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22.07.2010 

Offener Brief aus DER ISRAELIT:

Sehr geehrter Herr Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière

mit Bedauern, Enttäuschung und Empörung habe ich von Ihrer Entscheidung Kenntnis erhalten, die Internationale Humanitäre Hilfsorganisation (IHH) auf deutschem Boden zu verbieten.

Wenn ich mir die veröffentlichte Begründung für Ihre drastische Maßnahme durchlese, entsteht nicht nur für mich der Eindruck, dass Sie bei dieser Entscheidung ganz offenbar von Motiven geleitet worden sind, die nicht mit deutschen Interessen in Einklang stehen, sondern eher mit jenen des zionistischen Staates "Israel" und seiner Lobby in Deutschland.

Sie heben darauf ab, dass eine Organisation, die dem Staat "Israel" das Existenzrecht abspräche, in Deutschland keinen legalen Anspruch auf das Vereinsrecht genießen dürfe.

Als orthodoxer Jude, der den göttlichen Gesetzen der Thora und den Überlieferungen und Anordnungen unserer Propheten, Weisen und Gelehrten verbunden ist, erachte ich es als meine Pflicht Sie darauf aufmerksam zu machen, dass die zionistische Bewegung und ihr Staat in diametralem Gegensatz zu eben diesen Lehren und Überlieferungen steht und dass seit der Entstehung der zionistischen Sekte vor etwas mehr als 100 Jahren von unseren Vorvätern und Gelehrten ein erbitterter Kampf gegen diese geführt worden ist.

Das deutsche Vorkriegs-Judentum, ob orthodox oder liberal, war dem Vaterland zutiefst verbunden und stand in seiner absoluten Mehrheit dem Zionismus vollkommen ablehnend gegenüber. Die geschundenen Seelen der durch die Nationalsozialisten in den Konzentrationslagern Ermordeten haben kein Testament hinterlassen, das nach einem sogenannten "jüdischen Staat" gerufen hätte. Im Gegenteil: Gerade unsere Opfer, orthodoxe und streng religiöse Juden aus Deutschland und Osteuropa und deren Hinterbliebene sowie Überlebende des Holocaust, haben uns das Vermächtnis und den Auftrag hinterlassen, dem Zionismus auch weiterhin Widerstand zu leisten und dem Staat "Israel" keine Existenzberechtigung zuzuerkennen.

Auch aus dem "realen Leben" weiß man, dass sich Erbschleicher jedoch dem Willen der Erblasser oft genug widersetzen, ihn verfälschen oder völlig umdeuten. Die Tragödie des 2. Weltkrieges und des daraus resultierenden Vakuums an echten Führungspersönlichkeiten des Judentums wurde von einer Handvoll Scharlatane auf dermaßen unglaubliche Weise entstellt, für ihre Zwecke einer dem Judentum fremden nationalistischen Ideologie missbraucht, um das einzige Ziel der Errichtung eines Staates zu erreichen.

Das religiöse Judentum ist ausgehend von unserer Thora und all unserer heiligen Schriften ein Gegner dieses Staates, der als eine Rebellion gegen den Schöpfer der Welt zu bewerten ist. Wäre es nach den religiösen Führern des Judentums gegangen, hätte es niemals einen Staat "Israel" gegeben.

Ihr verhängtes Verbot gegen die IHH ist deshalb nicht nur eines gegen diese humanitäre Hilfsorganisation, sondern in der Konsequenz auch eines gegen das der Thora treu verbundene Judentum. Hunderttausende von Juden auf der Welt und ihre etablierte Gemeinden hätten - in der Logik ihrer Entscheidung gedacht - kein Recht dazu sich als Gemeinden mit Vereinsrecht in Deutschland niederzulassen, weil sie das Existenzrecht des Staates "Israel" kategorisch ablehnen.

Mit Ihrem Verbot der IHH haben Sie in der Tendenz nicht nur auch ein organisiertes Thora-treues Judentum und damit die Thora selbst auf den Verbotsindex in Deutschland gestellt und somit ein orthodox-religiöses Leben von Juden außerhalb der zionistischen Vertretung des Zentralrats zumindest zweifelhaft, wenn nicht sogar unmöglich werden lassen, sondern Sie haben damit auch die Gefahren für das jüdische Volk potentiell erhöht.

Der zionistische Staat selbst ist heutzutage die Hauptursache für weltweit ansteigenden Antisemitismus und jüdisches Leiden, wo auch immer dies stattfindet. Das Verbot der IHH wird mit Sicherheit nicht dazu beitragen, dass dieses Leiden abnehmen wird. Das friedliche Zusammenleben der Völker und Religionen in Deutschland wird durch das Verbot der IHH sicherlich leider auch nicht gefördert.

Sehr verehrter Herr Bundesminister, in den vergangenen Wochen waren in New York, Jerusalem, Montreal, London und Brüssel Hunderttausende orthodoxe Juden auf den Straßen um gegen die Existenz des Staates "Israel" und seine fortgesetzten Grabschändungen im Heiligen Land zu protestieren. Alleine in New York waren es an einem Tag über 50.000. Jüdische Grabstätten sind - das wissen Sie vielleicht - für die Ewigkeit. In allen Ländern der Welt werden jüdische Grabstätten und Friedhöfe gepflegt und behütet. Übrigens auch und gerade im Iran. Doch der Staat, der sich selbst "jüdisch" nennt und leider von der Weltgemeinschaft als solcher betrachtet wird, schändet Hunderte von Gräbern unserer Weisen, die zum Teil bis weit über 2000 Jahre alt sind.

An diesem Staat ist nichts jüdisch! Alleine seine Existenz ist ein Affront gegen das überlieferte Judentum. Seine unmenschlichen Taten gegen das palästinensische Volk sind dermaßen verabscheuungswürdig und weder mit den Grundwerten der jüdischen Religion noch mit den universellen Menschenrechten vereinbar.

Die Bundesrepublik Deutschland täte gut daran, Organisationen die sich für die notleidende Bevölkerung des Freiluft-Gefängnisses Gaza einsetzen, Unterstützung zu leisten anstatt sie zu verbieten. Die Blockade Gazas muss ein Ende haben. Das Heilige Land und somit die ganze Welt wird solange keinen Frieden finden, wie der Zionismus dort das Sagen hat. Ich sage dies nicht, um zu verfluchen, sondern weil es so geschrieben steht.

Wenn Deutschland seiner Verantwortung für geschehenes Unrecht und Völkermord in den dunklen Jahren der Nazi-Diktatur gerecht werden will, dann sollte dieses Land sich in erster Linie darum bemühen, gegen Unterdrückung und Unmenschlichkeit gegen ein anderes Volk aufzubegehren und die Verursacher dafür zur Rechenschaft zu ziehen. Das palästinensische Volk trägt keinerlei Verantwortung für das, was Nazi-Deutschland dem europäischen Judentum angetan hat. Warum sollte es dennoch dafür büßen und bezahlen?

Verstehen Sie mich richtig, verehrter Herr Bundesminister: Ich vertrete hier keine Einzelmeinung, keine Sekte, sondern das traditionell überlieferte Judentum mit Hunderttausenden von gläubigen und frommen Juden auf der ganzen Welt und in deren Namen und im Namen der uns heiligen Thora möchte ich Sie darum ersuchen, das Verbot gegen die IHH zu annullieren.

Mit entsprechender Hochachtung gegenüber Amt und Person!

gez. Reuven Jisroel Cabelman (z. Zt. Antwerpen)

 

 

 

 

08.06.2010

Gewaltstudie: Islam an allem Schuld?

Zentralrat kritisiert fehlende Ursachenforschung, monokausale Begründungen der Studie und fordert: Imame besser und hierzulande auszubilden

Muslim, Macho, religiös, gewaltbereit - mit dieser plakativen Formel befeuert eine neue Studie des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN von Prof. Pfeiffer) und des Bundesinnenministeriums die Islamdebatte in gewohnter Richtung: der Islam ist gefährlich, bleibt fremd und ist latent gewalttätig.

Wie vor zwei Jahren mit der vom Bundesinnenministerium in Auftrag gegebene Studie „Muslime in Deutschland“ (Prof. Wetzel) erliegen die Macher der Versuchung mit soziökonomischen und bildungspolitischen Erklärungsversuchen zu geizen und stattdessen monokausal „den Islam“ als Begründung ins Feld zu ziehen. Zudem kommt noch hinzu, dass die Untersuchung ausschliesslich männliche Probanden heranzog.

Zudem weißt die Studie einmal mehr NICHT auf, WIE zukünftig die Muslime als Bündnispartner im Kampf gegen Radikalisierungstendenzen unter Jugendlichen, die sich muslimisch/türkisch/arabisch nennen, zu gewinnen sind und Programme dazu entwickelt werden könnten. Stattdessen wird auf die, zugegeben in der Mehrheit schlecht ausgebildeten und auf die Herausforderung im Land kaum vorbereiteten Imame herumgehackt, ohne nennenswerte konkrete Vorschläge zur Verbesserung in dieser Richtung zu präsentieren. Lediglich auf die Studie über die Imame von Rauf Ceylan - als Beweis sozusagen - hinzuweisen greift zu kurz, denn er kritisiert zurecht den Import vieler Imame aus dem Ausland, aber schweigt sich darüber aus, wie sich Politik bisher erfolgreich dagegen gewehrt hat, Ausbildungsgänge mit den Religionsgemeinschaften und der Wissenschaft gemeinsam in Deutschland zu entwickeln.

„Die Botschaft, die Imame seien Schuld an der Gewaltbereitschaft junger Muslime ist vollkommen aus der Luft gegriffen“, sagte die Grünen-Politikerin der Hannover Presse. Die Imame würden damit zu „neuen Sündenböcken der Nation“. Es gebe keinerlei Erkenntnisse für solche Zusammenhänge aus den Studien von Professor Pfeiffer oder aus anderen Studien.“ Polat warnte davor, bestehende Vorurteile weiterhin zu bedienen.

Wer "A" sagt muss auch "B" sagen

Aiman Mazyek, Generalsekretär im Zentralrat der Muslime in Deutschland stellt klar, dass die Forderung Pfeiffers zu kurz greife: "Wer A sagt, der muss auch B sagen. Wir fordern schon seit vielen Jahren eine Imamausbildung in Deutschland, doch diese kann die Politik nach unserer Verfassung nicht selber machen: Die Länder sind gehalten dies in Absprache mit islamischen Gemeinden zu tun. Einfach nach der Ausweisung ausländischer Imame zu rufen, hat populistische Züge", sagte Mazyek gestern der Frankfurter Rundschau . "Der Verfassung Rechnung tragen und Ausbildungsgänge mit den Muslimen zu organisieren, ist das Gebot der Stunde. Das habe ich von Herrn Pfeiffer aber nicht vernommen."

Auch Niedersachsens Integrationsministerin Aygül Özkan (CDU) plädiert für "eine zielgerichtete Weiterbildung der Imame in Deutschland". Grundsätzlich gelte: "Die jungen Menschen der dritten oder vierten Generation der Einwanderer brauchen positive Vorbilder."

Dass eine Macho-Kultur mit frauenfeindlichen Elementen und einem speziellen Ehrenkodex die Gewaltbereitschaft auch unter muslimischen Jugendlichen - meist aus bildungsfernen Schichten – vorhanden ist, bestreitet niemand, auch die muslimischen Verbände nicht.
Man verwahrt sich aber gegen die Analogie: der Islam ist an allem Schuld. Im Gegenteil, auch hier gilt: Je mehr man sich mit der Religion wirklich beschäftigt, desto stärker gibt es Veranlassung umzukehren für die Jugendlichen, d.h. vom Drogen- und Alkoholkonsum Abstand zu halten, ehrenvoll sich dem weiblichen Geschlecht zu zeigen und von der Gewalt abzuschwören. Denn wie heißt es in einem Hadith unseres Propheten: „Ein guter Muslim ist der, vor dem die Menschen in Sicherheit sind“. Wenn sich also gewaltbereite muslimische Jugendliche tatsächlich mit den Islam näher beschäftigen, werden sie schnell erkennen, dass sie einem gewaltigen Irrtum unterliegen und im Widerspruch zum Islam leben.

Gegen monokausale Erklärungsmuster

Deshalb sind größte Fragezeichen zu setzen, wenn die KFN-Studie einen deutlichen Zusammenhang zum Grad der Religiosität bei jungen Muslimen herstellt. Zurecht kritisiert der Zentralrat der Muslime, dass die Erklärungen nicht weit genug führen: "Es fehlt die seriöse Expertise über die Ursache des Phänomens", sagt Mazyek, "wer viele Jahre lang Diskriminierung im Alltag erlebt hat, entwickelt krankhafte Abwehrmechanismen. Manche gewaltbereiten Gruppen tragen dann die Religion als Flagge vor sich her, doch ihre Religiosität ist völlig diffus", so Mazyek. "Hier hätte Herr Pfeiffer klären müssen, was Religion für die Befragten tatsächlich bedeutet. Viele haben gar nichts mit den Glaubensgemeinden zu tun."

