieht, der frei von Politisierung und Instrumentalisierung ist und der vor allem die reine Lehre in den Mittelpunkt setzt, stark gemacht.
Mit Slogans z.B. „Din wa Dawla“ kann ich infolgedessen wenig anfangen.
Das hat uns nicht immer Applaus eingebracht und doch glauben wir den Menschen am so besten dienen zu können, so wie das unser geliebte Prophet Muhammad (sas) gemeint hat, als er sagte: „der Beste unter Euch, ist der, der den Menschen am Nützlichsten ist und:
Der Prophet Mohammad (Friede sei mit ihm) sagte zudem: „Ihr werdet das Paradies nicht betreten, bevor ihr nicht barmherzig handelt“. Seine Anhänger sagten: „Wir sind doch alle barmherzig“. Er sagte: „Es ist nicht (nur) die Barmherzigkeit unter Euresgleichen, sondern die Barmherzigkeit gegenüber allen (Menschen); er wiederholte: die Barmherzigkeit gegenüber allen.“
Liebe Geschwister,
Muslime müssen nicht Weltgerichte irgendwelcher Extremisten fürchten - auch wenn diese noch so inbrünstig Gottes Namen nennen und damit missbrauchen. Wir müssen einzig den Tag fürchten, an dem sie vor ihrem Schöpfer stehen und gefragt werden: Was habt ihr angesichts dieser Herausforderung in der Welt einschließlich der auch nun bekanntermaßen Fehlentwicklungen in unseren eigenen Reihen gemacht?
Unser Glaube ist ein Geschenk, kein Privileg für uns alleine, sondern ein Angebot an alle Menschen.
Es darf nicht als Ausschusskriterium, noch als Pranger, noch für persönliche Drohkulissen missbraucht werden.
Solange wir unseren Glauben ohne Chauvinismus, ohne Sittenpolizei und ohne irgendwelcher Barbarei leben, solange werden uns die Menschen zuhören und wir werden unsere z.T. in vielen Fällen selbstverschuldete Glaubwürdigkeitskrise bewältigen. Solange wir aber den Islam als Abgrenzungskriterium, als Marke in einen Marketingwettstreit einsetzen und nicht unsere aller persönliche Verantwortung vor Gott, dem Schöpfer unserer Welten, in den Vordergrund stellen, werden wir scheitern.
Sehen Sie liebe Schwestern und Brüdern, meine Damen und Herren, Gott beschreibt sein nie zu erlöschendes Licht im Koran so: „Nurun alla Nur. „Licht über Licht“.
Stellt Euch folgendes Bild vor, dass ich von dem grossen Dajallaaddin Rumi entlehne und eine weiter entwickle:
Der Glaube ist wie ein Kerzenlicht. Und dieses Licht, wie das Licht Gottes wird geben, ohne zu fragen, noch wartet gefragt zu werden, noch rechnet es oder berechnend zu sein.
Und wenn eine weitere Kerze sein Licht spendet, so wird die erste Kerze nicht dadurch nicht kleiner, im Gegenteil nunmehr haben wir zwei Lichter.. usw.
Meine lieben Freunde, liebe Geschwister im Islam. Stellt Euch die Kerze wie ein Menschenleben vor: Der Docht ist die Seele, der Wachs, was wir an Lebenszeit zu Verfügung haben.
Würde kein Glauben, keine Licht diese Kerze berühren, so würde die Kerze immer dunkel bleiben und nicht brennen und Wachs und Docht wären umsonst.
Stellen wir uns heute vor, wir alle seien diese Kerzen. Eine Kerze alleine würde ausreichen, um alle Eure Lichter zum brennen zu bringen. So lasst die Licht brennen, lasst die Personen heute auf die Podeste und Podium steigen und ihr Licht uns zuflackern lassen, auf das unsere Kerzen des Glaubens brennen mögen, in Gottes Namen und für nur ihn alleine.
Wal ahamdullillah rabillallemin. Und der Dank alleine gebührt Allah, dem Herren der Welten!