 

 

 

26.02.2010 

Augenzeugenbericht aus Kabul

 

Ein mörderischer Freitagmorgen in Kabul

heute Morgen bin ich gegen 06.30 Uhr durch eine gewaltige Explosion, deren Druckwelle die Fensterscheiben meines Schlafzimmers in tausend Stücke zerbrechen ließ, aus dem Schlaf gerissen worden. Wie sich kurze Zeit später bestätigt, handelt es sich bei der Explosion nicht wie zunächst von mir vermutet um eine Boden-Boden Rakete, sondern um eine Autobombe, die 200 Meter von meinem Aufenthaltsort im Kabuler Stadtteil Schar-i-Nau gezündet worden ist. Anschlagsziel ist das beliebte Kabuler Einkaufszentrum “Safi Landmark” gewesen, in dem sich neben zahlreichen Boutiquen und Restaurants, im obersten Stockwerk ein, auch von Ausländern gern aufgesuchtes Hotel befindet, das dem Besucher eine wundervolle Aussicht auf die Hauptstadt Afghanistans bietet.

Die grüne Glasfassade des Gebäudes ist massiv beschädigt, und die vielen kleinen Läden im näheren Umkreis sind in starke Mitleidenschaft gezogen worden.

Nach ersten Informationen sind heute Morgen zwei Fahrzeuge in die Kreuzung vor dem “Safi Landmark” eingefahren. Die Insassen der Fahrzeuge tragen Polizeiuniformen und geben vor, auf Patrouille zu sein. Aus diesem Grund lassen die an jeder großen Kabuler Kreuzung positionierten Beamte, sie bis vor den Haupteingang des Gebäudes vorfahren. Dort steigen mehrere Personen aus und erschießen die vor dem Gebäudeeingang stehenden, vollkommen überraschten, privaten Wachmänner. Während die Polizei an der Kreuzung das Feuer auf die Angreifer eröffnet, wird das zweite Fahrzeug vor einem weiteren Eingang des Gebäudes zur Explosion gebracht. Die wuchtige Explosion lenkt die Aufmerksamkeit der Sicherheitskräfte für wenige Momente von den Angreifern ab, so dass die Bewaffneten in das Gebäudeinnere eindringen können, und ihr mörderisches Treiben fortsetzen. Nach ersten Angaben hat es mindestens zehn Tote gegeben, aber es ist anzunehmen, dass dieser Angriff mehr Menschen das Leben gekostet hat. Der ersten Explosion folgen mehrere kleine Explosionen und heftige Feuergefechte mit schweren und leichten Feuerwaffen in den Seitenstraßen Auseinandersetzungen, die sich zum Teil direkt vor meiner Haustür abspielten.

Gegen 08.30 Uhr ereignet sich noch einmal eine schwere Explosion, ob es sich dabei um eine weitere Autobombe handelt, ist immer noch nicht bekannt. Seit 10.00 Uhr herrscht Ruhe, die Schüsse sind verstummt, wie auch die Sirenen der Rettungswagen; jetzt, nach über zwei Stunden können keine Menschen mehr gerettet werden, die Zeit der Leichenwagen ist gekommen. Kabul ist still, totenstill.

Der Stadtbezirk ist abgeriegelt, für den privaten Verkehr blockiert, die afghanischen und internationalen Fernsehsender zeigen die ersten Bilder vom Anschlagsort. Menschen stehen auf den Straßen vor dem Anschlagsort, ihre Verzweiflung steht ihnen ins Gesicht geschrieben, einige weinen. An Gewalt, Mord und Tod kann sich niemand gewöhnen, WILL sich niemand gewöhnen.

Ich höre wie in den umliegenden Gebäuden die Glassplitter zusammengekehrt werden, und wie sie klirrend in Metalleimer fallen; die ersten Aufräumarbeiten haben begonnen. Die Sachschäden können behoben werden, aber heute werden aus vielen afghanischen Haushalten Klagegesänge ertönen, Tränenerstickte Stimmen zu hören sein, Kinder um ihre Väter, Frauen um ihre Ehemänner, Eltern um ihre Söhne trauern und Angehörige in den kärglich ausgestatteten Krankenhäusern am Krankenbett um das Leben ihrer Lieben bangen.

Heute ist der Geburtstag des Propheten des Islam, Mohammad-Friede sei mit ihm. In einigen Ländern der Muslimischen Welt wird dieser Tag, der keinem religiösen Ritus entspricht, aber sich als eine Tradition in die Lokalkultur eingebürgert hat, mit Rezitationen aus dem Quran und besonderen Armenspeisungen gefeiert. Gestern hat die private afghanische Fernsehstation “Ariana” den bekannten Film “The Message” gezeigt, in dem in wunderbarer Weise der Beginn und die befreiende Entfaltung des Islam nachgezeichnet wird, ein filmisches Kunstwerk, ein Plädoyer für den Islam,  produziert in den 70-iger Jahren von Moustafa Akkad, der vor wenigen Jahren selbst bei einem Terroranschlag in Jordanien gestorben ist. Dieser Film bewegt mich immer wieder, auch wenn ich ihn schon unzählige Male gesehen habe, zeigt er doch die vom Propheten gelebte beispielhafte Praxis des Islam auf, geprägt von Barmherzigkeit, Vergebung, Edelmut, Tugendhaftigkeit, Aufrichtigkeit und vor allem Gerechtigkeit. Die Nachrichtensender lassen verlauten, dass der Sprecher der Taliban Zabiullah Mujahid die Verantwortung für den morgendlichen mörderischen Anschlag übernommen hat. Wie weit können sich einige Menschen von der großartigen Botschaft des Islam entfernen und dennoch behaupten für seine Botschaft einzutreten?

Durch mein glasloses Fenster höre ich ein kurzes Gespräch zwischen zwei Sicherheitsbeamten, die gemeinsam die Scherben der Fensterscheiben ihres kleinen Zimmers, unweit von meiner Wohnung gelegen, aufsammeln: „Gott sei es gedankt, dass wir zum Morgengebet wach geworden sind und nicht im Zimmer waren, als die Scheiben zerbarsten, sonst wären wir wohl nicht heil davon gekommen. Alhamdulillah!”

Die Menschen halten unbeirrbar an ihrer Religion fest; sie wissen, dass Terrorismus sich von den Lehren des Islam nicht abgeleitet werden kann. Ihre Religion hat nichts mit der Überzeugung einiger weniger Verblendeter zu tun; dies gibt Hoffnung auf ein bessere Zukunft, wie auch der Ruf des Muezzin in der Moschee nebenan, der die Gläubigen Muslime gerade zur Teilnahme am Freitagsgebet aufruft. Viele werden auch heute dem Ruf folgen, trotz der nassen Kälte, trotz der aufgeweichten Zufahrtswege, trotz eines mörderischen Fanatismus, der heute Morgen wieder einmal zugeschlagen hat. Die Menschen dieser Stadt, dieses seit 30 Jahren von Invasion, Krieg und Besatzung geschundenen Landes geben ihre Hoffnung auf eine bessere Zukunft nicht auf.

Ich gehe in den Garten meines Hauses und entdecke in einem Blumenbeet ein fast künstlerisch anmutendes Metallteil. Bei näherer Betrachtung stelle ich fest, dass es sich um ein Stück des Autos handelt, das heute Morgen unweit von meiner Wohnung explodiert ist. Ausdruck der Kunst des sinnlosen Töten!

Vor zwei Tagen sind 29 Zivilisten, darunter Frauen und Kinder bei einem Angriff durch Nato-Flugzeuge in der Provinz Uruzgan ermordet worden, von diesem Anschlagsort habe ich keine Bilder gesehen. Dort hat die hochmoderne Technik feige gewütet. Sinnlos ist auch diese Kriegskunst gewesen, wie so vieles in diesem schmutzigen und unehrlichen Krieg am Hindukusch.

M.Belal El-Mogaddedi

Kabul-Afghanistan

 

 

 

 

Liebe Geschwister im Islam, 

Der heilige Monat Muharram, der erste Monat des islamischen Jahres 1431, der am Freitag, den 18.12.2009 begonnen hat. Er ist einer der vier heiligen Monate und ihm wird ein ganz besonderer Stellenwert zugeschrieben.

Dazu steht im Koran geschrieben:

„Die Anzahl der Monate bei Allah ist zwölf Monate, in der Schrift Allahs, am Tag, als Er die Himmel und die Erde geschaffen hat. Davon sind vier heilig, dies ist die rechte Religion, also tut euch selbst in ihnen kein Unrecht an...“ (9:36).  

Der Prophet – Allahs Friede und Segen über ihn- lehrte uns:

„Das beste Fasten nach dem Ramadan ist in Allahs Monat Muharram…“ (Muslim)

Und so wie es im Ramadan eine besondere Nacht gibt (Lailatul-Qadr) gibt es auch im Monat Muharram einen besonderen Tag: den Aschura-Tag.

Aschura- wörtlich der Zehnte, weil es der zehnte Tag in Muharram ist, kennzeichnet einen besonderen Anlass in der Geschichte: an diesem Tag verhalf Allah der Allmächtige seinem Propheten Moses zur Flucht vor dem Tyrannen Pharao, indem er ihm einen Weg durch das Meer bahnte. Aus Dankbarkeit und in der Erinnerung an dieses Wunder beschloss der Prophet Moses diesen Tag zu fasten

Unser Prophet Muhammad (s) führte diese Tradition weiter, sodass es allen Muslimen empfohlen ist, dies ebenfalls zu tun.

Dazu sagt der Prophet (s): „... und das Fasten am Aschura-Tag – ich hoffe ja darauf, dass Allah (damit die Sünden des) vorausgegangenen Jahres vergibt.“ (Muslim)

Ibn Abbas, Allahs Wohlgefallen auf ihm, berichtete:

Der Prophet (s) hat gesagt:
"Wir haben mehr Anrecht auf Musa: Fastet am Aschura-Tag und fastet zusätzlich am Tage zuvor oder am Tage danach." (Muslim)

Am Sonntag, dem 27. Dezember 2009, ist der 10.Muharram1431!

Wir sollten alle dieses Angebot ergreifen - schließlich bietet uns Allah an, das vergangene Jahr zu vergeben!

Möge Allah unsere Taten und Absichten annehmen! Amin.

weitere Islamische Feiertage 

 

 

 

12.12.2009

TAG  DER INTEGRATION

 

Wie viele Welt- und Nationaltage gibt es? Eine Frage, die ich nicht beantworten kann. Erst gestern habe ich eine Mail erhalten, dass die UNO seit 1977 den 29. November als „Welttag der Solidarität mit dem palästinensischen Volk“ proklamiert hat.

Ich habe meinen Terminkalender geholt und rein geschaut, was dies für ein Tag war. Der Sonntag! Und wo war ich an diesem besagten Tag? Ich hatte mit einem akademischen Verein  das Opferfest gefeiert. Nichts in der deutschen Presse, auch Nichts in den arabischen Sendern (die ich empfange) haben mich an die Solidarität mit dem palästinensischen Volk erinnert. Und da stellt sich bei mir die Frage, warum und wofür sind diese Tage gut?

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10.12.2009 

Radikalisierung in den Moscheen?

Mustafa Yeneroğlu

Letzte Woche hat Bundesinnenminister de Maizière in einem Interview mit der Zeit geäußert, dass die Radikalisierung von Muslimen fast immer rund um die Moscheen stattfindet. Diese Position scheint in der öffentlichen Diskussion Konsens zu sein, wo doch niemand Anstoß daran genommen hat. Auch deckt sie sich mit den früheren Verlautbarungen der Sicherheitsbehörden. 

Aber stimmt diese Behauptung auch?

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weitere interessante Powerpoints

 

 

 

04.12.2009

Alle Tage wieder!

Wieder einmal wurden die Büros und Privatwohnungen von Verantwortlichen der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs durchsucht. Und wieder einmal wird das ganze medial begleitet. Wonach sucht man, wenn innerhalb eines Jahres in groß angelegten Aktionen die IGMG und ihre Verantwortlichen bereits zum vierten Mal durchsucht werden? Leider wird man den Eindruck nicht los, dass hier nach der sprichwörtlichen Stecknadel im Heuhaufen gesucht wird, ganz nach dem Motto: hier muss doch etwas sein, wir müssen einfach nur lange genug suchen.

Als Bürger dieses Landes müssen wir die Frage stellen, inwieweit bei solchen Aktionen die Verhältnismäßigkeit gewahrt und wie mit unseren Steuern umgegangen wird. Verhält sich der Staatsapparat noch innerhalb der Rechtstaatlichkeit, die er zu schützen hat oder hat er seine Grenzen überschritten? Wieso das Ganze viermal, obwohl man immer wieder die selben Akten und Computer mitnimmt.

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01.12.2009

Kristina Köhler- eine Frau, die integriert, wo sie kann
 

[ Integrieren haben wir immer verstanden als Kunst des Zusammenführens bisher getrennter Teile eines Ganzen. Frau Köhler sieht das offenbar nicht ganz so.]

Am 30. November 2009 soll Kristina Köhler (32) zur Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ernannt werden. Die Kölner Presse ist begeistert, denn: "Kristina Köhler ist jung, attraktiv und erfolgreich. Die Benennung der dynamischen Soziologin zur Familienministerin gibt der schwarz-gelben Koalition neuen Glanz", weiß der Kölner Stadt-Anzeiger. "Jung, telegen und aus Hessen", so die KR. Aus Hessen ist auch der evangelische Pfarrer Hans Christoph Stoodt, engagiert in der Anti-Nazi-Koordination Frankfurt. Für KStA- und KR-Leser hier seine von der Redaktion ergänzten Informationen über die Soziologin, die laut Angela Merkel "bislang eher im Bereich Integration tätig gewesen sei", so die ZEIT.

 

01.12.2009

Denkanstöße nach der Schweizer Wahl!

 

Die Eidgenossen haben in einer Volksabstimmung gegen den Bau von Minaretten auf Moscheen votiert. Die Schweizer Wähler verdienen von mir die Achtung und dies gibt mir einige Denkanstöße.

Es ist eine Stärke der Demokratie, wenn die gesellschaftlichen Kräfte mit offenen Meinungen kommunizieren. Und wer ist volks-demokratisch mehr als die Eidgenossen? Nicht die Volksvertreter alleine entscheiden für das Land, sondern auch das Volk selbst durch seine unzähligen Volksabstimmungen nimmt die Verantwortung des Geschehens in der Hand. Das zeigt uns, wie vielfältig die Demokratie ist. Können wir Muslime offen darüber diskutieren, welche dieser europäischen Formen am nächsten zum islamischen Schura-Prinzip ist?

Unabhängig ob mittelbare oder unmittelbare Demokratieform, sollten wir als gesellschaftliche Kraft schauen, wie wir in dieser Kommunikation und Dialog uns einfügen können?

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Umfrage:

Wie wichtig ist das, was z.B. Amr Khaled predigt, für ihren Glauben?

 

Amr Khaled

ist zwischenzeitlich auch in westlichen Sprachen zugänglich. Er predigt über den Glauben, über Moral oder Prophetenbiographien, aber auch über familiäre Probleme oder das Leben der muslimischen Minderheit in Europa.

 

  

27. 11. 2009

Roland Koch entschuldigt sich bei Kermani

 

Die Kommunikation mit Kermani sei nicht gelungen gewesen. Dafür entschuldigte sich der hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU) bei dem muslimischen Autor Navid Kermani bei der Verleihung des hessischen Kulturpreises

Der mit 45.000 Euro dotierte Hessische Kulturpreis wurde gestern an vier Vertreter von Christentum, Judentum und Islam verliehen. Der Mainzer Bischof Karl Kardinal Lehmann, der ehemalige hessen-nassauische Kirchenpräsident Peter Steinacker, der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Salomon Korn, und der deutsch-iranische Schriftsteller und Islamwissenschaftler Navid Kermani wurden für ihre besonderen Verdienste um den Dialog zwischen den Religionen gewürdigt. Damit ging eine monatelange Kontroverse um die Auszeichnung Kermanis zu Ende.

Ausgelöst hatte den Streit der Mainzer Bischof Kardinal Karl Lehmann. Er lehnte es ab, gemeinsam mit Kermani geehrt zu werden und schrieb einen Brief an Koch. Unterstützung erhielt der er von Peter Steinacker, der frühere Präsidenten der Evangelische Kirche in Hessen und Nassau. Als Begründung führten die beiden einen Aufsatz Kermanis über christliche Kreuze aus, in der Kermani im Zusammenhang mit der Kreuzestheologie von Gotteslästerung geschrieben hatte, am Ende aber zu dem Schluss gekommen war: „Ich könnte an ein Kreuz glauben.“

Der Hessische Kulturpreis: Der aufgrund eines Kabinettbeschlusses der Landesregierung Hessen von Juni 1981 geschaffene Hessische Kulturpreis wird seit 1982 jährlich für besondere Leistungen in Kunst, Wissenschaft und Kulturvermittlung vergeben. Roland Koch ist Vorsitzender des Kuratoriums des Hessischen Kulturpreises.

Koch: “Dafür entschuldige ich mich persönlich”
Aus Sicht von Roland Koch sei eine Auszeichnung ohne die beiden Kirchenmänner, „undenkbar“, gewesen, weswegen er Kermani ausgeladen habe. Koch räumte in seiner rede aber ein, dass die Kommunikation mit Kermani „nicht gelungen“ sei. Das gelte insbesondere für die Tatsache, dass Kermani durch Anrufe von Journalisten und nicht aus der Staatskanzlei erfahren habe, dass ihm der Preis aberkannt werden solle. „Dafür entschuldige ich mich persönlich und für alle, die daran beteiligt waren“, fügte der Regierungschef unter dem Beifall des Publikums hinzu.

http://www.migazin.de/2009/11/27/roland-koch-entschuldigt-sich-bei-kermani/

 

  

 

Liebe Geschwister im Islam,

Sehr geehrte Damen und Herren, 

  

Die Islamische Gemeinschaft in Deutschland IGD beglückwünscht die Muslime in Deutschland und auf der ganzen Welt zum bevorstehenden Opferfest am Fr, den 27.11.2009.

Donnerstag, der 26.11.2009 werden ca. 3 Mio. Muslime in Arafat bei Mekka versammelt sein, um die Pilgerfahrt zu begehen. Möge Allah ihre und unsere Bittgebete annehmen und Frieden auf dieser Welt schaffen. Unser besonderes Augenmerk geht an die Bedürftigen, Armen und Notleidenden dieser Welt. An sie sollte diese Tage durch Bittgebete und großzügige Geld- und Sach-Spenden gedacht werden.  

Wir werden in diesen Tagen wieder daran erinnert, wie der Prophet Abraham bereit war, im Gehorsam gegen Allah seinen Sohn Ismael zu opfern.
Gehorsam ist ein Akt, der von allen Gläubigen gefordert wird, wenn es gilt, den Willen des einen Gottes gegen die vielen Götzen unserer Welt zu hören und zu tun.

Diese Tage sind aber auch Tage der Freude, die man mit der Gesellschaft teilen sollte. Zwietracht und Feindschaft kosten nur Energie und sollten keinen Platz in unserem kurzen Leben einnehmen. 

In diesem Sinne ein friedliches und frohes Fest für ALLE!

 

 

 

 

25.11.2009

UNITE TO SAY NO TO VIOLENCE AGAINST WOMEN 

 

In declaring November 25th « international day of eradicating all kind of violence against women” the UN invites all governments and NGO’s to lead actions and events dedicated to sensitising public opinion about this issue. 

The European forum of Muslim Women

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23.11. 2009

De Maizière – "Islam willkommen, Islamismus nicht"

 
Der neue Innenminister Thomas de Maizière (CDU) will sich darum kümmern, dass in Deutschland lebende Muslime nicht dem Extremismus verfallen, sondern die hier geltenden gesellschaftlichen Werte akzeptieren. Besonders wichtig sei ihm dabei die Gleichberechtigung: Dort gebe es "noch enorme Probleme".

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Vorzüge der 10 Tage vom Monat Dhul Hidschaa


Am Mittwoch, den 17.11.2009 ist es wieder soweit. Der Monat Dhul-Hidscha beginnt und am Freitag, den 27.11.2009 feiern die Muslime ihr Opferfest.

In wie weit unterscheiden sich die ersten 10 Tage des Monats von Dhul Hidscha von den anderen Tagen des Jahres?

Alles Lob gebührt Allah, Der die Zeit geschaffen hat und einige Zeiten über andere bevorzugt hat; so hat Er spezielle Monate, Tage und Nächte mit Vorzügen ausgestattet, so dass diese besser als andere sind und in ihnen der Lohn (für begangene Taten) vervielfacht wird. Das ist eine Barmherzigkeit Allah's gegenüber Seinen Dienern, damit sie ermutigt werden, noch mehr rechtschaffene Taten zu vollbringen und sie eifriger in den gottesdienstlichen Handlungen werden. Dadurch bemüht sich der Muslim auf ein Neues, damit er einen größeren Anteil der Belohnung erlangt. Er bereitet sich auf den Tod vor, bevor dieser ihn packt und sorgt vor für den Tag des Gerichtes, indem er gute

Taten verrichtet. 

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12. 11.  2009

Sonderpreis an das Muslimische SeelsorgeTelefon

Im Rahmen des diesjährigen Berliner Präventionstages, der unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin steht, wurde dem Muslimischen SeelsorgeTelefon am 10. November 2009 der mit 1.000,-€ dotierte Sonderpreis der SECURITAS Sicherheitsdienste GmbH & Co.KG verliehen. 

Die Laudatio hielt der Vorsitzende der Landeskommission Berlin gegen Gewalt, Staatssekretär Thomas Härtel, der zuvor den 10. Berliner Präventionstag vor erneut mehreren hundert Gästen eröffnete.
Die Verleihung des Berliner Präventionspreises 2009 fand im Rathaus Schöneberg im ehrwürdigen Willy-Brandt-Saal statt. Die anschließende Pressekonferenz im Goldenen Saal fand ebenso reges Interesse. Für MuTeS nahmen Imran Sagir, MuTeS-Geschäftsführer, sowie Uwe Müller, MuTeS-Mitbegründer und Ausbilder der MuTeS-Ehrenamtlichen, an beiden Ereignissen teil. Auch der Träger des Muslimischen SeelsorgeTelefons war mit Ismet Misirlioglu, Leiter des Berlinbüros von Islamic Relief e.V., bei der Feierstunde vertreten.
Bei den Preisen der Landeskommission Berlin gegen Gewalt ging der 1. Platz an die Paul-Braune–Schule und der 2. Preis an den Kinder- und Jugendzirkus Cabuwazi. Mit dem 3. Preis wurde das Projekt „Beratung für Männer – gegen Gewalt“ des Vereins Volkssolidarität Landesverband Berlin ausgezeichnet. Alle ausgezeichneten Organisationen präsentierten sich mit einem Informationsstand den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Präventionstages.

MuTeS:  030 4 35 09 821 

 

 

 

11.11.2009

Tragisches Ende von Robert Enke 

Der Anwäter auf die Nummer 1 der deutschen Nationalmannschaft, Torhüter Robert Enke von Hannover 96 ist am Dienstag, den 10.11.2009 gestorben. Nach langjähriger Depression und großem Leidensdruck hat er den Selbstmord gewählt.

Wir drücken der Familie und allen Fans des Ausnahme-Sportlers unser tief empfundenes Beileid aus.

 

 

11.11.2009

Höchststrafe im Mordprozess Marwa El-Sherbini

Das von Hass geprägte Leben des Alex W. 

 

Der Russlanddeutsche Alex W. muss den Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini mit einer lebenslangen Freiheitsstrafe büßen. Das Landgericht Dresden stellte die besondere Schwere der Schuld fest. Das Motiv war "Ausländerhass", der sich wie ein roter Faden durch das Leben des Verurteilten zieht. 

ZMD nimmt Urteil mit Erleichterung auf und mahnt weiter zur Wachsamkeit gegenüber Rassismus - Ayyub Köhler: "Stolz auf unser Rechtssystem" –

Dresden/Kairo/Köln - Größtenteils mit Genugtuung und Erleichterung ist das Urteil gegen Alex W., den Mörder von Marwa El-Sherbini, aufgenommen worden. Der Rechtsanwalt des Witwers von Marwa El- Sherbini, Heiko Lesch, hat die Urteilsverkündung als "Tag der Gerechtigkeit" bezeichnet.
"Das Urteil bringt uns die geliebte Frau von Herrn Okaz und Mutter des kleinen Mustafa nicht wieder", sagte er. "Ich bin aber froh, dass der Täter seiner gerechten Strafe zugeführt wird." Elwi Okaz wollte sich nicht äußern. Der 32-jährige Ägypter, der am 1. Juli von Alex W. lebensgefährlich verletzt worden war, als er seine Frau schützen wollte, hatte das Urteil gefasst aufgenommen.
Die Vorsitzende Richterin Birgit Wiegand sprach Elwy Ali Okaz die Hochachtung der Kammer für sein sachliches und höfliches Verhalten während des Prozesses aus. "Sie haben in der Tradition im Auftreten Ihrer Frau höflich, sachlich und sachgerecht gehandelt - das nötigt uns allen tiefen Respekt ab." Elwy Ali Okaz war 2004 nach Deutschland gekommen, um zu promovieren.