05.12.2007
Die 29. Jahreskonferenz der IGD fand in zwei Städten statt:
Den Weg der Mitte verfolgen
Von Yasin Alder
(iz). Am 17. November in Leverkusen und am 18. November in Berlin fand die 29. Jahreskonferenz der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD) statt. Die IGD ist eine der größten islamischen Verbände in Deutschland, in ihr sind vor allem arabischsprachige Moscheevereine vertreten. In diesem Jahr hatte die Jahreskonferenz sich als Motto den quranischen Vers in Sure Al-Baqara, 143 genommen:
„...und so haben Wir euch zu einer Gemeinschaft der Mitte gemacht”.
Es ging also um Ausgewogenheit und den Weg der Mitte, den Muslime gemäß des genannten Verses im Quran aufgerufen sind, zu befolgen. In Leverkusen waren einige hundert vor allem arabischstämmige Muslime, oft ganze Familien, in die Wilhem-Dopotka-Halle direkt neben dem Stadion von Bayer Leverkusen, der BayArena, gekommen, um an der Konferenz, die durch das Rahmenprogramm mit Musik, Basar und Gastronomie auch Event-Charakter hatte, teilzunehmen.
Nach einer Quran-Rezitation eröffnete der Präsident der IGD, Ibrahim Dr. El-Zayat, das Programm mit einer Grußansprache, in der er das Vorbild des Propheten Muhammad betonte und die Muslime aufrief, sich im hier und heute trotz aller Schwierigkeiten nicht entmutigen zu lassen und sich positiv für den Islam einzusetzen und die hiesige Gesellschaft zu bereichern, gerade angesichts von Tendenzen zu Resignation, die er auch unter jungen Muslimen beobachte, so El-Zayat.
In einer weiteren Grußansprache wünschte sich Dr. Ayyub Köhler, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime (ZMD), dem die IGD angehört, von den Muslimen eine „Rückkehr zu Sinn und Herz” statt einer politischen Ausrichtung. Dies verspreche mehr Erfolg. Dr. Murad Hofmann, Deutscher Botschafter a.D. und einer der bekanntesten deutschen Muslime, betonte, Muslime sollten dadurch zu erkennen sein, dass sie eine Gemeinschaft der Mitte sind und gemäß einem anderen Vers im Qur’an eine „Gemeinde, die zum Guten einlädt”. Der Islam solle maßvoll und ausgewogen, ohne Übertreibung praktiziert werden. „Als Volk der Mitte müssen Muslime jeden Extremismus ablehnen”, so Dr. Hofmann. „Maßvoll, verständnisvoll, ausgewogen, gerecht, hilfsbereit, geduldig, nüchtern und zielorientiert”, dies seien weitere Eigenschaften, die Muslime gemäß dem Quran und dem prophetischen Vorbild auszeichnen sollten.
In diesem Zusammenhang ging Dr.Murad Hofmann auch auf das Beispiel des Propheten Muhammad als „vollkommen ausgewogene Persönlichkeit” ein, das er auch vom christlichen Bild des Propheten Jesus abgrenzte, die diesen als leidenden Asketen verstehe. Auch im Bereich der Sexualmoral vertretene der Islam im Gegensatz etwa zur Katholischen Kirche eine ausgewogene Haltung.
In Zusammenhang der Abgrenzung von Extremismus und Terrorismus betonte Dr. Murad Hofmann noch einmal ausdrücklich, dass Angriffe auf die Zivilbevölkerung nicht islamisch zu rechtfertigen seien und dass Allah im Quran den Selbstmord „ausnahmslos und bedingungslos untersagt” hat.
In einer anschließenden Podiumsdiskussion, die vom früheren NRW-Integrationsbeauftragten Dr. Klaus Lefringhausen moderiert wurde, sprachen Bekir Alboga, Dialogbeauftragter der DITIB und derzeitiger Sprecher des Koordinationsrates der Muslime (KRM), Ali Kizilkaya, Vorsitzender des Islamrats, Dr. Ayyub Köhler und Ibrahim El-Zayat über „Herausforderungen der Muslime” in Deutschland „in der kommenden Zeit”.