 

11.11. 2009  

„Glücklichster Tag und Schicksalstag in einem“ -20 Jahre Mauerfall und 71. Jahrestag der Pogromnacht

Özlem Nas

20 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer wurde am 9. November ein Fest der Freiheit in Berlin gefeiert, denn am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Staats- und Regierungschefs aus rund 30 Staaten zu den Jubiläumsfeiern empfangen.

Sie nannte den 9. November 1989 den „ glücklichsten Tag der jüngeren deutschen Geschichte". Die US Außenministerin Hillary Clinton und der russische Präsident Dmitri Medwedew nahmen an den Feierlichkeiten in der deutschen Hauptstadt teil. 

Der  9. November im Jahr 1938 war im wahrsten Sinne des Wortes kein glücklicher sondern ein dunkler Tag in der deutschen Geschichte. Am 9. November brannten zahllose Synagogen in Deutschland, jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden überfallen, demoliert und geplündert. Jüdinnen und Juden wurden von antisemitischen Deutschen verfolgt, gedemütigt und ermordet. Etwa 30.000 wurden in Konzentrationslager verschleppt. Die vom NS-Regime gesteuerte Gewalt der Pogromnacht bildete den Auftakt auf dem Weg zu Deportation und Vernichtung, zum organisierten Massenmord an den europäischen Jüdinnen und Juden im Dritten Reich.  

Der „glücklichste Tag der jüngeren deutschen Geschichte“ kann nicht ohne das Erinnern an den „dunklen Schicksalstag“ der Pogromnacht gefeiert werden, denn rassistische Übergriffe, die im jüngsten Beispiel zum Tod einer muslimischen Frau in einem deutschen Gerichtssaal führten sind dem deutschen Alltag nicht fremd.

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Europe & Islam: Whose Identity Crisis?

Hosted by Sajjad Karim MEP

Invitation to join a debate
Thursday 19th November 2009 - 10:30 to 13:00
European Parliament, Brussels

In a continent of diverse cultures how people choose to identify themselves is becoming increasingly important; whether through nationality, religion, language or political outlook. Can these identities mix, are they changing, and which are most important?

And is identity in Europe becoming a more complex issue for its citizens? How are European Muslims reconciling their multiple identities? And what is the basis for a European identity? Does an increase in extremism, euroscepticism, islamaphobia and a move back towards nationalism indicate that people are unhappy with those who identify themselves in different ways?

In a continent progressively challenged by mixed identities, who is it with the identity crisis? Europe, or Islam, or both?

Participants

  • Pal Schmitt, Vice-President of the European Parliament
  • Douglas Murray, Director, The Centre for Social Cohesion
  • Malika Hamidi, Vice-President, European Muslim Network
  • Dr Chris Allen, Academic, writer and broadcaster on Islamophobia in Europe
  • Bashy Quraishy, Chair Advisory Council, European Network Against Racism
  • Daniel Hannan, Member of the European Parliament

Debate moderated by Shada Islam, Senior Policy Executive, European Policy Centre.
If you are interested in attending this debate please register your interest with us at osedebate@britishcouncil.be osedebate@britishcouncil.be This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it  before 11th November. 

 

weitere interessante PPP´s: 

 

         

Viren in der Ehe 

Philosophy

 Tears of women The Pencil

 

 

05.11. 2009 

Nächste Islamkonferenz für Anfang 2010 angesetzt 

 

 Der neue Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) plant die Fortführung der Islamkonferenz. Anfang kommenden Jahres soll das nächste Treffen der Islamkonferenz stattfinden. Das gab de Maizière nach Beratungen mit den Innenministern und -senatoren der Union am Montag in Berlin bekannt.

De Maizières Vorgänger Wolfgang Schäuble hatte die Islamkonferenz 2006 initiiert, um einen Dialog zwischen dem Staat und den Muslimen in Deutschland zu institutionalisieren und die religions- und gesellschaftspolitische Integration der muslimischen Bevölkerung zu verbessern. Jeweils  15 Vertreter der Muslime und des deutschen Staates diskutierten in den bisherigen vier Plenarsitzungen um religions- und gesellschaftspolitische Anliegen der muslimischen Bevölkerung. 

Desweiteren strebe der neue Minister fürs Innere eine neue Bleiberechtsregelung für lange in Deutschland geduldete Ausländer an. Er hoffe, dass die Minister auf der nächsten Innenminister-Konferenz Anfang Dezember eine gemeinsame Lösung finden können. Die Angelegenheit ist dringend, denn sofern geduldete Ausländer bis zum Jahresende kein Beschäftigungsverhältnis nachweisen können, droht ihnen die Abschiebung. Die derzeitige Bleiberechtsregelung läuft dann nämlich aus. 

Ferner kündigte de Maizière die Verbesserung der Sicherheit im Internet an. „Es ist an der Zeit, dass wir einen systematischeren Ansatz entwickeln.“, sagte er. Der Schutz des sicheren Datenverkehrs zwischen einzelnen Bürgern soll dabei im Mittelpunkt stehen. (fy)

 

 

28.10.2009

Frau im Islam-Klischee ade 

Am Di, den 27.10.2009 war ich zum Vortrag bei der 15. Stuttgarter Islamwoche eingeladen. Ich war aufgeregt und musste vormittags noch meine Patienten versorgen. Ich hetzte zum Boarding, wo der Bus zur Maschine schon abgefahren war. Ein weiterer Bus sollte mich alleine zur Maschine fahren.

 

Der Empfang am Stuttgarter Flughafen war sehr herzlich, trotzdem stieg mein Lampenfieber weiter an.

Der Hörsaal war allhamdulillah gut besucht, ca.350 Leute.

Das Thema hatte ich schon oft gehalten, doch welche Fragen werden wohl diesmal gestellt werden. Die Atmosphäre im Hörsaal war sehr gut und ich konnte meine vorgegebene Zeit gut einhalten.

Nach der lebhaften Pause kam die Fragerunde. Die meisten Fragen hatte ich schon oft beantwortet, auch im TV-Talk "Maischberger" von   12-06 und "Quergefragt" von 4-07.

Doch eine Frage brachte mich ins Grübeln:

 

Wie wird ein Vergewaltiger im Islam überführt?

Braucht man dafür vier Zeugen?

 

Ich wollte nichts Falsches sagen und versprach der netten Dame ihre Frage per Mail zu beantworten. Dies war wieder mal ein Anlass für mich, weiter zu forschen und Experten zu fragen. Eine ausführliche Antwort habe ich wenig später von Dr. Ahmad Al-Khalifa bekommen, die ich euch nicht vorenthalten möchte.

 

Wieder einmal hat sich mein Motto bestätigt: „Wenn du ein Vortrag hältst, lernst du selbst dabei am Meisten.“

 

Herzliche Grüße HT

 

 

26. 10. 2009

Palästina: Sturm der Al-Aqsa Moschee durch israelische Soldaten

Israel hat erneut den Tempelberg und die Al-Aqsa Moschee abgesperrt. Hunderte von israelischen Soldaten stürmten danach am Sonntag die Al-Aqsa Moschee. Dabei wurden vermutlich mehr als 15 Palästinenser verletzt. Die Soldaten sollen Tränengas eingesetzt haben. Die Kritik an Israel für deren Politik um die Al-Aqsa Moschee reißt nicht ab. Auch ranghohe Gelehrte melden sich jetzt zu Wort und verurteilen die Angriffe.

Offiziellen Angaben zufolge wurden mehr als 15 Palästinenser beim Sturm der israelischen Armee verletzt. Weitere 20 Palästinenser wurden festgenommen.

Die Lage bei der Moschee in Jerusalem gilt als angespannt. Der Gelehrte Scheich Muhammad Hussein warnte zudem vor einer Eskalation der Lage. Laut Islamonline.net sagte der Gelehrte auch, dass die israelischen Truppen alles und Jeden mit Schlagstöcken “bearbeitet” hätten, die ihnen untergekommen seien. So machten die Soldaten auch vor Frauen und Kindern keinen halt und hätten brutal zugeschlagen.

Die Muslime hatten sich am Sonntag in der Moschee versammelt um ihr Heiligtum vor einer angekündigten jüdischen Besatzung zu beschützen. Demnach soll eine Demo entstanden sein. Die protestierenden sollen laut Darstellung offizieller israelischer Stellen Steine geworfen haben, weshalb man den Tempelberg schließlich gestürmt habe. Von einer Absperrung wisse man nichts.

Die Al-Aqsa Moschee ist seit Wochen und Monaten Schauplatz eines kalten Krieges gewesen. Israel hatte noch vor kurzem Baumaßnahmen unter der Moschee vornehmen lassen, die von der Bevölkerung und durch ein unabhängiges Gutachten von türkischer Seite als geeignet eingestuft wurden, den Moscheekomplex zu zerstören. Die Bauarbeiten wurden zwar eingestellt, aber die israelische Administration betreibt eine Art “Judaisierung” von arabischen Vierteln. So werden Häuser und Flächen zwangsgeräumt und Juden quasi in arabische Viertel einquartiert.

Die Palästinenser werfen zudem der israelischen Administration vor, absichtlich bei der Moschee für Aufruhr zu sorgen und zu provozieren. Bereits beim Laubhüttenfest war es zu einer Eskalation gekommen, weil den Muslimen der Zutritt zur Moschee verweigert wurde.

Auch immer mehr Länder sowie die Organisationen der Islamischen Konferenz äußerten ihren Unmut über das Vorgehen von Israel. Generalsekretär Ekmeleddin Ihsanoglu verurteilte die Stürmung der Tempelberges.

Mit deutlicheren Worten wandte sich einzig der muslimische Gelehrte Qaradawi an die muslimische Weltgemeinschaft.

 

QARADAWI: DIE ISLAMISCHE WELT MUSS DIE AL-AQSA MOSCHEE BESCHÜTZEN

 

 

 

weitere Infos zu Vorträgen und Referenten unter www.iwoche.de

  

Themen:
Die Quellen des Islams: Wahrheit oder Dichtung? – Amir Zaidan;
Die muslimische Frau – Klischee adé! – Dr. Houaida Taraji;
Islamisches Finanzsystem: (k)eine ernsthafte Alternative? – Michael Saleh Gassner;
Islam in aller Munde – Entwicklung eines Feindbildes – Dr. Sabine Schiffer;
Sinn des Lebens in der Moderne – Abdurrahman Michael Reidegeld;
Unter der Schirmherrschaft von Prof. Dr. Eckart Olshausen
Veranstalter: Muslimische Studenten Union an der Universität Stuttgart
 
Ort:Universität Stuttgart Vaihingen • Pfaffenwaldring 7 • Hörsaal V

 

 

 

Salam alaikum,

 

wir möchten mit euch diese schönen und lehrreichen Präsentationen teilen:

 

Wenn ihr auch interessante Präsentationen habt, die ihr als Sadaqa jariyya (fortlaufender Nutzen mit andauernder Belohnung) zur Verfügung stellen wollt, so schreibt bitte an:

 

info@igd-online.de 

  

 

 

 

   

 

 

   

   

Gott Sei Dank

 

Was zum Nachdenken

 Subhan Allah 

Der Sprung in der Schüssel

 

 

 

 

         

 

Im Namen Allahs

 

Sand and Stone

 Allahs Namen Teil I Verstehe mein Kind...

 

 

 

         

 Al-Aqsa Moschee

 Streßabbau My Mom 

Lebensweisheiten

 

 

 

 

09.10.09  

Frühe Auszeichnung: Präsident Obama erhält Friedensnobelpreis

Obama: „Habe ich den Preis nicht verdient“. Überwiegend positive Reaktionen im Inland. Obama habe ein Zeichen gesetzt "für einen neuen Dialog mit dem Islam".

US-Präsident Barack Obama wird mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Das Nobelpreiskomitee in Oslo gab heute seine Entscheidung bekannt. Obama werde für seine außergewöhnlichen Bemühungen zur Stärkung der internationalen Diplomatie und zur Zusammenarbeit zwischen den Völkern geehrt, hieß aus aus Oslo. Das Komitee legte dabei besonderes Augenmerk auf "Obamas Vision" und seine "Arbeit für eine Welt ohne Atomwaffen". Während die Vorgängerregierung noch von der "Achse des Bösen" sprach und Raketenschilder bauen wollte, habe laut Nobelpreiskomitee Obama "ein neues Klima in der internationalen Politik" geschaffen. Das Komitee sieht nun die Zeit gekommen, "unseren Teil der Verantwortung zu übernehmen", heißt es in der Erklärung. 

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08.10.09  

Tariq Ramadan: „Wir europäische Muslime haben viele Identitäten“ 

In einem Interview mit der türkischen Zeitung ZAMAN äußerte sich der Schweizer Islamwissenschaftler Tariq Ramadan zu vielen Themen. Er unterstrich, dass europäische Muslime sich nicht zu einer einzigen Identität zwingen sollten.
 

 

 

Die Freiheit der Meinungsäußerung sei kein absolutes Recht, so Ramadan. Dieses Recht habe Grenzen und sei keineswegs ethisch hinnehmbar. Rassistische Äußerungen etwa dürften nicht unter die Meinungsfreiheit fallen. Insbesondere wenn es um Muslime gehe, würden oft Grenzen übergangen, beantwortete Ramadan die ihm gestellte Frage zur Meinungsfreiheit.

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Die 31.IGD-Jahreskonferenz wird aus organisatorischen Gründen verschoben. 

Weitere Infos inshA zeitnah auf dieser Seite.

 

Vielen Dank für Eurer Verständnis!

 

 

4.10.2009 

Tag der offenen Moschee: Muslime und Nichtmuslime gehen aufeinander zu 

Am gestrigen Samstag luden über 1000 Moscheen in Deutschland zum Besuch in ihre Gemeinden ein. Im letzten Jahr nutzen etwa 100.000 Besucher das Angebot.
Die Moscheen boten Gelegenheiten der Begegnung und des Gesprächs. In vielen Moscheen gab es neben orientalischem Gebäck auch Moscheeführungen, Podiumsdiskussionen, Ausstellungen oder Büchertische. Das Motto des diesjährigen Tages, zu dem auch die Mitglieder des Koordinationsrates (DITIB, IRD, VIKZ und ZMD) einluden war: „ Moscheen – Ein fester Teil der Gesellschaft 60 Jahre Bundesrepublik und seine Muslime“.

Der Tag der offenen Moschee geht auf eine im Jahre 1997 gestartete Initiative des Zentralrats der Muslime in Deutschland zurück und entwickelte sich im Laufe der Jahre zum Selbstläufer. Der bewusst gewählte Zeitpunkt am Tag der Deutschen Einheit soll das "Selbstverständnis der Muslime als Teil der deutschen Einheit und ihre Verbundenheit mit der Gesamtbevölkerung zum Ausdruck bringen", so der scheidende KRM-Sprecher Dr. Ayyub Köhler vergangene Woche.  Sein Nachfolger Bekir Alboga erwartet den Ausbau des Dialoges mit der neuen schwarz-gelben Regierung.

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03. 10. 2009 

Sarrazin wegen diskriminierender Äußerungen weiter in der Kritik 

Die abfälligen Äußerungen über Migranten, die Thilo Sarrazin, Mitglied des Vorstands der Bundesbank und ehemaliger Berliner Finanzsenator, in einem Interview machte, lösten eine Welle der Empörung aus und setzten die Justiz in Bewegung. Die Staatsanwaltschaft prüft nun ob "die Grenzen der Meinungsfreiheit überschritten wurden und sich der Anfangsverdacht für einen strafbaren Inhalt ergibt". Während Migrantenverbände, Gewerkschaften und zahlreiche Politiker Sarrazin kritisieren und ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn fordern, erfährt er Zustimmung von Politikern der rechtsradikalen NPD.

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7.01.2010

Die Geschichte vom Muslim, der Weihnachten stehlen wollte: Analyse zur Berichterstattung über Qaradawi und das angebliche Weihnachtsverbot – Kommentar von Tarafa Baghajati

 

Eingehend ist festzuhalten, dass jeder jeden kritisieren kann und soll. Das ist in einer demokratischen und pluralistischen Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit. Muslimische Persönlichkeiten sind davon natürlich nicht ausgenommen. Allerdings sollte eine kritische Meldung, insbesondere wenn sie von Qualitätsmedien kolportiert wird, auf überprüften Quellen basieren. Insbesondere was Islam und Muslime betrifft, gehören falsche Übersetzungen und aus dem Zusammenhang gerissene Zitate zu den beliebtesten Instrumenten, um Muslime und ihre Religion zu diffamieren. Der Übersetzungsdienst MEMRI ist in diesem Zusammenhang bereits auffällig geworden und kann nicht als seriöse und objektive Quelle angesehen werden. Darauf hat Brian Whitaker bereits im August 2002 in seinem im Guardian veröffentlichten Artikel „Selective MEMRI“ aufmerksam gemacht. http://www.guardian.co.uk/world/2002/aug/12/worlddispatch.brianwhitaker
 

 

Ein Zentralorgan für das orthodoxe Judentum - Begründet 1860 von Dr. Marcus Lehmann in Mainz. 2010 von Reuven Jisroel Cabelman in Berlin - Unabhängig - Thoratreu - Antizionistisch

 
 

 
Am Samstag, den 3.10.2009, ist es soweit:  
 

 

 

  

28.09. 2009

Klarer Wahlsieg für Schwarz-Gelb

Trotz Stimmverluste hat sich die CDU/CSU das Regierungsamt gesichert. Mit dem hervorragendem Wahlergebnis der FDP kann die Union eine schwarz-gelbe Koalition bilden. Die Sozialdemokraten verzeichneten Stimmverluste im zweistelligen Bereich und erlitten damit eine historische Wahlniederlage.

Laut den Hochrechnungen von ARD erhielt die CDU/CSU 33,8 Prozent der Stimmen und ist die stärkste Kraft im Bundestag. Die SPD verlor im Vergleich zu 2005 (34,2) 11,2 Prozent und erhielt nur 23,0 Prozent der Wählerstimmen. Die FDP erzielte hingegen mit 14,5 Prozent das beste Ergebnis seit der Gründung der Partei.  Die Grünen erreichten 10,1 Prozent und die Linken 11,9 Prozent.

 Mit Überhangmandaten kommt die CDU/CSU auf 238 Sitze und die SPD auf 148 Sitze im neuen Bundestag. Die FDP errang 93 Mandate, die Grünen 67 und die Linke 76 Sitze.

Die Wahlbeteiligung sank auf ein historisches Tief. Lediglich 72 Prozent aller Wahlberechtigten suchten die Wahllokale auf und beteiligten sich an den Bundestagswahlen 2009.

 Bereits am frühen Abend gestand Kanzlerkandidat Steinmeier die Wahlniederlage ein und sagte in der SPD-Zentrale: „Das Ergebnis ist ein bitterer Tag für die deutsche Sozialdemokratie.“  Dennoch wolle er Oppositionsführer werden. "Ich habe diese Verantwortung als Spitzenkandidat gern getragen, und deshalb sage ich gerade an diesem bitteren Abend: Ich werde aus der Verantwortung nicht fliehen".“

 Angela Merkel war auf der Wahlparty der CDU im Konrad-Adenauer-Haus sichtlich erfreut über die schwarz-gelbe Mehrheit: „Wir haben etwas Tolles geschafft. Wir haben es geschafft, unser Wahlziel zu erreichen, eine stabile Mehrheit in Deutschland zu schaffen in einer neuen Regierung.“ Sie wolle "die Bundeskanzlerin aller Deutschen" sein, ergänzte sie.

 Partystimmung herrschte auch bei der FDP. Der Spitzenkandidat, Guido Westerwelle, wertete das Rekordergebnisergebnis als „herausragend“ und ließ sich von Parteifreunden feiern. (fy)

 

                                  

 

 Neu: Geschichten aus dem Leben von Ahmad Al-Khalifa

 

 

22.09.2009  

 Islam-Archiv würdigt Kölner Oberbürgermeister mit Friedenspreis 

Das Zentralinstitut Islam-Archiv-Deutschland vergibt den diesjährigen Mohammad-Nafi-Tschelebi-Friedenspreis an den Kölner Oberbürgermeister Fritz Schramma. Mit der undotierten Auszeichnung werde sein Beitrag zur Integration von Muslimen in Köln gewürdigt, verkündete das Institut am Donnerstag in Soest.

Fritz Schramma sei es „gegen den Widerstand extremer Gruppierungen gelungen, den Ruf der Rheinmetropole Köln als weltoffene Stadt zu festigen, in der Menschen unterschiedlicher Ethnien und Kulturen, Religionen und Weltanschauungen friedlich miteinander leben und entfalten können“, so ein Sprecher der Amina Abdullah Stiftung. Insbesondere Schrammas Einsatz für den Bau der umstrittenen Moschee in Köln-Ehrenfeld sei einer Auszeichnung wert.

 

Schramma zeigte sich erfreut über den Friedenspreis und sagte: „Integration und die Verständigung zwischen den Religionen sind mir stets ein besonders wichtiges Anliegen gewesen. Ich freue mich sehr, dass unser gemeinsames Engagement für ein friedliches Miteinander so große Wertschätzung erfährt.“

 

Der Preis, den das Institut jährlich an Menschen vergibt, die sich für den interreligiösen Dialog und Völkerverständigung einsetzen, wird dem Oberbürgermeister am 1. November in der Moschee zu Werl übergeben. Benannt ist der Friedenspreis nach dem Syrer Mohammad-Nafi-Tschelebi, der das Zentralinstitut 1927 in Berlin gründete. (fy)

 

 

 

 

 

 

 

 Die IGD wünscht allen Muslimen ein friedliches Fest!

 

 Grußbotschaft von Bundespräsident Horst Köhler zum Fest des Fastenbrechens

"Herzlich gratuliere ich allen, die in unserem Land das Fest des Fastenbrechens begehen, und wünsche Ihnen besinnliche und auch frohe Stunden des Miteinanders.
Das Ramadanfest ist für Sie einer der Höhepunkte im Jahr. Die Familie kommt zusammen, isst und feiert, erzählt von Erfahrungen und Erlebnissen. Schon zum Iftar während des Ramadan haben viele Muslime auch ihre nichtmuslimischen Nachbarn, Freunde und Bekannte eingeladen. Es ist ein ermutigendes Zeichen, dass der Glaube so über die Grenzen hinweg Freundschaften und Verbindungen entstehen lässt, die tragen und weiterbringen. Das gemeinsame Feiern ist eine gute Gelegenheit, einander noch besser kennen zu lernen und Unsicherheiten und Fremdes zu überwinden. Je mehr wir voneinander erfahren, um so mehr können wir auch voneinander lernen. Dazu braucht es Offenheit, Mut und Vertrauen.

Die Fastenzeit ist ein guter Weg, sich darauf zu besinnen. Sie will ja gerade den Blick auf das Wesentliche lenken und frei machen von dem, was den Blick verstellt. Umso größer ist nun aber auch die Freude, die Zeit des Verzichts zu beenden und den frohen Tag mit vielen Freunden zu feiern.

Die Muslime in Deutschland sind ein selbstverständlicher Teil unserer Gesellschaft geworden. Die Islamkonferenz hat gezeigt, dass es möglich ist, offen und zielgerichtet an einem Tisch miteinander zu diskutieren, Probleme zu besprechen und Weichen zu stellen für die Zukunft. Ich denke: Wir sind auf einem guten Weg. Deshalb möchte ich Sie ermutigen, an diesem Weg der Verständigung und des vertrauensvollen Austausches weiter mitzuwirken. So können wir auch helfen, dass islam- und ausländerfeindliche Tendenzen in unserem Land keine Chance haben und niemand das friedliche, gute Miteinander mit Hassparolen gefährdet.

Wir brauchen den Dialog unter verlässlichen Partnern. Wir wollen einstehen für ein gutes Miteinander, für Integration und für Verständigung. Wir suchen die Begegnung und wollen so dem Fremden zum Freund werden.

So wünsche ich Ihnen allen, die Sie das Fest des Fastenbrechens begehen, frohe Stunden, Gesundheit und Glück."

 

 

 

 Stellungnahme zum Monat „Schawwal“ vom Rat der Imame und Gelehrten in Deutschland e.V.

Alles Lob gebührt Allah, Frieden und Segen seien auf dem Propheten,

Der Rat hat basierend auf sehr genaue astronomische Informationen und Angaben beschlossen, dass der Monat „Schawwal“ am Sonntag, den 20.09.09 beginnt.

 

1.      Die präzisen astronomischen Berechnungen haben bestätigt, dass die Mondsichel für den Monat „Schawwal“ am Fr, den 18.9.um 21:44 nach der lokalen Mekka Zeit (18.44 UT-Universaltime) entsteht.