Dabei kündige Bekir Alboga an, dass die Gründung von Koordinationsräten nach Vorbild des KRM auf Länderebene geplant sei, um die Anerkennung als Religionsgemeinschaft erreichen zu können. Im Hinblick auf den Dialog zwischen Muslimen und Christen sagte Ali Kizilkaya, „der Islam ist kein Christentum im grünen Gewand, und auch nicht umgekehrt”. Es seien einfach zwei verschiedene Religionen. Es gehe vielmehr darum, Vielfalt zu akzeptieren, um einen ehrlichen Umgang miteinander und darum, den Anderen zu akzeptieren.
Bekir Alboga meinte, dass zunächst einmal die Gemeinsamkeiten in den Vordergrund gestellt werden sollten, nämlich der Glaube an den einen Gott. Dr. Ayyub Köhler wünschte sich „mehr Menschlichkeit und Menschenliebe” in der Integrationspolitik, denn diese fehle. „Die Vielfalt ist der große Reichtum, das Kapital, aus dem wir in Deutschland schöpfen müssen”, so Köhler weiter. Von Seiten der Mehrheitsgesellschaft erwarte er sich ein stärkeres Bewusstsein für den Respekt vor der Glaubensüberzeugung anderer. Ali Kizilkaya betonte die Wichtigkeit persönlicher zwischenmenschlicher Kontakte und erzählte, dass man ihm in seiner Jugendzeit immer gesagt habe, „die Muslime sind schlecht, aber du bist anders”. Er habe dann jedoch festgestellt, dass diejenigen, die dies sagten, tatsächlich auch nur ihn gekannt hätten.
In einem weiteren, islamisch-christlich besetzten Publikum sprachen dann Houaida Taraji, IGD-Vizepräsidentin, Dr. Hartmut Dreier von der Evangelischen Kirche in Westfalen, der Generalsekretär der Deutsch-Arabischen Gesellschaft Harald Bock und Michael Widmann von der Paneuropa Union e.V. über „Gemeinsame Herausforderungen an Christen und Muslime in Deutschland” und die „Rolle von Religiosität in ‘modernen’ Gesellschaften”.
Zwischen den Vorträgen gab es noch musikalische Darbietungen von Ammar114 (Rap) und Mesut Kurtis (islamische Lieder gemischt mit Folk und Pop) sowie einen Auftritt der Jugend-Theatergruppe „Uma Lamo“ aus Mainz.
Prof. Ahmad Jaballah vom Institut Européenne des Sciences Humaines in Paris referierte, das Motto der Tagung vertiefend, ausführlich über Wassatija, Ausgewogenheit, als islamisches Konzept. Nach einer weiteren Ansprache von Ahmed Khalifa vom Islamischen Zentrum München sollte auch der ägyptische Gelehrte Prof. Omar Abdelkafi als letzter Redner des Tages sprechen, der dann aufgrund seiner verspäteten Ankunft auf seinen Vortrag verzichtete und stattdessen zusammen mit den Anwesenden ein langes Bittgebet sprach, welches dann die Veranstaltung beendete.
Die Schwesterveranstaltung am darauf folgenden Sonntag in der Berliner Columbiahalle hatte teilweise andere Referenten im Programm, unter anderem die ehemalige langjährige Berliner Ausländerbeauftragte Prof. Barbara John und den IGMG-Generalsekretär Oguz Ücüncü. Die Veranstalter zeigten sich etwas enttäuscht über die geringere Teilnehmerzahl bei beiden Veranstaltungen in diesem Jahr. Ein „Publikumsmagnet“ wie Amr Khaled fehlte diesmal.
30. 11. 2006
28. IGD-Jahrestreffen in Hamburg
Muslimische Dachorganisationen kündigen Einheit der Muslime an
Das 28. Jahrestreffen der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD) fand unter dem Motto „Der Prophet Muhammad (saw) - Eine Barmherzigkeit für die Menschheit“ am Samstag im Congress Center Hamburg statt. Mit der Veranstaltung, an der etwa 3000 Besucher teilnahmen, wollten die Organisatoren eine muslimische Antwort auf den Karikaturenstreit und die umstrittene Papstrede geben.