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 Grußwort der evangelischen Landeskirchen und der katholischen (Erz-)Bistümer in Nordrhein-Westfalen zum Ramadan 2009 

Sehr geehrte Verantwortliche in den muslimischen Gemeinschaften,

Liebe muslimische Gläubige,

zum Fastenmonat Ramadan und zum bevorstehenden Fest des Fastenbrechens übermitteln

wir Ihnen unsere herzlichen Grüße. Wir wünschen Ihnen auch im Namen der evangelischen

und katholischen Christen in unseren Landeskirchen und (Erz-)Bistümern eine

segensreiche Zeit, in der Sie durch Fasten, Beten und Feiern den Glauben an den einen

Gott und die Gemeinschaft untereinander vertiefen können.

Gleichzeitig danken wir Ihnen für die in diesen Tagen vielfach geübte Gastfreundschaft,

die bei den zahlreichen Einladungen zum gemeinsamen Fastenbrechen zum Ausdruck

kommt. Wir hoffen, dass durch diese Begegnungen die guten Kontakte zwischen Christen

und Muslimen in den Städten und Gemeinden unseres Bundeslandes Nordrhein-Westfalen

vertieft und ausgebaut werden.

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07.09.2009 

Obama: Islam ist eine großartige Religion

US-Präsident Barack Obama hat den Islam bei einem Iftar-Essen im Weißen Haus als eine "großartige Religion" mit einem "starken Engagement für Gerechtigkeit und Fortschritt" gelobt. Gelobt wurden zudem erfolgreiche Muslime, daneben die Bemühungen der muslimischen Studentin Nashala Hearn, mit ihrem Kopftuch studieren zu dürfen.

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31.08.2009 

Deutschlandweit ein Novum: Bündnis für Frieden und Fairness -BFF- im Bonner Stadtrat

Die von Bonner Muslimen gegründete und unter dem Vorsitzenden Haluk Yildiz geleitete Partei Bündnis für Frieden und Fairness (BFF) ist am 30. August in den Bonner Stadtrat mit zwei Sitzen eingezogen. Den zweiten Sitz hat Hülya Dogan, eine Hijaab-tragende Audiologie-Assistentin.
Die BFF ist nicht nur von Muslimen für Muslime, sondern dem Parteiprogramm nach ernsthaft gesamtgesellschaftlich orientiert.
Vor den Wahlen kam es innerhalb der muslimischen Community zu Diskussionen, ob die Unterstützung der BFF legitim sei- ein für die spezielle Situation getroffener Konsens der Bonner (auch konservative) Gelehrten und Imame rief die Muslime schließlich einstimmig zur Wahl auf.
Haluk Yildiz hat bereits vor Jahren den Rat der Muslime Bonn ins Leben gerufen- eine Vereinigung muslimischer Vereine und Moscheen in Bonn.
Auch das war und ist ebenfalls ein Vorreiterprojekt.

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12.08.2009

Seit dem 1. Mai gibt es das Muslimische Seelsorge Telefon 

Seither haben uns mehr als 380 Anrufer erreicht.
Gott sei Dank konnten wir unseren Anrufern die Möglichkeit geben, mit
uns nach Lösungsansätzen zu suchen, damit sie ihre Situation verbessern und lösen können.
Unsere neue Website mit ausführlichen Informationen steht nun
unter www.mutes.de zur Verfügung. Über einen Besuch unserer
Website würden wir uns sehr freuen.
Es gibt hier auch die Möglichkeit, uns bei der Werbung für unseren
Dienst zu unterstützen; auch Spenden sind selbstverständlich willkommen.
Es sollen  möglichst viele Menschen von unserem Dienst erfahren und dementsprechend mehr Menschen unseren Dienst in Anspruch nehmen können und ihnen geholfen werden kann.
Allen Geschwistern und besonders unseren ehrenamtlichen Helfern, unseren
Spendern und Unterstützern wünschen wir im Namen vom Team des
Muslimischen Seelsorge Telefons einen gesegneten Ramadan.

Mit islamischen Grüßen
M. Imran Sagir
(Geschäftsführer Muslimisches Seelsorge Telefon)

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Das Fasten: Sinn & Philosophie

 Alles Lob gebührt Allah, wir loben ihn, rufen ihn um Hilfe, bitten ihn um Vergebung, und nehmen unsere Zuflucht bei ihm vor unserem eigenen Übel und vor unseren schlechten Taten.

Wen Allah rechtleitet, der kann nicht von einem anderen irregeführt werden, und wen Allah irreführt, der kann nicht von einem anderen rechtgeleitet werden. Ich bezeuge, dass es keinen Gott außer Allah gibt, dem Alleinigen, der keinen Partner hat. Und ich bezeuge, dass Mohammed sein Diener und Gesandter ist.

 

Der Prophet- Friede auf ihn- sagte:

„Wer im Ramadan in festem Glaube und in der Hoffnung auf Belohnung fastet, dem werden seine vergangenen Sünden vergeben“

 

Der Prophet- Friede auf ihn- sagte:

 „Wer im Ramadan nachts im Gebet steht, dem werden seine Sünden vergeben“

 

Und in diesem Monat gibt es eine Nacht, die besser als 1000 Monate ist. Man kann von diesem Monat soviel profitieren, dass der Muslim diese Gelegenheit ausnutzen sollte. Wir sollen uns auf diesen Monat vorbereiten, indem wir Reue zeigen und uns versöhnen und vergeben. Und indem wir uns entschließen in diesem Monat auf die beste Art und Weise zu fasten, die Gebete zu verrichten, uns mit dem Rezitieren und Studieren des Korans zu beschäftigen, Spenden geben, Bittgebete sprechen und Almosen entrichten.

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Grüße des KRM zum Ramadan 2009
 


Im Namen des Koordinationsrates der Muslime (KRM) grüße ich alle Schwestern und Brüder im Islam! Ich wünsche allen einen gesegneten Fastenmonat.

Der Ramadan, der inschaallah diese Freitag beginnt, ist unser schönster Monat im islamischen Kalender. Er ist eine Zeit des intensivsten Gedenkens an Allah und der inneren Einkehr. Wohl in keiner Zeit des Jahres spüren wir die engen Bindungen an unsere Schwestern und Brüder in aller Welt, wie im Ramadan. Wir werden gerade im Ramadan an die Armen und Schwachen erinnert. Die Not des Anderen geht uns alle an. Der Ramadan bietet eine würdige Gelegenheit, über unsere gemeinsame Verantwortung nachzudenken und zu handeln.
Der Ramadan ist auch eine Festzeit der Freude in den Familien, mit Freunden und Nachbarn. Im ganzen Bundesgebiet finden auch in diesem Jahr unzählige Iftars und Veranstaltungen statt, zu denen in den Gemeinden und islamischen Vereinigungen unsere Freunde und Nachbarn eingeladen werden, um mit uns zu feiern. Der Ramadan ist gerade dort ein sichtbares Zeichen des friedlichen Miteinanders. Unser Wunsch ist, dass sich diese friedliche Atmosphäre auf die ganze Gesellschaft überträgt.
Der diesjährige Ramadan ist getrübt durch den Mord an unserer Schwester Marwa El-Sherbini in Dresden und durch die gewaltsamen Konflikte unter oder gegen Muslimen in anderen Ländern der Welt. So beten wir dann besonders im Ramadan um Rechtleitung der Menschen durch Allah und für Gerechtigkeit und Frieden unter den Menschen und um SEINE Barmherzigkeit und SEINEN Segen – Amin!

Dr. Ayyub A. Köhler
Köln, den 14.08.2009

 

  

Liebe Geschwister,


Fr, der 21.Aug. 2009 ist es soweit. Ramadan steht vor der Tür.

Seid ihr gut vorbereitet, liebe Geschwister?

Hadith, überliefert von Salam al Farisi:

Unser Prophet- Friede und Segen auf ihm- hielt eine Predigt in der letzten Nacht vor Ramadan:
„O ihr Menschen, auf euch kommt ein edler gesegneter Monat zu, ein Monat der eine Nacht hat, die besser ist als 1000 Monate. Ein Monat in dem Allah das Fasten am Tag zur Pflicht macht und das Gebet  in der Nacht zur Kür. Ein Monat, in dem  eine kleine gute Tat soviel zählt wie ein Pflichtgebet. Und wer ein Pflichtgebet macht, die 70- fache Belohnung bekommt.

Das ist der Monat der Geduld (Sabr) und die Belohnung ist das Paradies.

Das ist der Monat der Verzeihung und ein Monat in dem die Gaben  des Gläubigen vermehrt werden. Wer einen Fastenden ernährt, für den ist das eine Maghfira (Vergebung) für seine Sünden, eine Errettung vor dem Höllenfeuer und er bekommt die gleiche Belohnung wie der Fastende, ohne das die Belohnung des Fastenden geringer wird. Das ist ein Monat, dessen Anfang Rahma (Barmherzigkeit), dessen Mitte Maghfira (Vergebung) und dessen Ende die Errettung vor dem Höllenfeuer ist.“

In diesem Sinne wünschen wir euch gesegnete und besinnliche Tage im Ramadan.

 

IGD-Vorstand

 

 

Superwahljahr 2009: Und was ist mit der Integrationspolitik?

2009 ist für Deutschland ein Superwahljahr. Politische Präferenzen konnten und können zum Ausdruck gebracht werden bei der Bundestagswahl im September, bei 8 Kommunal-, 5 Landtagswahlen und nicht zuletzt bei der Europawahl am 7. Juni. Die Parteien werben vor allem mit ihrer Kompetenz zur Bewältigung der Wirtschafts- und Finanzkrise. Keine Rettung ist ihnen im Wahljahr zu teuer. Doch wie halten sie es mit gesellschaftspolitischen Themen wie der Inklusion und Integration von MigrantInnen und Minderheiten?

Immerhin haben fast 20 Prozent der deutschen Bevölkerung einen Migrationshintergrund, etwa die Hälfte von ihnen besitzt den deutschen Pass und will voraussichtlich auch wählen gehen. Welchen Wert messen die Parteien den Problemen dieser BürgerInnen bei, welche gesellschaftspolitischen Angebote machen sie und welche Problemlösungen bieten sie an?

Filiz Keküllüoglu hat Politiker und Politikerinnen verschiedener Parteien zu ihrer Bewertung der Integrationspolitik der Großen Koalition ihren Prioritäten für die Einwanderungs- und Integrationspolitik befragt.
weiter unter:

http://www.migration-boell.de/web/integration/47_2149.asp

 

 

 

 

PM des Rates der Imame & Gelehrten in Deutschland RIGD vom 15.7.2009

 

Verurteilung des heimtückischen Mords an Marwa Elsherbini

Der Rat der Imame und Gelehrten in Deutschland RIGD verurteilt und bedauert den heimtückischen Mord an der ägyptischen Marwa Elsherbini. Diese Bluttat hat uns zutiefst schockiert, wir sind umso trauriger, dass bis heute keine Stellungnahme der Bundesregierung ergangen ist. Wir sind entsetzt von der Zurückhaltung der Deutschen Presse, äußerte der Vorsitzende des Rats Dr. Khalid Hanafy.

Wir fragen nach dem Grund dieses Schweigens und dieser Ignoranz? Wie wäre die Reaktion gewesen, wenn der Täter ein muslimischer Bürger wäre?

Der Rat der Imame und Gelehrten in Deutschland RIGD verurteilt diesen Mord und weist auf folgendes hin:

1. Dieser Vorfall ist eine tragische Folge der politischen, medialen und virtuellen Hetzkampagnen gegenüber Muslime. Die Umstände des Mordes im Gerichtssaal bedürfen dringender Aufklärung. Man muss die Gründe dieser und ähnlicher Gewalttaten tiefgreifend untersuchen.

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15.07.2009 

Winfried Kretschmann: Kopftuch wird durch Verbote stigmatisiert

Während Entsetzen und Trauer über den Tod der Ägypterin Marwa anhalten, werden Fragen zu den Hintergründen der Tat und der zunehmenden Islamfeindlichkeit in Deutschland laut. Grünen-Fraktionsvorsitzende Winfried Kretschmann zufolge tragen Kopftuchverbote zur Stigmatisierung des Kopftuchs bei, was im Fall der Ägypterin tragische endete. Die Berliner Erziehungswissenschaftlerin und Forscherin Iman Attia sieht dies ähnlich und beruft sich auf Ergebnisse der Untersuchungen über antimuslimischen Rassismus in Deutschland.

 

 In einem Interview mit der Frankfurter Rundschau sagte Kretschmann Kopftuchverbotsgesetze würden nicht nur zur Stigmatisierung beitragen sondern auch die Ausgrenzung von kopftuchtragenden Musliminnen in der Gesellschaft zufolge haben.  Der Grünen-Politiker hatte sich bereits 2006 gegen ein generelles Kopftuchverbot ausgesprochen und die Entpolitisierung des Kopftuchs gefordert. 

 

Auf die Frage, ob die Entpolitisierung gelungen sei, antwortete der Politiker:  „Bei den Kopftuchträgerinnen jedenfalls kann ich ganz klar feststellen, dass das Kopftuch entpolitisiert ist. Ich hatte unlängst eine Veranstaltung mit gut hundert jungen Kopftuchträgerinnen. Es ist ganz eindeutig, dass diese jungen Frauen das aus religiösen Gründen tragen, aus Gründen ihrer eigenen Identität. Und dass es mit einem politischen oder extremistischen Islam für diese Frauen nichts zu tun hat.“ 

Die Folgen des Verbots seien „fatal“. So erschwere es die berufliche Situation und den Alltag der Musliminnen, verletze das Gleichbehandlungsgesetz und stigmatisiere.  

 

Auch der Berliner Forscherin Iman Attia zufolge sind die muslimischen Frauen die größten leidtragenden der islamfeindlichen Haltung in Deutschland. „Leider müssen diese Frauen damit rechnen, öffentlich bemitleidet, beleidigt und angepöbelt zu werden. Untersuchungen zeigen, dass sie es schwerer haben einen Ausbildungsplatz- oder selbst wenn sie studiert haben- eine Arbeitsstelle zu bekommen.“, so Attia. Insgesamt habe Islamfeindlichkeit in Deutschland zugenommen bekundete sie ferner und berief sich dabei auf die Studien der Antidiskriminierungsstelle des Europäischen Rats und des Bielefelder Soziologen Wilhelm Heitmeyer. In Heitmeyers Studie aus dem Jahre 2007 gaben 60 % der Befragten an, der Islam passe „überhaupt nicht“ oder „eher nicht“  in „unsere westliche Welt“ und lasse sich nicht mit europäischen Werten vereinbaren. 

Eine weitere Beobachtung sei, dass alle möglichen Verhaltensweisen mit dem Islam in Verbindung gebracht würden. So werde beispielsweise der Islam oder die Herkunft für den schlechten Bildungsstand der muslimischen Kinder verantwortlich gemacht, aber nicht das deutsche Bildungssystem. (fy)

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08.07.2009

Trauerfeier für getötete Ägypterin

RPO. Für die vor einer Woche im Landgericht getötete Ägypterin ist eine öffentliche Trauerfeier geplant. Sie soll vor dem Dresdner Rathaus am Samstag, 11. Juli, um 15 Uhr stattfinden. Derweil hat die Bundesregierung die Tat "aufs Schärfste verurteilt" und ihre zunächst ausbleibende Reaktion verteidigt.
Die Bundesregierung hat die Tat im Dresdner Landgericht verurteilt. Foto: ddp Organisiert werde die Trauerfeier von verschiedenen Vereinen, unter anderem dem Ausländerrat, teilte die Dresdner Ausländerbeauftragte Marita Schieferdecker-Adolph am Mittwoch mit. Es solle ein Zeichen der Trauer und gleichzeitig ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gesetzt werden.
Die Bundesregierung verteidigte unterdessen ihre zunächst ausbleibende Reaktion auf den gewaltsamen Tod der Zeugin. Die Hintergründe der Tat seien anfangs noch nicht so fundiert gewesen, dass eine Reaktion möglich gewesen wäre, sagte Vize-Regierungssprecher Thomas Steg in Berlin. Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), habe dem Ehemann kondoliert. Der deutsche Botschafter in Ägypten, Bernd Erbel, sei in Kairo zugegen gewesen, als der Sarg mit dem Leichnam der 31-Jährigen dort eingetroffen sei. "Die Bundesregierung hat nicht geschwiegen", betonte Steg.

 

 

 

 

PM der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland IGD vom 5.7.2009:

Scharfe Verurteilung des heimtückischen Mords an Marwa El-Sherbini- IGD fordert entschiedenes Eintreten gegen Islamophobie

Der Vorsitzende der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland IGD e.V. Ibrahim F. El-Zayat verurteilte am heutigen Tag entschieden den heimtückischen Mord an der ägyptischen Marwa El Sherbini und äußerte sein Entsetzen über die grausame Bluttat und versicherte den Angehörigen sein tiefstes Mitgefühl. 

Er sagte, dass „ die Umstände des Mordes in einem Gerichtssaal dringender Aufklärung bedürfen, insbesondere der Frage nachzugehen sei, wie es dem Täter gelang, Waffen in den Gerichtssaal mitzunehmen und vor allem, warum es möglich war, dass er ihren dreijährigen Sohn und auch ihren Ehemann gefährlich verletzen konnte, bis er endlich überwältigt wurde“.  

El-Zayat führte weiter aus, „dass der Mord die Muslime in Deutschland zutiefst beunruhigt und schockiert habe“. Er betonte im weiteren, dass Muslime besonders verwundert seien, „dass der offenkundig rassistische und islamophobe Hintergrund der Tat in der Presse kaum ein Echo gefunden habe und dass es bezeichnend sei, dass bis heute keine Stellungnahme der Bundesregierung oder anderer verantwortlicher Politiker (mit ganz wenigen Ausnahmen) ergangen ist“. 

El-Zayat führte weiter aus, „ dass es nun dringend erforderlich ist, einen Aktionsplan gegen die kontinuierlich steigende Islamophobie vorzubereiten, die alle gesellschaftlichen Schichten erreicht hat“. Er appellierte an die Muslime in Deutschland besonnen zu reagieren und Gewalt nicht mit Gewalt zu beantworten. 

Ausdrücklich bedankte er sich für die Empathie und Anteilnahme vieler Mitglieder der jüdischen Gemeinden in Deutschland. 

„Diese Tat ist ein grausamer Beleg dafür, dass Hetzreden bestimmter Kreise der Politik auf einen ungesunden Nährboden fallen“, sagte er im Weiteren.

 

El-Zayat forderte abschließend dezidiert die Politik auf, den bevorstehenden Wahlkampf nicht für rassistische und islamophobe Kampagnen gegen Minderheiten zu missbrauchen, sondern ihrer gesamtgesellschaftlichen Aufgabe zur Förderung des friedlichen Zusammenlebens nachzukommen.

 

 

 

05.07.2009

Aus Islamhass im deutschen Gerichtssaal ermordet

Alexander W. tötet die Muslima Marwa im Gericht, nachdem er sie zuvor als „Terroristen und Schlampe“ beschimpfte. Radikale Hetzer im Internet bereiten schon seit Jahren den Boden für den gewalttätigen Rassismus gegen Muslime

 

 

Mitten in der Verhandlung am Landgericht Dresden am 1. Juli hat der Angeklagte Alexander W. (28) eine 32 Jahre alte Zeugin, die ägyptische Apothekerin Marwa E., mit seinem Messer getötet. Er konnte zuvor ungehindert die Tatwaffe in den Gerichtssaal mitnehmen. Bei dem Angeklagten handelt es sich nach psychologischem Gutachten nicht um einen „Irren“, wie man nach einer solchen Tat vermuten könnte. Offensichtlich war die Tat im Vorfeld von ihm geplant, denn das Einschleusen eines Messer in den Gerichtssaal wird kaum zufällig passiert sein.

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4.7.2009

Spagat 3: Die Familie 

Ahmed El-Khalifa

Zuerst möchte ich mich für Leserbriefe, Ratschläge und Lob bedanken. Gerne würde ich Teile dieser Briefe veröffentlichen, wenn ich in der Lage wäre, die Artikel regelmäßiger erscheinen zu lassen. Am meisten habe ich von der Kritik profitiert, meinen besonderen Dank verdienen also meine konstruktiven Kritiker.

 

Ganz interessant für mich war die mehrmals gestellte Frage: „Wie hat Imam El-Shafey die Frage des jungen Mannes beantwortet - ob er die Bitte seines Vaters zum Reisen erfüllt hat oder die Bitte seiner Mutter, bei ihr zu bleiben?“ Ich dachte, er hat die Frage beantwortet. Aber Probleme in der Familie können nur mit den Eltern und nicht mit dem Imam durch eine Fatwa gelöst werden. Die Eltern sollen ihre Meinungsverschiedenheiten zusammen und nicht auf Kosten der Kinder lösen, und die Kinder sollen versuchen, eine Liebesbrücke in der Familie zu bauen und zu sein, und sie sollen erkennen, dass sie für die Lösung der Unstimmigkeiten unter den Eltern nicht verantwortlich sind, sondern die Eltern alleine. Und davon handelt mein neuer SPAGAT.

 

Meine Lebenserfahrungen haben mich gelehrt, dass der Lebensbereich, der den ständigen „SPAGAT“ am meisten benötigt, die Familie ist. Obwohl die Familie als gesellschaftliche Konstruktion seit dem Anfang der Schöpfung (Adam und seine Frau) existiert, hat ALLAH der Erhabene  darin eine Vielfalt garantiert, damit für die Familie keine Langeweile aufkommt und damit keine Familien-Konstellation sich wiederholt. Jede Familie ist einmalig, genau so wie die Fingerabdrücke und die genetischen Besonderheiten.

 

Diese Einmaligkeit als Gabe Allahs soll geschützt werden. Ich habe mir diesbezüglich ein Motto zu Eigen gemacht, das lautet: „Jede Familie verdient es, gerettet zu werden.“ Nicht nur die Tier- und Vogelarten müssen bewahrt werden, sondern jede einzelne Familie verdient dasselbe und mehr. Mein zweites Motto lautet: „Harmonie in der Familie ist kein Zufall“, sie ist das Ergebnis ständiger Bemühungen in der Familie.

 

Die Faktoren dieser Harmonie sind vielfältig - angefangen bei der Auswahl des Partners, der Einigung über den Wohn- und Lebensort, über die gegenseitige Akzeptanz der Berufe, die Kinderwünsche, die Beziehungen zur Großfamilie, bis hin zu den Freunden … usw. Jeder dieser Faktoren und andere Problembereiche finden bestimmte Regeln im kulturellen Erbe des Einzelnen (Religion, Geschichte, Erfahrungen…), andere Regeln im kulturellen Erbe der hiesigen Gesellschaft und andere Regeln in den Gesetzen der Gesellschaft. Nicht immer stimmen diese drei Elemente überein. Wie man in solchen Fällen sein Familienleben führt, hängt vom Toleranzvermögen und von der Kompromissbereitschaft aller Beteiligten ab.

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21.06.2009 

Schäuble zum Thema Islamkonferenz:"Wir ertragen uns"

Sein langfristiges Ziel: die Gleichstellung des Islam in Deutschland. Innenminister Wolfgang Schäuble über den Dialog mit den Muslimen, die Ängste der Deutschen und den islamistischen Verband Milli Görüs

 

taz: Herr Schäuble, Ihr Ministerium hat zur Feier des 60-jährigen Geburtstags des Grundgesetzes keine Vertreter der Muslime eingeladen. Aber Sie sagen: Der Islam ist Teil Deutschlands. Passt das zusammen?

 

Wolfgang Schäuble: Ganz klar, dass es keine Einladung gab, war ein bedauerlicher Fehler. Ich habe direkt nach dem Staatsakt am 22. Mai bei meinen Leuten nachgefragt, warum wir das nicht gemacht haben.

 

Und warum?

Wir haben nicht dran gedacht.

Peinlich.

Ja, Integration ist eben ein Lernprozess, auch in meiner Behörde. Wenn das nächste Mal ein vergleichbares Ereignis stattfindet, werden wir auch Repräsentanten der Muslime einladen - neben Vertretern der Kirchen, der Griechisch-Orthodoxen und der jüdischen Gemeinde.

Haben die Deutschen nach wie vor Angst vor dem Islam?

Nein, das glaube ich nicht.

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04.06.2009 

Die Kairoer Rede Obamas in deutscher Übersetzung

"Nach Kairo gekommen, um einen Neuanfang zwischen den Vereinigten Staaten und den Muslimen überall auf der Welt zu beginnen" 
  
   Kairo/Berlin (APA/dpa) - US-Präsident Barack Obama hat am Donnerstag in der Kairo-Universität seine mit Spannung erwartete, historische Rede an die islamische Welt gehalten. Es folgt die
unwesentliche gekürzte Rede laut einer von der amerikanischen  Botschaft in Berlin verbreiteten Übersetzung:   
   "Vielen herzlichen Dank. Guten Tag. Ich fühle mich geehrt, in Kairo zu sein, dieser zeitlosen Stadt, und Gast zweier bemerkenswerter Institutionen zu sein. Seit mehr als 1000 Jahren ist die Al-Azhar Universität ein leuchtendes Beispiel für islamische Bildung, und seit mehr als einhundert Jahren ist die Universität von Kairo eine Quelle des ägyptischen Fortschritts. Und gemeinsam stehen Sie für die Harmonie zwischen Tradition und Fortschritt. Ich möchte mich für Ihre Gastfreundschaft und die Gastfreundschaft der Bürger Ägyptens bedanken. Ich bin auch stolz darauf, die guten Wünsche der
amerikanischen Bevölkerung und einen Friedensgruß der muslimischen Gemeinden in meinem Land übermitteln zu können: Salam alaikum.  