Neben dem berühmten ägyptischen Imam Amr Khaled nahmen beim Jahrestreffen der IGD auch die Vorsitzenden der muslimischen Dachverbände Ali Kizilkaya (Islamrat) und Axel Köhler (Zentralrat der Muslime) sowie der Generalsekretär der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG), Oguz Ücüncü, teil. Zusammen mit dem IGD-Präsidenten Ibrahim El-Zayat kündigten sie an, den Einheitsprozess muslimischer Strukturen fortzusetzen.
Der IGMG-Generalsekretär kritisierte in seiner Rede das Kopftuch-Verbot und sagte außerdem, dass die islamischen Religionsgemeinschaften bereits seit 50 Jahren offen für Fragen von Kirche und Bürgen seien und somit Integrationsarbeit leisteten. Der Staat dagegen sei „erst vor zwei Jahren auf die Idee gekommen, Integration betreiben zu wollen“, sagte Ücüncü. Die Jugendlichen rief er dazu auf, ihren Respekt gegenüber Allah durch „Schulabschlüsse, Ausbildungen und Diplome“ zum Ausdruck zu bringen: „Es bringt nämlich nichts, mit imperialem Gehabe über deutsche Straßen zu trotten, aber arbeitslos zu sein.“
In Bezug auf den Karikaturenstreit, dem „Gesinnungstest“ in Baden-Württemberg, der Oper „Idomeneo" und die Regensburger Papstrede sagte der Vorsitzende des Islamrats, Ali Kizilkaya: „Die beste Antwort auf diese Schmähungen ist es, unseren Propheten zu ehren“. Der Islamratsvorsitzende fügte hinzu: „Insofern können wir den dänischen Karikaturisten und dem Papst dankbar sein: Die ganze Aufregung zeigt ja, wie aktuell unser Prophet ist.“
Der IGD-Vorsitzender El-Zayat erklärte in seiner Rede zum Thema Integration: „Nur wenn wir die Probleme dieser Gesellschaft auch als unsere eigenen begreifen, werden wir zu deutschen Muslimen. Dann kann man von einer erfolgreichen Integration sprechen.“ (hv)
21.09.2004
Rückblick: IGD Jahrestreffen in Essen
Unter dem Motto "Muslime in Deutschland - Bereicherung statt Bedrohung" diskutierten namhafte Persönlichkeiten wie Amr Khaled, Murad Hofmann oder Sybille Haussmann in Essen. Knapp 10000 Besucher allein in der Gruga-Halle - Bilder der Veranstaltung
Die Gruga-Halle in Essen war voll als Amr Khaled die Bühne betrat. Gebannt lauschten die Besucher dem besonders bei den Jugendlichen beliebten Redner, dessen TV-Sendungen weltweit bekannt sind. Er unterstrich das Motto der Veranstaltungen und forderte die 10 000 Muslime - darunter insbesondere die Jugend - dazu auf, sich nicht zu isolieren und sich in der Gesellschaft zu integrieren und für diese eine Bereicherung darzustellen.
Eröffnet wurde die Veranstaltung durch Ibrahim El-Zayat, Präsident der Islamischen Gemeinschaft Deutschland. Ahmad von Denffer sprach über das muslimische Erbe Europas.
Es diskutierten Dr. Murad Hofmann, Botschafter a.D. zusammen mit der migrationspolitischen Sprecherin der grünen Landtagsfraktion Sybille Haußmann und Karl Peter Brendel, FDP Landtagsabgeordneter warum "Muslime in Deutschland gebraucht werden".
Prof. Issam El-Attar, bekannter arabischer Redner, referierte über das kontroverse Thema "Islam und Gewalt". Einen interessanten Vortrag hielt Dr. Omar Abdel Kafi, in dem er erläuterte, wie eine muslimische Bereicherung aussehen kann.
Begleitet wurde das abwechslungsreiche Programm von dem muslimischen Rapper Ammar Kedebe und dem britischen Sänger Sami Yusuf.
Am Sonntag fand das Treffen in Berlin statt. Dort waren ca 3000 Besucher zugegen. (HM)
 Amr Khaled beim Vortrag |  Viele sind gekommen, um ihn zu hören |
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 Initiator Ibrahim El-Zayat(r.) im Gespräch mit Dr. Omar Abdel-Kafi |  In der Gruga-Halle waren kaum noch Sitzplätze frei |
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