 
   Wir kommen in einer Zeit großer Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und den Muslimen überall auf der Welt zusammen ¡ Spannungen, die in historischen Kräften verwurzelt sind, die über jede gegenwärtige politische Debatte hinausgehen. Die Beziehungen zwischen dem Islam und dem Westen umfassen Jahrhunderte der Koexistenz und Kooperation, aber auch Konflikte und religiöse Kriege. In der jüngsten Vergangenheit wurden die Spannungen durch Kolonialismus genährt, der vielen Muslimen Rechte und Chancen versagte und einem Kalten Krieg, in dem mehrheitlich Muslimische Länder zu oft als Stellvertreter benutzt wurden, ohne dass dabei Rücksicht auf ihre eigenen Bestrebungen genommen wurde.

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19.05.2009

»Das ist ein Wettlauf um den niedrigsten Standard«
Die staatlichen Attacken auf die Grundrechte treffen aber auf immer mehr Widerstand.

Ein Gespräch mit Rolf Gössner
Interview: Claudia Wangerin
 

Dr. Rolf Gössner ist Rechtsanwalt, Publizist und Mitherausgeber des Grundrechte-Reports 2009, der am gestrigen Montag in Karlsruhe vorgestellt wurde

Wie würden Sie die Bilanz von 60 Jahren Grundgesetz (GG) im Sinne von Anspruch und Wirklichkeit zusammenfassen?
Die Bundesrepublik hat eine Verfassung, um die uns viele in der Welt beneiden und die manchen Ländern als Vorbild dient. Doch im Laufe der Zeit haben zahlreiche Veränderungen dazu geführt, dass die Freiheitsrechte im Namen der Freiheit drastisch beschränkt und liberal-rechtsstaatliche Prinzipien verkürzt worden sind. Denken wir nur an die Notstandsgesetze, die Aushöhlung des Grundrechts auf Asyl für politisch Verfolgte und die Unverletzlichkeit der Wohnung mit Hilfe des
Großen Lauschangriffs – und nicht zuletzt an die zahlreichen Antiterrorgesetze seit den Anschlägen vom 11. September 2001. Auch die Praktiken der »wehrhaften Demokratie« vertreiben uns rasch aus dem Verfassungshimmel in die Niederungen der Verfassungsrealität – erinnert sei etwa an die exzessive Kommunistenverfolgung der 50er und 60er Jahre.

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14.05.2009

Baden-Württemberger Muslime diskutieren mit Politiker der Landtagsfraktionen über 5 Jahre Kopftuchverbot für muslimische Lehrerinnen

Am Mi, den 13.5.2009 fand im Kulturhaus Arena (Stuttgart) eine Podiumsdiskussion zu 5 Jahre Kopftuchverbot mit Politiker der Landtagsfraktionen in BW, den ehemaligen Richter des Bundesverfassungsgerichtes und den Muslimen statt.

 Ca.300 Teilnehmer kamen, um ihre Sorgen und Ängste zum Ausdruck zu bringen.

Anwesend war Volker Schebesta von der CDU, Andreas Stoch von der SPD, Winfried Kretschmann von den Grünen und Hagen Kluck von der FDP/DVP Fraktion.

 Frau Dr.Taraji vertrat die muslimische Seite. Durch das Podium führte die Rechtanwältin Ayse Akpinar.

 Herr Prof. Mahrenholz, ehemaliger Richter am Bundesverfassungsgericht sagte: „Das Kopftuchverbot für Lehrerinnen in Baden-Württemberg sei verfassungswidrig.  Es reicht nicht aus, dass sich die Kleidung vom europäischen Kulturkreis abhebt und Ausdruck einer fremden Kultur, Religiosität oder Geisteshaltung ist. Für Maßnahmen der Schulverwaltung ist erst dann Raum, wenn ernsthafte Anhaltspunkte für eine indoktrinierende Grundeinstellung erkennbar sind. Ansonsten entstehen durch das Tragen des Kopftuchs für Kinder und Eltern keine unzumutbaren Belastungen und damit auch keine unzumutbaren Einschränkungen ihrer Religionsfreiheit, auch eine psychische Beeinflussung der Schülerinnen und Schüler ist nicht zu befürchten. Denn das Kopftuch kann nicht losgelöst von seiner Trägerin gesehen werden. Die Lehrerin wirkt im Unterricht mit ihrer ganzen Persönlichkeit, ihre Wirkung ist gerade nicht auf das Tragen des Kopftuchs reduziert. Bei Verdacht auf Missionierung muss im Einzelfall geprüft werden.“

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Gegendarstellung 

 

Am 8.05.2009 musste die junge Freiheit eine Gegendarstellung veröffentlichen: 

Die Junge Freiheit behauptet in den u.g. Artikel, ich hätte an die der Hamas nahestehenden Al-Aqsa-Stiftung auch nach deren Verbot 2002 noch regelmäßig gespendet. Hierzu stelle ich fest:

„Ich habe weder vor noch nach dem Verbot der Al-Aqsa-Stiftung an diese gespendet.“

 

Köln, den 27.4.2009, Ibrahim El-Zayat

 

Die Redaktion der ´Jungen Freiheit´: „ Herr Ibrahim El-Zayat hat Recht.“

 

 

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Ohne Sicherheitsdialog unmittelbare Terrorgefahr durch Moscheegemeinden?!?!?

     

Interview mit Herrn Prof. Ucar: "Furcht vor einem verordneten Staatsislam"

 

02.05.2009

Mustafa Yeneroğlu 

Wenige Tage nach der Veröffentlichung einer kritischen Bewertung des sog. Sicherheitsdialoges zwischen den Sicherheitsbehörden und beteiligten muslimischen Organisationen hat nicht zuletzt eine Nachricht in der FAZ gezeigt, dass diese Kritik berechtigt und eine Diskussion darüber notwendig ist. So heißt es in einem Beitrag mit der Überschrift „Lob für Dialog mit Muslimen“ auf Seite zwei der Zeitung:

„Allerdings wird intern zu den Erfolgen der Kooperation die Tatsache gezählt, dass nach Einschätzung von Sicherheitsbehörden derzeit keine unmittelbare Terrorgefahr aus dem Umfeld von Moscheen und muslimischen Predigern in Deutschland ausgeht.[1]“ Einer solchen Nachricht müsste normalerweise ein Sturm der Entrüstung folgen, entweder aus dem Grund, dass die aus dem Umfeld von Moscheen und muslimischen Predigern herrührende  „unmittelbare Terrorgefahr“ erstmals von den Zuständigen in dieser Form geäußert wurde oder weil eine solche Behauptung ohne jegliche Grundlage das harmonische Zusammenleben mit Muslimen erheblich gefährdet.

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Nach Ansicht von Bülent Ucar, Professor für Islamische Religionspädagogik, muss sich der weltanschaulich neutrale Staat aus den konkreten Fragen der islamischen Theologie heraushalten. Er fordert aber auch von den muslimischen Verbänden, sich grundlegend umzustrukturieren.

Mit Bülent Ucar sprach Elbeyi Güvercin:

"Der weltanschaulich neutrale Staat sollte sich aus theologischen Fragen heraushalten", meint Bülent Ucar. Herr Ucar, Sie leiten an der Universität Osnabrück den Lehrstuhl für Islamische Religionspädagogik. Neben Osnabrück gibt es in Deutschland zwei weitere Lehrstühle für dieses Fach. Wie steht es um die Akzeptanz dieser Lehrstühle sowohl unter den Muslimen als auch in der breiten Öffentlichkeit?

Bülent Ucar: Die Muslime leben nun seit annähernd fünfzig Jahre dauerhaft in Deutschland. Der islamische Religionsunterricht ist bislang noch nicht umgesetzt, obwohl die Vorgaben des Grundgesetzes an dieser Stelle ganz klar und eindeutig sind.

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IGD trauert um ihren Freund Herrn Dr. Klaus Lefringhausen

    

Bald neuer Professor für Islam in Münster

 

Dr. Klaus Lefringhausen ist am vergangenen Freitag, den 17.4.2009 an den Folgen eines Autounfalls in Namibia gestorben.

Dr. Klaus Lefringhausen war ein Mann, dem die Verständigung der Kulturen ein Herzensanliegen war und der mit großer Glaubwürdigkeit das Thema Integration vertreten hat.  Er war u.a. Leiter des Annemarie-Schimmel-Forums für interkulturellen Dialog. Sein Wunsch war eine  intelligente Plattform für den interreligiösen Dialog. Er war Inspirator und gleichzeitig Freund, den alle Seiten vertrauen konnten.

Sein Motto: „Es kann nicht angehen, dass die Sicherheitspolitik und die Terrorhysterie die Themen für den Dialog bestimmen.“ 

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Münster - In die Auseinandersetzung um die Ausbildung der Lehrer für muslimischen Religionsunterricht an staatlichen Schulen an der Uni Münster kommt Bewegung. Die Besetzung der Professorenstelle für islamische Religionspädagogik steht nun bevor. Am 22. und 23. April halten fünf von der Berufungskommission favorisierte Bewerber an der Universität öffentliche Probevorträge. Es sind bis auf den Düsseldorfer Islamwissenschaftler Michael Kiefer Experten, die aus muslimisch geprägten Ländern stammen.
 

 

Streit ums Kopftuchverbot

    

Spagat 2:  Leben mit Migrationshintergrund

STUTTGART (rol). Kathrin Graber hat sich auf einen Kompromiss eingelassen, ihre ebenfalls zum Islam konvertierte Mutter Doris nicht. Die Tochter unterrichtet an einer Hauptschule in Stuttgart-Zuffenhausen mit Perücke, die Mutter lehrt in Bad Cannstatt mit Kopftuch. Gegen sie wurde ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Zudem streitet man sich vor Gericht; ein Urteil des Bundesverfassungsgerichtes steht noch aus.

Fünf Jahre, nachdem Baden-Württemberg als erstes Bundesland ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen erlassen hat, geht der Streit weiter – juristisch und politisch. "Das Gesetz diskriminiert muslimische Frauen, da es religiöse Kleidung an Schulen verbietet, jedoch für christlich-abendländische Traditionen eine Ausnahme vorsieht", sagte Anwältin Ayse Akpinar von der Islamischen Glaubensgemeinschaft Baden-Württemberg am Mittwoch.

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Als Mitglied der ersten Generation habe ich tiefe Wurzeln in meiner Herkunftsheimat. Familie, Haus, Garten, Geschwister, Freunde, Schule, Spielplatz, Bazar, Strand… usw. Das alles habe ich vor mehr als drei Jahrzehnten verlassen, das hat damals wehgetan, weit weg von den Wurzeln zu gedeihen. Und ich garantiere es euch, ich habe die Momente des Abschiedes niemals vergessen. Unter uns: ich habe vor kurzem einen Klassenkameraden und alten Nachbarn getroffen, das letzte Mal war es in meiner Geburtsstadt vor fast 45 Jahren. Er ist jetzt wegen einer Operation nach Deutschland gekommen. Ich sage es euch: als ich die Nachricht bekam, habe ich mich riesig gefreut, und mich fast wie bei einer Verjüngungskur gefühlt!  

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Zur Emanzipation "der" muslimischen Frau 
Birgit Rommelspacher

  

 Online-Forum mit Ahmed El-Khalifa

Die Gleichstellung von Mann und Frau ist zu einem Prüfstein für die Akzeptanz des Islam in den westlichen Gesellschaften geworden. Viele sind davon überzeugt, dass Islam und Emanzipation per se nicht vereinbar seien. Ihr Urteil scheint von vornherein fest zu stehen. Welche Funktion - so ist vor diesem Hintergrund zu fragen - haben Diskussionen über die Emanzipation "der" muslimischen Frau überhaupt, wenn sie nicht der Aufklärung und gegenseitigen Verständigung dienen? Warum gibt es trotz vielfach vorgefasster Meinungen ein so anhaltendes Interesse daran? Warum weckt das Thema so starke Emotionen? 

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Erstmals bieten wir euch an, online Fragen an Bruder Ahmed zu stellen. Wollt ihr heiraten oder habt ihr Probleme in der Ehe oder sind es die Kinder, die euch Schwierigkeiten bereiten?

Habt ihr Proleme in der Schule oder auf der Arbeit?

Sind eure Eltern zu traditionell oder habt ihr sonst was am Herzen, was keiner versteht?

 

Bruder Ahmed wird euch beraten und ggf. eure Fiqh-Fragen an einen Spezialisten weitergeben. Schreibt im Forum oder an spagat@online.de 

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